KOMMENTAR: Das dauert viel zu lange

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Es fällt seltsamer Staub vom Himmel. Staub, der sich in einer zähen Kruste auf Autos und Häuser setzt und der sich nur mit Spezialmitteln entfernen lässt. Was wie der Stoff eines Science-Fiction-Thrillers klingt, ist in Schelklingen um die Jahreswende herum tatsächlich passiert. Aus was besteht der rätselhafte Staub genau? Wie groß ist eine mögliche Gesundheitsgefahr? Auch nach einem Monat geben die Behörden noch immer keine befriedigenden Antworten auf diese Fragen.

Das geht so nicht. Die Bürger haben ein Recht auf umfassende Informationen. Gerade in einer Stadt wie Schelklingen, in der eine mächtige Industrieanlage das Bild dominiert und zudem ganz nahe der Stadt derzeit ein Berg aus Elektroofenschlacke aufgebaut wird, müssen sich die Menschen darauf verlassen können, rasch und umfassend über Umweltschäden informiert zu werden. Wenn das nicht geschieht, geht Vertrauen verloren. Denn wenn zu wenige Informationen preisgegeben werden, kommt bei den Bürgern schnell der Verdacht einer Mauschelei zwischen Industrie und Behörden auf. Hat sich ein solcher Verdacht erst einmal verfestigt, wird es schwer, die Glaubwürdigkeit wieder herzustellen.

Um es klar zu sagen: Es ist in Ordnung, dass die Behörden sorgfältig ermitteln und sich nicht von vorneherein auf das Zementwerk als Verursacher festlegen. Doch zumindest über die genaue Zusammensetzung des Staubs und mögliche Gesundheitsgefahren gehören die Bürger viel intensiver informiert, als das geschehen ist. Zudem deutet sich an, dass es in Schelklingen an der technischen Ausstattung fehlt, um Umweltschäden zu dokumentieren. Sonst würde nicht so viel über den Zeitpunkt und die Herkunft der Staubwolke diskutiert. Kameras auf dem Zementwerksgelände? Ein Messgerät, das laufend den Zustand der Luft aufzeichnet? Es sind viele Dinge vorstellbar, die in Zukunft eindeutig zeigen, was sich wo und wann in Sachen Umweltverschmutzung ereignet hat.

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