Knieschmerz lass nach

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Professor Dr. Michael Kramer hält einen Vortrag bei den Gesundheitstagen.  Foto: 

Betroffene kennen das: Nach dem Aufstehen am Morgen grüßt erst einmal der so genannte Anlaufschmerz im Knie, das tägliche Treppensteigen wird zur Tortour – und wenn jemand zum Tennisspiel oder zur Skiausfahrt einlädt, führt allein der Gedanke daran schon zu einem schmerzverzerrten Gesicht. Die Rede ist von Arthrose. In Deutschland leiden laut der  Deutschen Arthrose-Hilfe etwa fünf Millionen Menschen daran. Die Knie-Arthrose, genannt Gon­arthrose, gilt als häufigste Form dieser Gelenkerkrankung, bei der die Knorpelflächen des Gelenks stark geschädigt oder ganz verschlissen sind, was zu großen Schmerzen führen kann.

Heilbar ist die Gonarthrose nicht, aber es gibt viele mögliche Therapieformen. Der Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Alb-Donau-Klinikums Ehingen, Professor Dr. Michael Kramer, möchte daher in seinem Vortrag zum Thema „Knorpelschaden, Arthrose, Knieschmerz – Wie geht es weiter?“ bei den Allmendinger Gesundheitstagen am Sonntag, 22. Oktober, über das breite Spektrum an Behandlungsoptionen informieren. Viele der Patienten seien verunsichert: Welche Behandlungsform ist für sie die beste? Welche schadet vielleicht mehr als sie nutzt? „Jeder Patient ist ein Einzelfall“, lautet daher Kramers Credo. Dementsprechend müsse auch individuell entschieden werden.

Tatsächlich ist die Bandbreite der Patienten groß und reicht vom 25-Jährigen, der als Kind einen Unfall hatte und als Folge daraus nun Schmerzen im Knie bekommt, über den Risikosportler oder den Übergewichtigen bis hin zum Senior. Mit zunehmendem Alter steige die Wahrscheinlichkeit, an einer Arthrose zu erkranken, deutlich an. Sind es laut Deutscher Arthrose-Hilfe bei den unter 30-Jährigen erst 1,6 Prozent, so sind es bei den über 60-jährigen Männern rund ein Drittel und bei den Frauen sogar rund die Hälfte, die mindestens eine Form von Arthrose haben.

Wenn konservative Therapien wie beispielsweise Krankengymnastik, viel Bewegung, orthopädische Hilfsmittel oder  Medikamente zu wenig bewirken, wird häufig eine Operation in Betracht gezogen. Doch wer dabei sofort an die Vollprothese, genannt Endoprothese, denkt, erfährt von Kramer: „Das ist die allerletzte Option. Davor steht eine ganze Reihe von Alternativen.“

Über diese Bandbreite möchte Kramer informieren. Dabei wird er außer auf die Voll- auch auf die Teilprothese eingehen sowie auf die Wachstumslenkung bei Beinfehlstellungen im Kindesalter, die Achskorrektur, die minimal-invasive Arthroskopie und die Knorpelersatz-Operation mit gezüchtetem Knorpel. Letztere habe er bei sich selbst schon durchführen lassen, erzählt der ehemalige Zehnkämpfer. „Und ich habe gute Erfahrungen damit gemacht. Ich bin seither schmerzfrei, und mein Knie ist belastbarer.“

Kramer möchte in seinem Vortrag aber auch auf die Möglichkeiten der Vorbeugung eingehen: „Wenn Kinder zum Beispiel X- oder O-Beine haben, und man unternimmt nichts dagegen, dann sind das klassische Kandidaten für eine Arthrose im Alter von etwa 40 Jahren. Dabei könnte man das durch einen Mini-Eingriff leicht korrigieren.“ Des weiteren möchte der Chefarzt noch Tipps geben, wie man sich als Patient gut informiert und den scheinbar großartigen Versprechen in oft wenig seriösen Annoncen widersteht. „Es gibt leider noch viele, die das glauben. Ich empfehle immer, die Meinung eines Experten einzuholen.“

Info Der Vortrag „Knorpelschaden, Arthrose, Knieschmerz“ von Professor Dr. Michael Kramer findet am Sonntag, 22. Oktober, von 14 Uhr an in der Aula des Schulzentrums Allmendingen statt.

Programm Die Allmendinger Gesundheitstage werden veranstaltet von der SÜDWEST PRESSE Ehingen und der Gemeinde Allmendingen. Sie finden in diesem Jahr vom 21. bis 28. Oktober statt. Den Auftakt macht eine zweitägige Fachmesse am 21. und 22. Oktober mit Gesundheitsforum in Halle und Aula des Schulzentrums Allmendingen, gefolgt von einem einwöchigen Vortrags- und Kulturprogramm.

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