Projekt Schlemmerbande: Kinder zu Genießern ausbilden

Mit dem Projekt Schlemmerbande wollen Köche und AOK Schüler in Ehingen für regionale Küche und feines Essen sensibel machen.

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Vorfreude auf leckeres Kochen: Die Schlemmerbande an der Längenfeldschule beim Start.  Foto: 

Ich freue mich darauf, dass wir was Leckeres kochen“, meinte Emilia von der Längenfeld Gemeinschaftsschule nach der Auftaktveranstaltung zu dem Projekt Schlemmerbande“ in der Mensa. Die Beteiligten hatten es aber auch verstanden, den 14 Kindern einen Kurs schmackhaft zu machen, der im Untertitel „Die Genussentdecker“ heißt. „Jeder von euch bekommt eine eigene Kochjacke in eurer Größe mit eurem Namenszug“, versprach Alfons Köhler, der als Geschäftsführer der Meistervereinigung Gastronom das Projekt auf den Weg gebracht hat. Die AOK Baden-Württemberg konnte mit ins Boot geholt werden, so dass sich die Meistervereinigung und die AOK die jährlichen Kosten von 6000 Euro teilen. Dritter Projektpartner ist das Ministerium für den ländlichen Raum.

Ziel des einjährigen Projektes ist es, Kindern im Alter zwischen 10 bis 12 Jahren die Themen regionaler Genuss, Kochen und gesunde Ernährung durch kindgerechte Aktivitäten näher zu bringen. „Meine Kollegen und ich haben schon viele Kochkurse mit Kindern gemacht“, sagte Alfons Köhler, „aber wir haben Partner gesucht, die über längere Zeit zuverlässig sind und bei dem auch Versicherungsfragen geklärt sind.“ Denn die Kinder hantieren mit Messern und werden auch unterwegs sein, wenn sie beispielsweise hinter die Kulissen eines Großhandels schauen, einen Biobauernhof besuchen oder bei Gastronomiepartnern in der Küche stehen. „Wir wollen in dem Projekt über das eigene Essverhalten nachdenken und uns mit der Verdauung beschäftigen“, erklärte die Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin Angela Maxa, die zusammen mit Lisa Schlumberger von der AOK einige Termine betreut. Die Vor- und Nachteile von Fast Food und Slow Food sollen besprochen werden und die Kinder werden dafür sensibilisiert, was ein frisches Lebensmittel ist.

„In meinem Kurs meinte einmal ein Mädchen, bei ihr daheim werde auch immer frisch gekocht“, plauderte Alfons Köhler aus dem Nähkästchen eines Gastwirts. „Die schoben jeden Tag eine frische Fertigpizza in den Ofen.“ Als Bindeglied zwischen den Projektpartnern und der Schule agiert die Lehrerin Waltraud Dengler. „So ein Projekt ist die höchste und intensivste Form der Wissensvermittlung“, schwärmte Schulleiter Max Weber. „Experten von außen kommen in die Schule und die Schüler gehen raus in die Praxis.“ So wundert es nicht, dass die Schulen bei dem Projekt bereits auf der Warteliste stehen. Momentan können aber nur 14 Projekte in Baden-Württemberg personell und finanziell gestemmt werden.

Bürgermeister Sebastian Wolf und Alfons Köhler heckten am Rande der Auftaktveranstaltung weitere Ideen aus. So sollen die Kinder bei offiziellen Empfängen der Stadt oder bei einem Gemeinderatsessen die Gäste bewirten. Darauf freute sich besonders Marie (13), die schon Tomatensuppe kochen kann. Besonders großen Anklang fand die kulinarische Sommernacht, die mit einem „gigantischen Buffet“, so Alfons Köhler, den Abschluss des Projekts bilden wird. Dass die Gastronomen sich aus dem Projekt auch interessierten Nachwuchs erhoffen, wurde ebenfalls nicht verschwiegen. Hauptmotivation ist jedoch, „dass wir Älteren hinterher sein müssen, dass unser Wissen nicht verloren geht“.

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