Kevin Wiest in Oberstadion: Bürgermeister nach einem Jahr noch Traumberuf

Am 12. Oktober hat Oberstadion seit 365 Tagen einen neuen Bürgermeister. Der hat fast alle Versprechen eingehalten und hat noch viel vor.

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Bürgermeister Kevin Wiest hat im ersten Amtsjahr viele Projekte umgesetzt – wie hier den neuen Zebrastreifen in der Ortsdurchfahrt, den er mit Schulkindern zwecks Übung genutzt hat.  Foto: 

Nach einem Jahr im Amt hat der neue Bürgermeister von Oberstadion, Kevin Wiest, schon über soziale Medien sein Fazit veröffentlicht: „Es war das wohl anstrengendste, schönste, abwechslungsreichste, interessanteste Jahr meines bisherigen Lebens“, schreibt der 38-Jährige. „Es fühlt sich natürlich anders an als man gedacht hat“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar hatte er sich bei befreundeten Bürgermeistern vorab über vieles informiert, „aber es ist was anderes, das Leben als Bürgermeister zu leben, da ist kein Tag wie der andere und du weißt morgens nicht, was auf dich zukommt“. Besonders das erste Jahr sei mit der zusätzlichen Einarbeitung und Seminaren besonders fordernd, „aber es macht mir auch Spaß, möglichst viel und schnell für die Gemeinde umzusetzen“. Unterm Strich sei es eine sehr positive Erfahrung, und immer noch seine Berufung.

Den Teilorten gerecht werden

Höhepunkte waren für Kevin Wiest vor allem seine Wahl mit 87 Prozent und die Einsetzung, und hochzufrieden ist er mit dem Erreichten wie etwa dem Zebrastreifen in der Ortsdurchfahrt, den Bürgerinfoabenden, den Samstags-Öffnungszeiten des nun barrierefreien Rathauses und der Bücherei, die übrigens gut angenommen werden, den verschiedenen Gemeinschaftsaktionen, dem verbesserten Hochwasserschutz, der Übernahme des Vorstandspostens im DRK und dem Abarbeiten fast aller Punkte aus den Prioritätenlisten aller Teilorte. Auch seine erste Trauung, bei der er den amtlichen Teil und Andreja Knez aus dem Rathaus die Ansprache übernommen hat, war ein besonderes Erlebnis. An Silvester wird er auf besonderen Wunsch des Brautpaars erstmals komplett alleine eine Trauung gestalten.

Im kommenden Jahr soll wieder eine Prioritätenliste erstellt und abgearbeitet werden, „denn es sind oft die kleinen Dinge wie eine kaputte Lampe oder eine 30er-Zone, die dem Bürger wichtig sind“. Am Hochwasserschutz und an neuem Bauland will Wiest arbeiten, und die Erweiterung des Gewerbegebiets innerhalb der nächsten drei Jahre umsetzen. Ein weiteres wichtiges Thema sei der Breitbandausbau, der bereits begonnen hat, „da muss man immer dran bleiben“. In wenigen Wochen will er zudem ein gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und dem Landratsamt erstelltes, neues Konzept für die Zukunftsfähigkeit des Krippenmuseums vorstellen. Die Kleinkindbetreuung in den ehemaligen Schulräumen sei ebenfalls auf dem Weg, hier soll in Kürze der Umbau starten.

„Kommunizieren ist das A und O“, sagt Wiest, der das Rathaus menschlich, aber auch ein bisschen wie ein Manager führt, wie er sagt. Er zeigt sich begeistert von der guten Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, den Rathaus-Mitarbeiterinnen, mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium. „Es läuft hier fachlich und menschlich auf einer sehr höflichen Ebene, und man stößt überall auf offene Ohren, jeder hilft dir.“ Die gute und engagierte Zusammenarbeit von Bürgern, Firmen, Schule, Kindergarten und Vereinen sei in Oberstadion außerdem ganz besonders. Diese ermögliche im kommenden Jahr auch das geplante Programm, das auch für Jugendliche attraktiv sein werde: das erste Sommer-Open-Air in Oberstadion, das Kevin Wiest mit Lisa-Maria Kaufmann auf die Beine stellt und das bei schlechtem Wetter kurzfristig in die Halle verlegt werden kann.

Nach acht Monaten im Pfarrhaus, wo er neben Pfarrer Walter Ruoß schon kurz nach seiner Wahl – wie versprochen – eine Wohnung im Ort beziehen konnte, wohnt Wiest inzwischen in einer „tollen Drei-Zimmer-Wohnung nur 200 Meter vom Rathaus“ entfernt. Für Hobbys und Freunde war in Jahr eins naturgemäß wenig Zeit. „Da will ich in Zukunft etwas am Pensum drehen und eine Balance schaffen.“ Dass seine Bürger – vom Schüler bis zum Rentner sind nach wie vor viele begeistert von ihrem Schultes – ihm mehr Freizeit gönnen, weiß Kevin Wiest, der zumindest im Fitness-Studio einen Ausgleich zur Arbeit hat. „Viele Bürger sagen, ich arbeite zu viel und solle mir mehr Zeit für mich nehmen.“ Familie und Freunde versuchten seinen Eifer nicht zu bremsen: „Die wissen, dass man mich nicht stoppen kann. Die Gemeinde liegt mir eben am Herzen, da arbeite ich gerne viel, auch abends und am Wochenende.“ Er gehe nach wie vor mit einem inneren Lächeln morgens ins Rathaus, „es war anstrengend, aber für mich hat sich bestätigt, dass es das Richtige für mich ist“.

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