Jeder will zulegen

Im Alb-Donau-Kreis sind am Sonntag 137 000 Bürger aufgerufen, den neuen Kreistag zu wählen. Sprecher von CDU, Freien Wählern, SPD und Grünen erläutern ihre Ziele und inhaltlichen Schwerpunkte.

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  • Am Sonntag stellen sich im Alb-Donau-Kreis insgesamt 258 Kreistagsbewerber von vier Listen zur Wahl. Jeder der etwa 137 000 Einwohner kann je nach Größe des jeweiligen Wahlkreises vier bis sieben Stimmen verteilen. Foto: Matthias Kessler 1/2
    Am Sonntag stellen sich im Alb-Donau-Kreis insgesamt 258 Kreistagsbewerber von vier Listen zur Wahl. Jeder der etwa 137 000 Einwohner kann je nach Größe des jeweiligen Wahlkreises vier bis sieben Stimmen verteilen. Foto: Matthias Kessler
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Bildung, sagt Karl Traub, "ist nach wie vor die Nummer eins". Für den Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Kreistag ist daher klar, dass der Landkreis seine beruflichen Schulen "auf dem aktuellen Stand halten" müsse. "Wohnortnahe Gesundheitsversorgung" sei ein weiterer Schwerpunkt. Trotz des jährlichen Defizits von 3,5 Millionen Euro seien die Kreiskliniken in Ehingen, Blaubeuren und Langenau unverzichtbar.

Ein Baustein seien auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ), zum Beispiel in Munderkingen, Laichingen und Langenau. "Weitere müssen folgen", sagt Traub. Der öffentliche Nahverkehr sollte "noch besser werden", und auch beim Straßenbau sieht Traub Nachholbedarf. 46,1 Prozent der Stimmen holte die CDU vor fünf Jahren, das bedeutete 30 der 62 Sitze im Kreistag. "Einen oder zwei" wolle die CDU jetzt hinzugewinnen: "Ich habe Hoffnung."

Das gilt auch für die Freien Wähler. Den einen Sitz, der vor fünf Jahren verloren gegangen war, will die Gruppierung jetzt zurückholen, mindestens, sagt Fraktionsvorsitzender Wolfgang Mangold. 2009 brachten 28,2 Prozent 17 Mandate, "die große Unbekannte" sei nun, wie sich das erstmals bei Kreistagswahlen angewandte Auszählverfahren nach Sainte-Laguë/Schepers auf die Verteilung der Ausgleichssitze auswirken werde. Punkten wollen die Freien Wähler mit den Themenfeldern "Bildung, Betreuung, Familie" sowie "Tourismus und Wirtschaft" und "Umwelt, Klima, Landwirtschaft".

Wie Traub und die Sprecher der anderen Fraktionen hält Mangold das Konzept der Medizinischen Versorgungszentren im Landkreis für "eine gute Lösung" und ausbaufähig. "Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange."

"Das ist ausbaufähig", sagt auch Klara Dorner, meint damit aber das SPD-Ergebnis von 2009. 12,8 Prozent der Stimmen bedeuteten acht Sitze. Drei der zehn Kreistags-Wahlkreise sind bislang "weiße Flecken" für die Sozialdemokraten: Aus den Wahlkreisen Dornstadt, Erbach und Munderkingen schaffte es vor fünf Jahren kein SPD-Bewerber in den Kreistag. Ob die 16- und 17-Jährigen einen Schub bringen, sei schwer einzuschätzen, meint die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Ausschlaggebend für die jüngsten Wahlberechtigten sei wohl "die politische Verankerung in der Familie". Die weitere Umsetzung des Teilhabeplans für Menschen mit Behinderungen, die Unterbringung von Asylbewerbern, die Sicherung der Kreiskrankenhäuser, der Aufbau weiterer MVZ, die beruflichen Schulen des Kreises und deren mögliche Zusammenarbeit mit städtischen Einrichtungen - das sind Klara Dorner zufolge aktuelle Schwerpunktthemen der SPD.

"Der größte Brocken werden die Krankenhäuser sein", sagt Brigitte Schmid mit Blick auf die nächsten Kreistagsjahre. Die Grünen stünden zum Erhalt der drei Kliniken und könnten sich auch weitere MVZ vorstellen. Weitere Schwerpunkte für die Grünen seien der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs einschließlich der Regio-S-Bahn, verstärkte Schulsozialarbeit, Inklusion auch an beruflichen Schulen, Windenergie, sanfter Tourismus und der Kampf gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Ob sie damit beim Wähler punkten? In erster Linie komme es auf die Kandidaten an, meint Brigitte Schmid. "Bei Kommunalwahlen entscheiden die Personen vor Ort." Aus diesem Grund sei es für die Grünen wichtig, in allen Wahlkreisen anzutreten. Vor fünf Jahren errang die Partei mit 11,2 Prozent der Stimmen sieben Kreistagsmandate, "und wir wollen weiter wachsen".

Im Schnitt 51,63 Jahre

Zahlen In den zehn Wahlkreisen des Alb-Donau-Kreises kandidieren am Sonntag, 25. Mai, insgesamt 258 Bewerber, davon 68 Frauen, auf vier Listen: CDU, Freie Wähler, SPD, Grüne. Das Durchschnittsalter aller Kreistagskandidaten beträgt 51,63 Jahre. Ältester Bewerber ist mit 75 Jahren Dr. Wolf Brzoska auf der Liste der Freien Wähler im Wahlkreis Ehingen, den jüngsten stellt die SPD im Wahlkreis Laichingen: Erik Völker, 18 Jahre. Jüngste Frau ist Sabine Jörg, 23, von den Ehinger Grünen.

SWP

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