JAZZ-SPLITTER

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    Wolfgang Lackerschmid trat gleich zweimal auf. Fotos: Christina Kirsch
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Von der Musik abgelenkt

Man konnte dem Sänger Giovanni Costello, der als Zugabe mit der SWR Big Band auftrat, kaum zuhören. Denn alle Blicke waren auf den einzigen Jackett-Knopf gerichtet, der seine Anzugjacke nur mit Mühe zusammenhielt. Der Knopf schien jeden Moment abzuspringen, und in der ersten Publikumsreihe überlegte man schon, wen es dann wohl treffen könnte. Der Sänger hatte sich wohl am Kleiderständer vergriffen oder ein Jackett ausgeliehen, das ihm auf jeden Fall sichtlich zu klein war. Denn auch die Länge stimmte nicht. Da half auch kein Herumzupfen und Zurechtrücken während des Auftritts. So sorgte Costello für Verwunderung, heimliche Lacher und eine Spur Mitleid.

Ein rotes Tuch

Rote Handtücher scheinen bei Jazzern beliebt zu sein. In der Brasserie Amadeus hatte der Frontmusiker der Band "Cissy Strut" ebenso ein rotes Handtuch am Notenständer hängen wie Steve Clayton an seinem Klavier. Hausfrauen können das nachempfinden. Rot dreckelt nicht so sehr wie Weiß. Und Schwarz ist für Jazz doch zu trist.

Den Ton finden

Vom Töne suchen und finden handelte der Jazzgottesdienst, der gestern die Jazztage abschloss. Diakon Roland Gaschler erzählte in der evangelischen Stadtkirche von einem Cellospieler, der am Ende seiner Karriere immer nur den gleichen Ton spielte. Er hatte seinen Ton gefunden. Pfarrerin Susanne Richter wählte das Kirchentagsbild von einem Vogel, der auf einer Hochspannungsleitung saß. Dem Vogel war es egal, wo er sein Lied trällern konnte. Die richtigen Töne in der voll besetzten Kirche trafen die Gospel-Sängerin Joan Faulkner und ihr Pianist Gustav Csik. Mit bekannten Gospels wie "Down by the riverside" und "Hes got the whole world in his hands" riss Faulkner in der voll besetzten Kirche auch noch den letzten Hinterbänkler mit. Man klatschte, sang und pries den Herrn, dass es eine Freude war.

Zu früh geklatscht

Man sollte bei Orgelkonzerten nicht zu früh klatschen. Bei "Orgel meets Vibraphon" brauchte die Orgel für das letzte Stück, Wolfgangs Lackerschmids Komposition "AnnaBells", einige Umbauten in der Registrierung. Das dauerte. Die Konzertbesucher in den Kirchenbänken bekamen das nicht mit und klatschten in die kleine Pause. "AnnaBells" bezieht sich übrigens auf die Kirche St. Anna in Augsburg. Es sind nicht immer die Frauen, die vertont werden. Es können auch einmal Glocken sein.

Heiko Dammann tot

In die Freude über die gelungenen Jazztage mischte sich eine traurige Nachricht. In der Nacht auf den Samstag ist Heiko Dammann gestorben. Der Mann von Doris Dammann war Programmmacher, Beisitzer und eifriger Schaffer im Jazzclub. Christine Schaumlöffel gab die traurige Nachricht im Konzert am Samstagabend bekannt. Zuvor hatte sich die Nachricht in Windeseile herumgesprochen, weil Doris Dammann als Jazzclubvorsitzende nicht auf der Bühne erschienen war. Das Publikum gedachte des Jazzfans in einer Schweigeminute.

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