Ja zu Fusionmit Ehingen: Raiffeisenbank Donau-Iller stimmt Verschmelzung zu

Die Genossen der Raiffeisenbank Donau-Iller stimmten am Montagabend der Fusion mit der Volksbank Ehingen zu. Bei der Generalversammlung haben gut 82 Prozent für den Zusammenschluss votiert.

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Blasmusik, Schnitzel nebst Kartoffelsalat, Bier, Wein und volle Bude - auf den ersten Blick erinnerte die Generalversammlung der Raiffeisenbank Donau-Iller an ein Vereinsfest. Nur die vielen orangefarbenen Krawatten und Halstücher, die aus der Menge der rund 600 Gäste in der Gemeindehalle in Staig-Altheim stachen, ließen erahnen, dass ein bedeutender genossenschaftlicher Abend anstand. Sogar Roman Glaser, der Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, war mit einer Entourage aus Juristen, Beratern und Rechnungsprüfern aus Karlsruhe angereist.

Nach mehr als drei Jahren der intensiven Vorbereitung und Zusammenarbeit schlugen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank, die ihren Geschäftsbereich im Donau-, im Iller- und im Weihungstal hat, die Verschmelzung mit der Ehinger Volksbank vor. Eine gemeinsame Donau-Iller Bank e.G. mit Hauptsitz in Ehingen und einer Bilanzsumme von 950 Millionen Euro, knapp 48 000 Kunden und 274 Mitarbeitern soll so entstehen (wir berichteten).

Um die unter den Vorständen und Aufsichtsräten bereits beschlossene Verschmelzung zu realisieren, brauchen beide Genossenschaften mindestens eine Dreiviertel-Mehrheit in ihren Gremien. Die Vertreterversammlung der Ehinger Volksbank wird am 4. Juni entscheiden.

Als kritischer hatte den Bankern aber immer der Abstimmungstermin bei der kleineren Raiffeisenbank gegolten, in deren Mitgliedschaft schon länger Widerspruch gegen "eine Übernahme aus Ehingen" laut geworden war. Eine Tatsache, die in Altheim zunächst nur durch den angespannten Fusionskampf des Raiba-Vorstandsprechers Horst Gauggel spürbar wurde. Erst nach dem Standard-Programm mit Berichten von Vorstand und Aufsichtsrat sowie der zu ausführlich ausgefallenen Entlastung beider Gremien - der Staiger Bürgermeister Martin Jung geriet ins (Grundsatz-)Reden und fing sich unfreundliche Zwischenrufe aus dem Saal ein - stand die Verschmelzung auf der Tagesordnung.

"Gemeinsinn kommt vor Eigennutz", sagte Gauggel zu Beginn seiner Motivationsrede. Die immer höhere Dichte an Mitbewerbern, die demografisch verursachten Wachstumsgrenzen und die zunehmende Zahl an Auflagen und Regeln zwingen die kleinere Bank aus Sicht des Vorstandssprechers zur Verschmelzung mit Ehingen. Eine "Bündelung der Kräfte" sei mittelfristig unumgänglich. "Und wir sollten handeln, solange wir noch handlungsfähig sind." Gauggel versprach, dass künftig das Prinzip gelte: "So dezentral wie möglich, so zentral wie nötig." Man bleibe die "Bank der kurzen Wege" im gewohnten Umfang. "Ihre Berater bleiben vor Ort, ihre Ansprechpartner sind die gleichen", rief Gauggel in den Saal.

Die Kritik ersparte er den Bankverantwortlichen damit nicht. In der um 22 Uhr eröffneten Aussprache waren an den Saalmikrofonen überwiegend kritische Fragen und Statements zu hören. "Es geht uns gut als Erbacher Bank. Wir brauchen Ehingen nicht", sagte Albert Gräter aus Erbach. Und Helmut Glaubert, auch Erbacher, kritisierte, dass es nach einer Übernahme durch Ehingen keine Generalversammlungen mehr gebe, sondern nur Vertreterrunden. CDU-Kreisrat Constantin von Ulm-Erbach warnte vor dem "Wachsen zu einer Großbank" und kritisierte die Verteilung der Aufsichtsratssitze. Vier Sitze für die Raiba-Vertreter, sieben für die Ehinger Volksbank - das erinnere ihn dann doch an eine Übernahme. Es gab aber auch Fragen zu den Kosten der Fusion (500 000 Euro), den Kosten des Bank-Neubaus an der Ehinger Pfisterstraße (17,7 Millionen Euro) und zwei Aufrufe, die Fusion zum Wohle der Raiffeisenbank mitzutragen.

Abgestimmt wurde nach zwei Geschäftsordnungsanträgen aus der Versammlung, denen sich dann auch Vorstand und Aufsichtsrat anschlossen, in geheimer Wahl. 82,07 Prozent der gültigen 1032 Stimmen (die Differenz zur Besucherzahl entsteht durch Abstimmungs-Vollmachten) votierten für die Verschmelzung der beiden Banken (wie gestern bereits kurz berichtet). Ein Ergebnis, das vor allem bei den Mitgliedern des Bank-Vorstands nach der Anspannung der Auszählungs-Sitzungsunterbrechung für erleichterte Gesichter sorgte. Horst Gauggel gestand kurz nach 23 Uhr am Mikrofon: "Jetzt bin ich auch etwas gerührt."

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