Gesundheitstage: Im Notfall richtig handeln

Einfache Dinge, die Leben retten: Dr. Markus Brucke zeigt, was jeder in einer Notsituation tun kann.

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Dr. Markus Brucke zeigt, welche lebensrettenden Maßnahmen jeder ergreifen kann.  Foto: 

Schlaganfall, Herzinfarkt, Unfall: Es kann jeden treffen. Überall und jederzeit. Dann ist schnelle Hilfe gefragt. Doch wissen Sie, was im Notfall zu tun ist? Eine Untersuchung der Asklepios-Kliniken anlässlich der bundesweiten Woche der Wiederbelebung, die dieses Jahr vom 18. bis zum 24. September stattfand, zeigt, dass in Notfällen viele helfen wollen, jedoch nur wenige sich tatsächlich an lebensrettende Maßnahmen trauen. Die Untersuchung, für die 1000 Menschen in Deutschland befragt wurden, ergab: Zwar würden neun von zehn Befragten in einem Notfall den Notruf wählen, eine Herzdruckmassage würden jedoch nur 19 Prozent machen. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland damit hinterher: „Es kommt relativ häufig vor, dass hier keine Laien-Reanimationen stattfinden“, sagt Dr. Markus Brucke, Oberarzt am Alb-Donau-Klinikum in Ehingen.

Mit seinem Vortrag will der Mediziner vor allem die Angst vor dem Umgang mit einer Notsituation nehmen und eine klare, einfache Anleitung geben, wie im Notfall vorzugehen ist. „Was tue ich, bis der Notarzt kommt? Hilfe, die vielleicht über Leben und Tod entscheidet“, lautet der Titel seines Vortrags.

Brucke geht dabei auch grundlegenden Fragen nach: „Wie verständige ich den Notarzt und wann hole ich ihn?“. Viele Menschen fühlen sich unsicher bei der Einschätzung einer potentiellen Notsituation. „Besonders auf dem Land gibt es viele Patienten, die ganz duldsam sind“, sagt Brucke. Im Ernstfall zählt jedoch jede Minute. Manch einer scheut den Anruf bei der Rettungsleitstelle. Dabei seien dort die richtigen Ansprechpartner, um bei der Einschätzung der Lage zu helfen und zu entscheiden, was als nächstes zu tun ist.

Nicht immer ist ein Notfall gleich offensichtlich. In seinem Vortrag will der Anästhesist daher zeigen, wie man eine Notsituation richtig einschätzt und welche Anhaltspunkte es gibt, wenn die Beschwerden nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Besonders dringlich sei die Situation bei einem Schlaganfall. Denn das Gehirn ist auf ständige Sauerstoffversorgung angewiesen. Wie auch bei einem Herzinfarkt wird beim Schlaganfall – meist durch den Verschluss eines Gefäßes – das Gewebe minder durchblutet und kann absterben. „Wenn jemand neurologische Auffälligkeiten zeigt, dann tickt die Uhr“, betont Brucke. „Es geht zum Teil um Minuten.“

In seinem Vortrag erläutert Dr. Markus Brucke unter anderem wie eine Herzdruckmassage geht und zeigt, worauf es dabei ankommt. Außerdem geht der Mediziner darauf ein, was man bei Blutungen, Verbrennung und Knochenbrüchen tun kann, bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Eines ist dem Oberarzt besonders wichtig: „Ich möchten den Leuten die Angst nehmen, überhaupt etwas zu tun“, sagt Brucke. „Man kann nichts schlimmer machen. Man kann nur die Chancen verbessern.

Info Dr. Markus Brucke spricht am Samstag, 21. Oktober, von 16 Uhr an in der Aula des Schulzentrums in Allmendingen. Der Vortrag ist wie alle Vorträge im Rahmen der Allmendinger Gesundheitstage kostenlos.

Programm Die Allmendinger Gesundheitstage werden veranstaltet von der SÜDWEST PRESSE Ehingen und der Gemeinde Allmendingen. Sie finden in diesem Jahr vom 21. bis 28. Oktober statt. Beginn ist mit einer zweitägigen Fachmesse mit Gesundheitsforum in Halle und Aula der Schule in Allmendingen; gefolgt von einem einwöchigen Vortrags- und Kulturprogramm. Mehr als 50 Aussteller haben sich bereits für die Fachmesse angemeldet. Die medizinischen Fachvorträge befassen sich mit der Auswirkung von psychischen Faktoren auf Herzerkrankungen, mit dem richtigen Verhalten im Notfall, mit Rheuma, häufigen Augenerkrankungen, der Auswirkung von Diabetes auf das Herz, Arthrose sowie mit den Fortschritten der Medizin im Bereich der Endoskopie.

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