Holzfällarbeiten am Herz-Jesu-Berg

Motorsägen sind derzeit am Schelklinger Herz-Jesu-Berg zu hören. Einen Monat lang fällen Fachleute Bäume, die etwa von Rotfäule befallen sind. Sogar eine Seilbahn und Fangnetze kommen zum Einsatz.

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Einen ganzen Monat lang läuft eine große Holzfällaktion am Schelkinger Herz-Jesu-Berg.  Foto: 

 Am Schelklinger Herz-Jesu-Berg  haben umfangreiche Holzfällarbeiten begonnen. Bis Anfang März sind die Fachleute der Firma Albrecht aus Isny am Werk. Rund 800 Festmeter Holz werden auf dem Schelklinger Hausberg auf zehn Hektar Fläche gefällt. Die Hälfte davon sind Kiefern, je zu einem Viertel sind es Fichten und Laubholz, die nach und nach auf großen Stapeln landen.

Viele kranke Bäume fällen die Holzexperten. Die "Verkehrssicherung" sei einer der Hauptgründe für die Fällarbeiten, sagt der zuständige Förster, Hans-Peter Eisele. Denn einige Bäume drohten, umzustürzen. Wer die bereits gefällten Fichten näher betrachtet, sieht dann auch deutlich große, dunkle Flächen in der Mitte einiger Stämme. Dort löst sich das Holz morsch, es ist leicht zu entfernen. Es handelt sich um die Rotfäule, eine häufige Baumkrankheit. Dass die Bäume am Herz-Jesu-Berg häufiger befallen sind, liegt am Standort. "Die Lage ist etwa für Fichten hier nicht besonders gut", sagt Eisele. Zu trocken sei es. Früher war der Berg Weidefläche. Als vor etwa 100 Jahren aufgeforstet wurde, seien nicht die optimalen Bäume gewählt worden. Das Forstamt rechnet dementsprechend auch mit einem unterdurchschnittlichen Erlös aus der Fällaktion am Herz-Jesu-Berg.

Das liegt auch an den Kosten - denn die Arbeiten an der Hanglage sind teuer. Forstwirtschaftsmeister Remig Albrecht, der nach einer Ausschreibung den Zuschlag für die Arbeiten erhalten hat, lächelt trotzdem ein wenig angesichts der Aufgabe in Schelklingen. Denn der Unternehmer ist normalerweise im Allgäu in tiefen Tobeln und an steilen voralpinen Hängen tätig - die Arbeit am Schelklinger Hausberg stellt für ihn und sein Team eine eher leichte Aufgabe dar. Jünger, lichter, gesünder soll der Wald am Herz-Jesu-Berg werden. Die Fachleute benutzen deshalb auch eine besonders schonende Methode, um die Stämme im Wald zu transportieren. "Valentini V400" heißt die mobile Seilkrananlage, die am Herz-Jesu-Berg zum Einsatz kommt. Die Anlage ist an einem Traktor montiert und wird über eine Zapfwelle betrieben. Meterhoch ragt der Mast der Anlage in den Wald. Von diesem Mast geht ein Stahlseil aus, dessen Ende einer der Waldarbeiter an einem weiter unten stehenden Baum befestigt. Die gefällten Stämme werden an dieses Stahlseil gehängt und in etwa zehn Meter Höhe gehievt. So werden die Stämme dann den Hang hinaufgezogen. In der Nähe der Kapelle am Herz-Jesu-Berg werden sie dann innerhalb von Minuten von einem Harvester vom Typ "Komatsu 911" weiterverarbeitet.

Die Technik, die Remig Albrecht und sein Team einsetzen, ist genau ausgetüftelt. So kommt an der Seilkrananlage ein spezielles, 2500 Euro teures Schloss zum Einsatz - es entriegelt sich per Fernbedienung. So muss der Fahrer des Holzernters nicht immer absteigen, um das Schloss, mit dem die Bäume am Seilzug befestigt sind, zu öffnen. Zehn Nachmittage lang hat Revierförster Eisele am Herz-Jesu-Berg die Bäume begutachtet und die markiert, die jetzt gefällt werden. Manchem Schelklinger reicht allerdings die Ausdünnung des Walds nicht - es habe sogar Wünsche gegeben, so viel zu fällen, dass der Blick auf die Kapelle ungehindert frei sei. Der Typ "Wurmlinger Kapelle" sei gewünscht worden, sagt Eisele. Doch ein freier Blick hinauf zur Kapelle sei schon deshalb nicht möglich, weil der Herz-Jesu-Berg oval sei und die Kapelle eher dem ehemaligen Kloster Urspring zu gebaut sei. Der Wald am Herz-Jesu-Berg sei im Übrigen ein Naherholungsgebiet, sagt Förster Eisele. Immerhin wollen Eisele und Albrecht versuchen, das Kreuz am Herz-Jesu-Berg besser sichtbar zu machen.

Die Fällarbeiten sind gefährlich. Deshalb ist der Weg am Herz-Jesu-Berg während der Arbeiten auch gesperrt. Fachmann Albrecht warnt davor, die Sperrungen zu missachten. Zum Schutz der Gebäude unterhalb des Herz-Jesu-Bergs will der Fachmann bei den Fällarbeiten übrigens Fangnetze einsetzen. Nach den Arbeiten am Herz-Jesu-Berg ist Albrechts Team noch nicht fertig: Unter anderem auf den Gemarkungen Hütten und Gundershofen gibt es noch etwas zu tun.

 

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