Holyholy aus Munderkingen plant Modekollektion

Aus einer Blog-Idee wurde ein T-Shirt und dann eine Kultmarke: Holyholy aus Munderkingen plant derzeit die erste richtige Modekollektion. Hinter der Lifestyle-Marke stehen ein Sendener und ein Biberacher.

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  • "Crew Love Or Die" - einer der ersten Sprüche von Holyholy auf Caps, T-Shirts und weiteren Produkten. Fotos: Holyholy 1/4
    "Crew Love Or Die" - einer der ersten Sprüche von Holyholy auf Caps, T-Shirts und weiteren Produkten. Fotos: Holyholy
  • Etwa 60 Produkte vertreiben Christian Hermann (oben links) und Fatih Düven schon über "Holyholy". Bald sollen noch viel mehr dazukommen. 2/4
    Etwa 60 Produkte vertreiben Christian Hermann (oben links) und Fatih Düven schon über "Holyholy". Bald sollen noch viel mehr dazukommen.
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"Ich war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagt Fatih Düven. Der gelernte Anlagenmechaniker, der eine Zeit lang als Fotograf arbeitete und sich als Lifestyle- und Modeblogger einen Namen gemacht hat, hätte nie gedacht, dass er einmal vom Bloggen und seinen Styling-Ideen leben könnte. Inzwischen verkaufen sich Oberteile, Hoodies, Caps, Handy-hüllen und Taschen mit den provokanten Sprüchen von "Holyholy" dem Vernehmen nach sehr gut. Dass sie aus Munderkingen kommen, weiß kaum einer. Das meiste geht über den Internet-Shop, aber auch über zwei Läden in Hamburg und Berlin. Derzeit arbeiten der Sendener Geschäftsführer der seit einem Jahr bestehenden Kultmarke und fünf Mitarbeiter an der ersten richtigen Modekollektion, die im Februar vorgestellt werden soll. Nationale und internationale Veranstaltungen sollen folgen. "Es geht gerade erst los. Das ist eine Riesenwelle, die auf uns zukommt."

Bevor die GmbH mit Sitz in Munderkingen startete, bloggte Düven rein hobbymäßig, stellte im Netz Looks und Streetware vor, postete coole Tattoos, Musikvideos, eigene Fotosession-Produkte oder Videos dazu, aber auch Fotos von Prominenten aus aller Welt, die stylish unterwegs sind. Dazu kamen deftige oder coole Sprüche in Versalschrift, etwa "N. SCHEIß. MUSS. ICH." oder "NÜCHTERN. BETRACHTET. WAR. ES. BESOFFEN. BESSER." Das Erfolgsrezept war und ist das Direkte, aber auch Alltägliche, sagt Düven: "Es geht um Inspiration, Spaß und Zusammengehörigkeit, also den Crew-Gedanken. Was es ausmacht, ist, dass es provokant ist und Sachen auf den Punkt bringt. Das ist nicht jedermanns Sache. Aber ich mache einfach und teile, was mir gefällt." Er sei einer der ersten, die mit deutschen Sprüchen einen solchen Erfolg erzielten.

Über den Blog wurde der Chef der Munderkinger Modefirma Corporate Fashion, der Biberacher Christian Hermann, auf Düven aufmerksam und traf sich mit ihm. Die Idee, aus einem der Sprüche ein T-Shirt zu gestalten, gefiel Düven. Das erste T-Shirt hatte die Aufschrift "HOLY. STORY. BRO." und spielt in Englisch auf die Erfolgsgeschichte Düvens an. Das Shirt - eigentlich nur als Gag gedacht - verkaufte sich gleich im vierstelligen Bereich, und nach drei Monaten Vorlaufzeit gründeten Hermann, Düven und Norbert Tress vom Systemsport Munderkingen als Gesellschafter dann die Holyholy GmbH. Wie die Produkte der zwei anderen Marken werden auch die selbst designten Stücke von Holyholy in der Türkei produziert und in Munderkingen veredelt. Hier werden Stickereien und Aufdrucke appliziert, und unter dem Loft-artigen Büro im Interkommunalen Munderkinger Gewerbegebiet werden die Produkte auch für den Versand vorbereitet.

Der Blog des 26-jährigen Düven boomt weiter, täglich kommen 1000 "Likes" hinzu, sagt er, derzeit folgen auf Facebook mehr als 145.000 Leute Holyholy, auf Instagram weit mehr als 100.000, und auf einzelne Posts auf Facebook kommen locker mal mehr als 7000 "Likes" von aktiven Unterstützern zusammen. Das sind etwa so viele "Gefällt"-Klicks, wie auch die bekannte Modemarke "s.Oliver" auf ihrem deutschsprachigen Facebook-Auftritt pro Post maximal erreicht, wenn auch seltener.

In Ulm und Stuttgart haben Düven und sein Marketing-Leiter Hermann schon Partys und Festivals veranstaltet, es gibt dann "Holyholy"-Sekt, Energy-Drinks und andere Gimmicks. Doch was von 2014 an mit der ersten Modekollektion losgetreten werden wird, muss sich noch zeigen. Der Biberacher und der Sendener verraten in ihrem stylishen Munderkinger Büro, wo sich nur noch Ernie und Bert als Plüschfiguren auf dem schwarzen Ledersofa ausruhen dürfen, noch nicht allzu viel. Doch die Vorfreude und Euphorie ist ihnen anzumerken. "Es wird eine 180-Grad-Wendung, ein neuer Look, ein neues Gesicht", sagt Düven. "Es wird noch krassere Videos geben, und wir designen Kleider, Hotpants, Jacken und vieles mehr." Christian Hermann war einige Jahre lang Dozent an der Modeschule in Sigmaringen und hatte für das Design der Holyholy-Kollektion entsprechend die Kontakte zu Designern, um einen davon an Bord zu holen. Ist die Kollektion fertig, soll die Kleidung von April an nicht mehr nur nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz versandt werden, sondern in ganz Europa. Hermann: "Es wird spannend."

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