Herzlichkeit und gutbürgerliche Küche

Hier hat es Platz für Wanderer, hier treffen sich Musikanten und der Ruf der Maultaschen und des Kartoffelsalats reicht bis nach Stuttgart: Der "Bären" in Hütten ist weit mehr als eine Wirtschaft.

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Ihr Gasthof ist eine Institution in Hütten: Marcus Killinger (links) und Kurt Kaiser vor dem Eingang zum "Bären".

Wenn es etwas gibt, das in der Küche von Marcus Killinger nicht ausgehen darf, dann sind das wohl die Maultaschen. Selbstgemacht bis auf den gekauften Nudelteig, mit Hackfleischbrät, Petersilie, Spinat und Speck, gehören sie im "Bären" zu den Klassikern. Manche Gäste nehmen auch welche mit, manche kommen deswegen sogar extra ins obere Schmiechtal, so wie der Musikverein aus dem Raum Stuttgart, der sich hier für sein Fest auch mit Kartoffelsalat und Bratensoße eindeckt. "Man kennt uns von Stuttgart bis Augsburg und an den Bodensee", freuen sich Killinger und Kurt Kaiser, die den Gasthof an der zentralen Kreuzung im Ort seit fünf Jahren gemeinsam betreiben.

Das war nicht immer so, erinnert sich der gebürtige Hüttener Kaiser, der lange im Schwarzwald gelebt hat und bei einem der Besuche bei seiner Mutter Maria mitbekam, wie es mit der Wirtschaft bergab gegangen ist. Vor 17 Jahren dann der Beschluss: "Wir packen das!" Unterstützt von Eigentümer Willi Rampf aus Allmendingen ging es ans Werk: Gebäude sanieren, Fachwerk freilegen, Wintergarten anbauen. "Das war viel Arbeit, das meiste haben wir selbst erledigt", erzählt Kaiser, der aus dem "Bären" ein Schmuckstück gemacht hat und das Gasthaus mit sechs Doppel- und einem Einzelzimmer sowie einer Ferienwohnung bis 2009 mit seiner Mutter führte. Jetzt stehen Killinger und Kaiser für ein Haus, das außerhalb und innerhalb des Orts viel Lob erhält. Vom Albverein gab es die Auszeichnung, weil der "Bären" wanderfreundlich ist und auch ein später Gast immer noch etwas zu essen bekommt, und der Landesmusikrat überreichte die Plakette für die regelmäßigen Musikantentreffen; das nächste ist am 1. Juni. Am Tag zuvor, am 31. Mai, kommen italienischen Cabrios nach Hütten und halten dort zum Mittagessen.

Ihren Erfolg erklären die beiden mit einer Mischung aus gutbürgerlicher Küche und Herzlichkeit. Deshalb ist der "Bären" auch Treffpunkt vieler; ein ganz besonderer Stammtisch ist die "Bärenspätlese" - ein Kreis von Frauen bis aus Biberach, Ersingen und Justingen im Alter von Mitte 70 bis Mitte 80, die sich hier regelmäßig treffen.

Auch das Biosphärengebiet wirkt sich aus. "Wir sind als Wirtschaft zu klein, um Biosphärengastgeber sein zu können", sagt Marcus Killinger, "aber wir sind sonst voll dabei." Vom "Bären" als Anlaufpunkt profitieren in Hütten auch das Infozentrum, das Dorfhaus und die Schlossruine. Etwa 80 Prozent der Besucher kommen auf Empfehlung vom "Bären", bestätigt Max Raiber vom Förderverein für Kultur und Heimatpflege, der am kommenden Sonntag einen Aktionstag in Hütten veranstaltet. Mit den "Bärenwirten", wie sie in Hütten heißen, so wie Ende März beim Vortrag in der Schmiechtalhalle, als Kaiser und Killinger mit ihren Spezialitäten bewirtet haben. Diesmal bieten sie im Backhaus Bauernbrot, Zwiebelkuchen und hausgemachten Kuchen.

Bekannt ist der "Bären" außer für seine Maultaschen auch für seine Bärenschnitzel mit Speck, Zwiebel, Erbsen, Bratensoße und wilden Kartoffeln. Und für das Vesper: die Hausmacherplatte, vor allem aber für den Dreierlei-Wurstsalat: Leberkäs, Schwarzwurst und Backsteinkäse.

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