Heim für Asylbewerber ist voll belegt

Sie kommen aus Syrien, Algerien und Bosnien-Herzegowina: Das Übergangswohnheim für Asylbewerber an der Berkacher Straße in Ehingen ist derzeit voll belegt. Bis zu 65 Menschen werden künftig dort leben.

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Der Arbeitskreis Migration im Übergangswohnheim: Peter Bausenhart (rechts) und Pfarrer Harald Gehrig (links) mit den Eltern der kleinen Iman. Foto: Bammes  Foto: 

Die kleine Iman schaut interessiert in die fremden Gesichter. Das Mädchen mit den dunklen Augen ist fünf Monate alt und eine der jüngsten Bewohnerinnen des Übergangswohnheims für Asylbewerber an der Berkacher Straße. 60 Menschen haben dort eine Bleibe gefunden, die Hälfte davon sind Kinder.

Das Heim sei momentan voll belegt, sagt Erwin Bolach, der Leiter des Fachdiensts Aussiedler und Flüchtlinge im Landratsamt. Wie berichtet, werden im Ehinger Übergangswohnheim künftig bis zu 65 Asylbewerber leben. Um mehr Platz zu schaffen, müssen der Internationale Bund, der Freundeskreis für Migranten und der Kreisjugendring ihre Räume an der Berkacher Straße verlassen. Ein früherer Unterrichtsraum ist bereits frei. Dort hat eine Familie mit sieben Kindern aus Mazedonien, die vor einer Woche ankam, eine Unterkunft gefunden.

Die Eltern der kleinen Iman, Larbi Abdella und Souad Harir, sind bereits seit 19 Monaten in Ehingen. Die Eltern, das Kleinkind sowie der ältere Bruder teilen sich einen Raum. Viereinhalb Quadratmeter stehen jedem Asylbewerber - erwachsen oder im Kindesalter - als Schlaf- und Wohnfläche zur Verfügung, erläutert Fachdienstleiter Erwin Bolach. Für die Zukunft sei jedoch geplant, dass die Menschen mehr Platz zur Verfügung haben. Dieses Ansinnen habe Integrationsministerin Bilkay Öney formuliert.

Die einstöckigen Gebäude an der Berkacher Straße dienten ursprünglich als Heim für Spätaussiedler. Sie gehören dem Land Baden-Württemberg, der Alb-Donau-Kreis hat sie angemietet. Auf jeder Etage gibt es eine Gemeinschaftsküche, die sich die Bewohner teilen, sowie Sanitäranlagen für Männer und für Frauen.

Die Menschen, die in Ehingen eine Bleibe gefunden haben, stammen aus Syrien, dem Iran, Bosnien-Herzegowina und Algerien. Imans Eltern kommen aus der Stadt Mascara in Westalgerien. Auf einmal sei alles anders gewesen, erinnert sich Imans Vater. Unschuldige Menschen seien gestorben. "Ich musste so schnell wie möglich weg." Seine Frau, die Lehrerin ist, sagt, dass sie hier, in Ehingen, Sicherheit empfinden. Das beengte Leben ist nicht immer einfach. Asylbewerber dürfen zudem nicht arbeiten und keinen Sprachkurs besuchen. Imans Mutter spricht dennoch gut Deutsch.

Möglich machen das die ehrenamtlichen Helfer des Freundeskreises für Migranten und des Bundes für Vertriebene. Hausaufgabenbetreuung, Nachhilfe - auch die Eltern sollen davon profitieren. Die Kinder der Asylbewerber besuchen die Schule, die kleineren den Kindergarten. Das Ziel sei, "Wertigkeiten zu vermitteln, dass die Familien gestärkt in ihr Land zurückkommen", sagt Peter Bausenhart, CDU-Stadtrat und im Oktober zum neuen Vorsitzenden des Arbeitskreises Migration im Alb-Donau-Kreis gewählt.

Der Arbeitskreis hatte den gestrigen Nikolaustag zum Anlass genommen, das Übergangswohnheim zu besuchen. Mit dem damit verbundenen Verteilen von Schoko-Nikoläusen wurde jedoch ein wenig der Feier vorgegriffen, die der Freundeskreis Migranten für den Nachmittag organisiert hatte (siehe Seite 17).

Im Arbeitskreis Migration des Alb-Donau-Kreises sind unter anderem der Kinderschutzbund, der Internationale Bund, der Freundeskreis für Migranten, der Bund der Vertriebenen, der türkisch-islamische Kulturverein, die Lokale Agenda und die Caritas vertreten.

Wie viele Asylbewerber wo untergebracht werden, ist abhängig von einem Verteilerschlüssel; der Alb-Donau-Kreis muss 2,8 Prozent der Landesquote aufnehmen, sagt Erwin Bolach. Derzeit sei der Zustrom hoch. Der Platz in den Übergangswohnheimen ist, trotz Erweiterungen, rar. "Eine Entspannung erfolgt, wenn weniger Zustrom kommt."

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