Hälfte der Grundschüler an Ganztagsschule

Zum Herbst soll jeder Grundschüler im Land eine Ganztagsschule wohnortnah besuchen können. Die Stadt Ehingen steht schon jetzt gut da.

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Ganztags-Grundschulen sind nichts Neues: Teils gibt es sie seit Jahrzehnten, doch bislang ohne Rechtsgrundlage und als Versuchsmodell. Jetzt haben sich der Gemeindetag Baden-Württemberg und die grün-rote Landesregierung darauf geeinigt, diese Schulform zum kommenden Herbst landesweit einzuführen, sofern die Kommunen einen Bedarf sehen. Ziel ist es, dass künftig jedes Grundschulkind die Möglichkeit haben soll, in seiner Nähe eine Ganztagsschule besuchen zu können.

Für die Stadt Ehingen hat dies zunächst wenig Auswirkungen, denn sie hat die politische Vorgabe bereits umgesetzt: "Wir sind gut aufgestellt, etwa die Hälfte unserer Grundschüler besucht derzeit eine Ganztagsschule", berichtet Bürgermeister Sebastian Wolf. Damit liege die Stadt deutlich über dem Durchschnitt. Momentan sind in Baden-Württemberg acht Prozent aller Grundschulen Ganztagsschulen (373 Standorte).

Die Stadt Ehingen bietet sowohl die Längenfeld- als auch die Michel-Buck-Schule als Ganztagsschule an. Und diese beiden Angebote decken laut Wolf auch den Bedarf. Nun auch noch die Grundschule im Alten Konvikt umzuwandeln, sei nicht notwendig. "Es gibt ja Alternativen." Und dort kämen alle Schüler unter, deren Eltern Ganztagsbetreuung wünschten.

Egal ob Kitas oder Schulen: Ehingen wolle weiterhin bedarfsgerecht handeln, betont der Bürgermeister. Für die Schulen in den Teilorten ist die Situation recht eindeutig: Wolf zufolge herrscht dort kaum Nachfrage, das belege schon der geringe Wunsch nach einer "Verlässlichen Grundschule". Dass sich die Bedürfnisse der Eltern und Schüler in den Teilorten so deutlich von denen im Stadtgebiet unterscheiden, liegt seiner Ansicht nach an den verschiedenen familiären Strukturen. "Da gibt es einen sehr deutlichen Unterschied." Für Wolf ist klar: "Wir können nicht überall alles anbieten, für ein bis zwei Kinder macht das wenig Sinn."

Und was ist mit den beiden bestehenden Ganztagsschulen? Für sie will der Bürgermeister an der Wahlfreiheit festhalten, so dass die Eltern auch weiterhin selbst entscheiden können, ob ihr Kind das Ganztagesangebot nutzt oder nicht. Das gelte sogar für den Fall, dass die Längenfeldschule in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werde. Diese sehe zwar eine gebundene - also vorgeschriebene - Ganztagsschule vor, aber erst ab Klassenstufe 5. Für die Erst- bis Viertklässler bliebe es bei der offenen Ganztagsschule.

Generell gilt: Der Gesetzgeber garantiert einen Bestandsschutz für alle bestehenden Ganztags-Grundschulen, jedoch mit der Möglichkeit einer Modifizierung. Was das konkret für die Michel-Buck- sowie die Längenfeldschule bedeutet, kann Wolf momentan selbst nicht genau beantworten. Die Politik müsse zuerst einmal einen genaueren Rahmen vorgeben. "Und dann müssen wir einfach sehen, was am besten zu uns passt."

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