Gestohlene Passwörter: Ehinger Computerfachleute geben Tipps

Ein riesiger Passwort-Diebstahl beschäftigt derzeit die Computerfachleute. Auch in Ehingen. Wobei die wichtigste Arbeit derzeit eine andere ist: Das offizielle Ende von Windows XP treibt viele Nutzer um.

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Augen auf bei der Passwortsuche: Die Wörter sollten nicht zu leicht zu erraten sein und öfters gewechselt werden, raten Ehinger Fachleute. Foto: Archiv/dpa

Millionen von E-Mail-Adressen inklusive Passwörtern haben Bösewichte ergaunert, zahlreiche deutsche Nutzer sind ebenfalls davon betroffen. Auch bei den Fachleuten in Ehingen melden sich Bürger, die der Sache nicht mehr trauen. "Es kommen schon Anfragen", sagt Bernhard Zeiler. Er führt zusammen mit Dieter Schaude die Firma CST-Computer in der Pfisterstraße. Zeiler rät den Nutzern, auf der Seite des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zu überprüfen, ob das eigene E-Mail-Konto ausgespäht wurde. Es helfe dann, das Passwort zu ändern. Sicherheit sei aber generell ein großes Thema in seiner Branche, sagt Zeiler. Schon vor dem Passwort-Diebstahl sorgte die Umstellung etlicher E-Mail-Anbieter auf die sicherere SSL-Verschlüsselung für Arbeit: Mancher Computernutzer war damit überfordert, sein Mail-Konto umzustellen. "Oft rücken die Leute dann mit ihrem Notebook an und wir müssen helfen", sagt Zeiler. Roland Rau, Inhaber der Firma PCdox in der Ehinger Hauptstraße, gibt Tipps, wie ein gutes Passwort aussehen soll: "Am besten eine nicht logische Zeichenfolge mit Sonderzeichen", sagt Rau. Also ein nicht sprechbares Wort, das Zahlen oder Satzzeichen enthält. "Je mehr unterschiedliche Zeichen, desto besser", sagt Rau. Dann falle es den Hackern schwerer, von einem Computerprogramm die Passwörter erraten zu lassen. Jede Woche habe er drei bis vier Kunden, die sich einen Computervirus oder andere Probleme im Internet eingefangen hätten, berichtet Rau. "Der größte Schutz vor Viren ist aber immer noch der Verstand desjenigen, der vor dem Computer sitzt", sagt Rau. Denn viele klickten einfach auf alles, was auf dem Bildschirm erscheine. "Sogar wenn da steht: ,Das ist ein Virus, soll er installiert werden? klicken viele noch auf ,Ja", wundert sich Rau.

Auch Frank Kempf vom gleichnamigen Computerservice in Ehingen weiß vom kuriosen Verhalten mancher Nutzer. "Ich habe schon Arbeitsplätze gesehen, da hing das Passwort auf einem Klebezettel am Monitor", berichtet Kempf. Auch beliebt: Ein Zettel mit dem Code unter der Tastatur. "Wenn man es so macht, kann man sich ein Passwort eigentlich sparen", sagt Kempf. Viele wüssten gar nicht, wie wichtig so ein Passwort ist. "Wer das Passwort hat, kann ja im Namen eines Anderen handeln. Und etwa eine böse E-Mail an den Chef schreiben oder anderen Unsinn machen." Kempf empfiehlt, öfters den Code zu wechseln - in manchen Firmen sei es vorgeschrieben, jeden Monat ein neues Passwort zu verwenden.

Die Sicherheitsfragen seien ja das "tägliche Brot" eines Experten, sagt Markus Peterka vom Computerdiscount in der Ehinger Bahnhofstraße. Was derzeit aber einen Hauptteil des Geschäfts ausmache, sei der Wechsel vom alten Betriebssystem Windows XP. Das berichten auch die anderen Ehinger Computerfachleute. Denn seit Dienstag leistet Hersteller Microsoft keinerlei Unterstützung mehr für das uralte System, das immer noch auf vielen Rechnern läuft. Mit der Zeit dürften die Schwachstellen des Systems immer stärker ausgenutzt werden. "Viele wollen jetzt wechseln", berichtet Peterka. Dabei würden viele Windows 7 bevorzugen, Windows 8 gelte als schwierig. Peterka empfiehlt ebenfalls einen Wechsel - spätestens bis zum Ende des Jahres.

Info
Ein Test zur Passwort-Sicherheit: www.sicherheitstest.bsi.de

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