Geschichte der Firma Reitter

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Einst Die Wehranlage in Rechtenstein besteht seit dem Mittelalter und wurde zum Betrieb einer Getreidemühle und einer Ölmühle genutzt. Die Getreidemühle gehörte früher den Herren vom Stain und war für die umliegenden Gemeinden als Bannmühle belegt, womit diese nur in Rechtenstein ihr Getreide mahlen durften.

Wasserkraft Um 1900 wurde die Mühle umgebaut zum modernen Wasserkraftwerk und Holzstofffabrik durch Kommerzienrat Krämer von der Papierfabrik Scheer bei Sigmaringen. Von nun an wurde hier mit der Kraft der Donau nicht mehr Getreide, sondern Holz gemahlen, welches als Faserstoff für die Papierindustrie benötigt wurde. Dieses Rohmaterial wurde mit der Bahn nach Scheer zur dortigen Papierfabrik transportiert. Zeitweise wurden über hundert Arbeiter im Dreischichtbetrieb beschäftigt.

1964 wurde die Anlage Rechtenstein an den Unternehmer Anton Reitter aus Lauterach verkauft.

Reitter, der bisher den Betrieb als freier Holzhändler mit Schleifholz versorgte, übernahm die Holzstofffabrik mit Turbinen sowie das weitere Elektrizitätswerk Alfredstal samt Personal und führte den Betrieb mit 35 Mann als Handelsschleiferei weiter.

1977 trat Elmar Reitter nach dem Studium des Maschinenbaus in Stuttgart und einem Papieringenieurstudium in Darmstadt in den elterlichen Betrieb ein. Er war zunächst technischer Leiter und übernahm den Betrieb 1987 insgesamt.

Laufende Investitionen sollten die Wirtschaftlichkeit sichern. So konnte 1964 mit 35 Mitarbeitern eine Produktion von acht Tagestonnen und bereits 1993 mit 17 Mitarbeitern eine Produktion mit 24 Tagestonnen gefahren werden; die Produktivität wurde versechsfacht. Trotzdem war der Betrieb nicht dauerhaft wirtschaftlich, er lebte in einer gefährlichen Nische. Es gab Absatz- und Preiskrisen.

Dies führte 1993 wegen Währungsschwankungen und allgemeiner wirtschaftlicher Schwäche zur Stilllegung des Produktionsbetriebs. Bereits ein Jahr zuvor musste auch der frühere Mutterbetrieb, die Papierfabrik Scheer, von der Steinbeis-Gruppe stillgelegt werden. 1995 wurden alle Holzstoff-Maschinen abgebaut und nach Bangladesch verkauft.

Der umweltfreundliche Strom der Wasserkraftwerke Rechtenstein und Alfredstal (bei Obermarchtal) wird jetzt ins öffentliche Netz eingespeist, und die Gebäude werden als mechanische Werkstätte weiter genutzt.

Insgesamt beträgt die firmeneigene Leistung 5000 KW bei einer Jahresarbeit von 24 Millionen kWh, womit etwa 8000 Haushalte, also eine Kleinstadt, mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden könnte.

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