Geschenk für Christen in Nablus

Aus Verbundenheit mit den Gläubigen in Palästina verschenkt Franz-Xaver Schmid aus Munderkingen eine Skulptur Johannes‘ des Täufers.

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Bischof Gebhard Fürst mit Pfarrer Yousef Saadeh am Dienstag bei der Übergabe des Bildes in Nablus.  Foto: 

Eine gotische Skulptur mit dem Kopf des heiligen Johannes des Täufers wird ihren Platz wechseln: aus dem Munderkinger Studierzimmer von Pfarrer Franz Schmid in die Kirche der melkitisch-katholischen Christen in Nablus im Westjordanland.

Warum in der Kirche in Nablus eine Gedenktafel für den Rottenburger im Nationalsozialismus verfolgten Bischof Joannes Baptista Sproll angebracht ist, das wusste nicht einmal der dortige Pfarrer Yousef Saadeh, ein palästinensischer Flüchtling aus Israel. Vor einiger Zeit hat nun Franz Xaver Schmid mit Unterstützung des Rottenburger Diözesanarchivs die Hintergründe wieder ans Licht und an die Öffentlichkeit gebracht. Der damalige Bischof Carl Joseph Leiprecht, so ist in den Archivakten zu lesen, hat auf Bitte des Oberhaupts der mit Rom unierten melkitischen Kirche den Bau der Kirche in Nablus finanziell unterstützt. In einem Hirtenwort zu Weihnachten 1960 bat er um Spenden für die Kirche der palästinensischen Christen, denn man dürfe nicht nur an die eigene Pfarrgemeinde und die eigene Diözese denken. „Wir sind katholisch, das heißt weltweit in unserem Denken und in unserer brüderlichen Hilfe“, hatte Leiprecht damals geschrieben. Er bat seinen Amtsbruder darum, dieser Kirche den Namen Johannes des Täufers zu geben, zum Andenken an seinen mutigen Vorgänger Joannes Baptista Sproll. So geschah es, die dortige Gedenktafel zu Ehren Sprolls erinnert daran.

Als Bischof Gebhard Fürst davon erfuhr, beschloss er, bei einem seit Längerem geplanten Besuch im Heiligen Land die Kirche in Nablus zu besuchen. Und als Franz Xaver Schmid, bekanntlich ein leidenschaftlicher Verehrer Bischof Sprolls und exzellenter Kenner seiner Geschichte, seinerseits von diesem Vorhaben erfuhr, freute er sich darüber so sehr, dass er spontan beschloss, den Johannes-der-Täufer-Kopf aus seinem Privatbesitz der Gemeinde in Nablus zu schenken. Am Dienstag hat Bischof Gebhard Fürst ein gerahmtes Bild des Johanneskopfs Yousef Saadeh übergeben – vorerst, die Ankunft der Skulptur selbst in Nablus wird sich aus zollrechtlichen Gründen noch etwas verzögern. Ein „Zeichen der Verbundenheit mit den von vielen Seiten bedrängten palästinensischen Christen im Westjordanland“ sei dieses Geschenk, betonte Bischof Fürst.

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