Gemeinderatswahl in Ehingen: CDU wünscht sich Einzelhandel und ein Café am Markt

Sichere Arbeitsplätze, ein passendes Betreuungsangebot und das Eingehen auf Ideen der Senioren nennt CDU-Fraktionschef Peter Groß als vordringliche Aufgaben seiner Partei für die nächsten Jahre.

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Ehingen entwickelt sich gut. Bitte nennen Sie in drei kurzen Sätzen, was aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren die drei dringlichsten Aufgaben sind.

PETER GROSS: Sichere Arbeitsplätze: Durch kommunale Rahmenbedingungen ermuntern wir weiterhin Unternehmen, sich in unserer Stadt anzusiedeln oder zu vergrößern und damit Arbeitsplätze zu schaffen. Für junge Familien ist es besonders wichtig, ein an ihren Bedürfnissen orientiertes Betreuungsangebot vorzufinden. Senioren: Es wurden viele Anregungen der älteren Mitbürger bei der Zukunftswerkstatt gesammelt, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden.

Bitte vervollständigen Sie: Damit Ehingen eine familienfreundliche Stadt bleibt, ist es notwendig, dass der neue Gemeinderat . . .

GROSS: . . . sich intensiv um die Bedürfnisse der Menschen nach Arbeit und Wohlstand, Bildung und Betreuung, Freizeit und Erholung sowie intakter Umwelt kümmert. Und dass sich der neue Gemeinderat aus allen Facetten der Bürgerschaft zusammensetzt und so alle Blickwinkel einer Familie in die Gemeindepolitik einfließen.

In Ehingen wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Wie soll der neue Gemeinderat darauf reagieren?

GROSS: Hier gibt es zwei relevante Varianten. Entweder die Stadt Ehingen gründet eine eigene kommunale Wohnungsbaugesellschaft oder wir entwickeln die Rahmenbedingungen für Bauwillige vernünftig weiter. Die Gründung einer städtischen Gesellschaft ist für uns aktuell kein Thema. Wir haben in Ehingen das Glück, einen starken Mittelstand zu haben, der in bezahlbaren und generationengerechten Wohnraum investiert. Unser Fokus liegt darauf, die Rahmenbedingungen effektiv zu steuern. So wünschen wir auch Innenentwicklung vor Außenentwicklung, lassen aber jedem Bauwilligen auch die Freiheit, dies größtmöglich selbst zu entscheiden. So stehen wir konsequent auch zu neuen Baugebieten, die diesen Anspruch ergänzen, gerade in unseren Teilorten.

Zu den Ehinger Sorgenkindern gehört die Untere Stadt. Wo sehen Sie Ansatzpunkte zur Belebung?

GROSS: Ich denke, wichtig ist, dass wir zunächst gut über unsere Stadt reden. Dies betrifft in besonderem Maße auch die Untere Stadt. Die ist Schwerpunkt der Stadtsanierung, aber kein Sorgenkind! Die Bausubstanz ist in einigen Bereichen nicht mehr so, dass Menschen dort wohnen wollen, deshalb werden wir unser Bestreben fortsetzen und durch Aufkaufen kleiner zusammenhängender Flächen die Grundlage für zeitgemäßes Wohnen schaffen. Die Ausweisung von Stadtsanierungsgebieten und die damit verbundene finanzielle Förderung unterstützen dieses Ansinnen. Ein Fußweg entlang der Schmiech wertet den Bereich zusätzlich auf.

Für die Längenfeldschule hat der Gemeinderat die Weichen gestellt. Was könnte zur Stärkung der Michel-Buck-Schule getan werden? Was wird aus der Werkrealschule Kirchbierlingen?

GROSS: Die CDU-Fraktion steht dafür, dass Eltern bei der Schulwahl eine echte Wahlfreiheit haben. Aus diesem Grund unterstützen wir weiterhin uneingeschränkt die Michel-Buck-Schule als städtische Werkrealschule. So werden wir, trotz rückläufiger Schülerzahlen, weder unsere Investitionen noch die personelle Ausstattung zurückfahren. Zudem ist die Michel-Buck-Schule im Grundschulbereich einer der Eckpfeiler unseres Bildungs- und Betreuungsangebots. Die CDU ist in Ehingen seit vielen Jahren Garant für kleine ländliche Schulen. Es gilt der Grundsatz, dass wir aus finanziellen Gründen keine Standorte schließen werden. Jedoch muss man realistisch betrachtet sagen, dass eine Schule mit nur einer einzigen Anmeldung mittelfristig kaum überleben kann. Hier sind aber nun zunächst das Staatliche Schulamt und das Land am Zug, die die schwierige Situation durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung zu großen Teilen zu verantworten haben. Egal wie es mit der Schule weitergeht, wichtig ist uns, dass die jetzigen Schülerinnen und Schüler auf jeden Fall an ihrer Werkrealschule in Kirchbierlingen ihren Abschluss machen können.

Was würden Sie gern ändern, wenn Sie das Geld dazu hätten? Oder: Wenn Geld keine Rolle spielt, was würden Sie gern umsetzen?

GROSS: Durch frühzeitige Bürgerbeteiligung auch im Rahmen der Lokalen Agenda und des Projekts Nachhaltige Stadt nutzen wir Impulse und Ideen unserer Mitbürger für eine optimale Entwicklung unserer Kommune. Sofern zusätzliche Mittel vorhanden wären, sollten diese in nachhaltige, zukunftsfähige Projekte investiert werden.

Wie geht es für Sie weiter mit Ortschaften und Ortschaftsverfassung?

GROSS: Die Ortschaftsverfassung mit ortskundigen Ortschaftsräten steht für die CDU nicht zur Diskussion. Die Ortschaften sollten sich positiv weiterentwickeln. Dazu gehören verfügbare Bauplätze, Stärkung der Dorfkerne und Förderung der Vereine.

Was kann der Gemeinderat tun, um Ehingen als Standort für Unternehmen zu stärken?

GROSS: Den Wirtschaftsstandort Ehingen nachhaltig zu stärken, ist schon immer eine Prämisse unseres Handelns. Ein unterdurchschnittlicher Gewerbesteuerhebesatz, attraktive Gewerbegebiete, Kompetenz und unbürokratisches Handeln in der Verwaltung und schnelle Entscheidungen im Gemeinderat zeichnen uns aus. Die CDU wird weiterhin als verlässlicher Partner zur Verfügung stehen.

Wenn Sie an die Jugend denken: Gibt es Angebote, die Sie vermissen? Gibt es Initiativen, für die Ihre Liste steht?

GROSS: Jungen Menschen muss alles nur Denkbare an Qualifikation, Arbeitsplätzen und sinnvollen Lebensmodellen geboten werden, damit sie in der Region, in unserer Stadt bleiben und Ehingen weiterhin eine Zukunft hat. Auch das Freizeitangebot für Jugendliche steht für uns im Fokus. Allerdings wollen wir nicht, dass die Stadt als Betreiber einer Disco auftritt. Dies können unsere Vereine, aber auch Privatleute besser. Wir wollen die Aktivität der Vereine vor Ort für Feste tatkräftig unterstützen. Für Privatpersonen, die in Ehingen etwas umtreiben, haben wir ein offenes Ohr. Initiativen werden wir aufgreifen und die Jugendlichen dabei einbinden.

Setzt sich Ihre Liste besondere Ziele für eine lokale Umweltpolitik?

GROSS: Umweltpolitik zielt für uns nicht lediglich auf gerade akute Maßnahmen ab. Wir wollen hier eine Haltung fördern, die unsere Umwelt in Summe wahrnimmt. Unser Grundsatz steht: Wir werden uns immer für eine energetisch/ökologische Zukunft einsetzen. Mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb, dem Besinnungsweg und Waldpädagogik können wir hier vieles erreichen. Aber auch konkrete Investitionen in die Vorsorge sind wichtig. Durch eine Fortführung der energetischen Sanierung städtischer Gebäude leisten wir einen wichtigen Betrag zum Klimaschutz. Diesem Ziel dient weiterhin auch die Installation von Photovoltaikanlagen auf kommunalen Gebäuden.

Ehingen ist mit dem Projekt Nachhaltige Stadt engagiert für Klimaschutz und Energiewende. Was wären für Sie die nächsten Schritte?

GROSS: Das ergibt sich aus dem Leitbild, das wir im Gemeinderat vor kurzem beschlossen haben: Vorlage eines örtlichen Klimaschutzkonzeptes, sinnvoller Ausbau der regenerativen Energien und dezentrale Wärmeversorgung dort, wo die Anschlussnehmer das wollen.

Mit dem Spätbus hat Ehingen einen Versuch gestartet, die Ortschaften besser an die Kernstadt anzubinden. Wie bewerten Sie das Angebot?

GROSS: Das Angebot muss kontinuierlich an der Nachfrage ausgerichtet werden. Leider sind die Fahrgastzahlen nicht zufriedenstellend, so dass wir die Zielgröße aktuell nicht erreichen können. Das Marketing für den Spätbus ist sehr gut, aber bei der geringen Resonanz können wir das Angebot aus finanzieller Sicht nicht auf Dauer verantworten.

Was muss Ehingen tun, damit die Innenstadt lebendig bleibt?

GROSS: Sauberkeit und Sicherheit, attraktive Einkaufsmöglichkeiten, innenstadtnahe Parkplätze. Bewusstsein für regionales Einkaufen ausdehnen. Mit einer schnellen Bauleitplanung muss die Stadt Partner möglicher Investoren sein.

Wenn der Marktplatz (Volksbank) und die Sonnengasse neu gestaltet werden, was würden Sie sich an dieser Stelle wünschen?

GROSS: Einen weiteren Anziehungspunkt und die Belebung des Marktplatzes durch Einzelhandel und ein Café am Markt. In den oberen Geschossen können wir uns attraktive Innenstadtwohnungen vorstellen. Außerdem sollen wir als Stadt die Chance nutzen und weitere Tiefgaragen-Stellplätze bauen.

Bitte vervollständigen Sie diese Sätze: Schnelles Internet ist . . .

GROSS: . . . wichtig gerade auch im ländlichen Raum und Voraussetzung für Unternehmen und private Haushalte. Deshalb unterstützen wir den Breitbandausbau.

Beim Thema Freizeit in Ehingen vermissen wir . . .

GROSS: . . . ein Naturschwimmbad an der Donau.

Das Kulturangebot in Ehingen ist . . . GROSS: . . . für unser Städtchen überdurchschnittlich und soll weiterhin ein Markenzeichen sein.

Eine große Sporthalle beim Johann-Vanotti-Gymnasium . . .

GROSS: . . . war von unserer Fraktion bereits mit dem ursprünglichen Baubeschluss geplant und wird ab 2015 gebaut.

Als Fußgänger in der Innenstadt wünschen wir uns . . .

GROSS: . . . nicht nur ebene Pflastersteine, sondern auch einen weiterhin attraktiven Handel mit den unterschiedlichsten Angeboten, damit diese liebenswerte Stadt immer wieder gelebt werden kann.

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