Gemeinderat Allmendingen besorgt über Pläne von Schwenk Zement

Der Gemeinderat Allmendingen zeigt sich besorgt über die Pläne der Firma Schwenk. Der Zementhersteller kann sich vorstellen, bis zu zwei Millionen Kubikmeter Aushub im Steinbruch Kühberg zu verfüllen.

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Tor zum Schwenk-Werksgelände in Allmendingen. Auf dem Areal ist Platz für große Mengen an Aushub.  Foto: 

"Wir haben uns sehr intensiv mit dieser Angelegenheit beschäftigt", sagte Bürgermeister Robert Rewitz am Donnerstagabend im Allmendinger Gemeinderat. Das Gremium hatte eine Stellungnahme zu den Plänen von Schwenk Zement abzugeben.

An der zu bauenden Bahn-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm werde "sehr, sehr viel Aushubmaterial anfallen", sagte Schwenk-Werkleiter Jürgen Thormann. "Früher oder später wird man an uns herantreten. Dann möchten wird natürlich zustimmen können." Es sei "klar, dass Firmen Aufträge vergeben". Man könne sich dann andererseits nicht verweigern. Wann Material angeliefert werden könnte, sei noch völlig offen. Zudem könne das Genehmigungsverfahren auch dauern. "Wir haben noch keine Anfrage."

Dominic Scheu, Umweltbeauftragter bei Schwenk, stellte das Vorhaben vor. Wie berichtet, geht Schwenk davon aus, dass bis zu zwei Millionen Kubikmeter Aushub im Steinbruch Kühberg verfüllt werden können. Für das Gelände gibt es bereits eine Genehmigung auf Rekultivierung; diese soll nun aber entsprechend geändert, das Einbauen des Aushubs berücksichtigt werden. 100 bis 120 Laster würden pro Werktag Material anliefern, das bedeute eine Zunahme des Verkehrs um 1,4 Prozent. Laut einer Verkehrszählung von 2010 fahren täglich zwischen Allmendingen und Schelklingen 8674 Fahrzeuge, 897 davon sind dem Schwerlastverkehr zuzuordnen. Wie Scheu sagte, würde ein 500 000-Kubikmeter-Zwischenlager auf dem Werksgelände gebaut.

Scheu erläuterte, dass zwei Zufahrtsvarianten untersucht worden seien. Zum einen könnten die Laster von der B 492 auf den Siegentalweg abbiegen und das Steinbruch-Gelände auf der Gemeindestraße umrunden, bis das nördliche Tor erreicht ist. Zum anderen ginge es über den Siegentalweg bis zum Umspannwerk und dann durch den Steinbruch bis zum Abladeort. Letztere Variante bevorzugt Schwenk. Hier sei die Lärmbelastung geringer. Eine Reifenwaschanlage solle verhindern, dass Laster Schmutz vom Werksgelände auf die Straßen bringen. In Trockenperioden sollen Aushub und Straßen im Steinbruch bewässert werden. Es bestünden keine negativen Auswirkungen auf Umweltschutzgüter, hieß es abschließend in der Präsentation.

Gemeinderat Dieter Hammer sprach das Verkehrsgutachten an. Die Zahlen stammten aus dem Jahr 2010, "der Verkehr kommt mir gefühlt mehr vor". Hanns Roggenkamp wollte wissen, ob der Zeitraum von fünf Jahren, den Schwenk beantragt hat, ausgeweitet werden könne. "Der schlimmste Fall sind fünf Jahre", sagte Rewitz. Veronika Balzer bezeichnete die Lkw-Waschanlage als äußerst wichtig.

Nachdem Rewitz den Entwurf der Stellungnahme an das Regierungspräsidium verlesen hatte (siehe Info-Kasten), schaltete sich alsbald Michael Hoppenberg, Justiziar von Schwenk, ein. Er meinte, dass es besser sei, die Formulierung im Bezug auf den Verkehr "überproportional erhöhen" in "erheblich erhöhen" zu ändern. "Wir wollten kundtun, dass das Gefühl der Belastung mit Lkw in der Region recht stark ist", sagte Rewitz. Bürgermeister-Vize Manfred Huber ließ wissen, dass er mit der Formulierung "erheblich" leben könne, Werksleiter Thormann schaltete sich ein, "das fände ich auch besser". "Es ist Ihre Stellungnahme, nicht meine", sagte Rewitz zu den Räten, doch viel mehr zu sagen gab es dazu nicht, und so kam es zu "erheblich". Eine weitere Nennung von "überproportional" blieb unbeanstandet.

In der Stellungnahme ist außerdem zu lesen, dass die Gemeinde es begrüße, wenn der Aushub mit der Bahn geliefert werden könnte - eine rein "politische Aussage", wie Rewitz sagte, weil wir "am Lkw-Verkehr kollidieren". Praktisch ist eine Anlieferung per Bahn kaum möglich; zumal die Gleise nicht einmal bis in den Steinbruch hineinführen.

Stellungnahme im Wortlaut
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