Heike Bischoff-Ferrari gibt Tipps für Vitalität im Alter

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Für die Gesundheit im Alter lässt sich etwas tun, erläuterte die Altersforscherin Prof. Dr. Heike Bischoff-Ferrari bei den Gesundheitstagen. Foto: Christina Kirsch  Foto: 

Derzeit kommt rein rechnerisch auf vier Berufstätige ein Rentner. „Im Jahr 2030 werden es zwei Berufstätige und ein Pensionär sein“, sagte Prof. Dr. Heike Bischoff-Ferrari in ihrem Vortrag bei den Allmendinger Gesundheitstagen, die vor 200 Interessierten sprach. Das Alter werde für die Gesellschaft ein zentrales Thema, meinte die Klinikdirektorin des Züricher Universitätsspitals für Geriatrie.

Der Alterungsprozess sei zwar Teil unserer Biologie, erläuterte Heike Bischoff-Ferrari den Zuhörern, man könne jedoch einiges dafür tun, um gesünder älter zu werden und das Aufkommen von chronischen Erkrankungen zumindest hinauszuzögern. In verschiedenen Studien fand man ihren Angaben zufolge heraus, dass eine Kombination aus leichtem Training, der Gabe von Vitamin D und der Einnahme von Omega-3-Fettsäuren eine gute Prophylaxe für Menschen, die 60 Jahre und älter sind.

In der internationalen „DO-Health-Studie“, an der derzeit europaweit 2157 Senioren in einem Alter von 70 Jahren und älter teilnehmen, wurde untersucht, inwieweit diese drei Komponenten auf das Älterwerden einwirken. Im nächsten Jahr werde die Studie abgeschlossen, meinte die Referentin. „Dann können Sie über ein Internetportal einsehen, welche Risikoreduktion Sie erwarten dürfen, wenn Sie Vitamin D einnehmen, trainieren oder Omega-3-Fettsäuren zuführen“, erläuterte die Referentin.

Am Beispiel des Muskels machte die in Ehingen geborene Altersforscherin deutlich, dass gezielter Muskelaufbau hilft, die im Alter gefürchteten Stürze zu vermindern. Zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr hat der Mensch eine Top-Muskulatur. „Danach verlieren Sie jedes Jahr zwischen 0,5 und 1 Prozent der Muskelmasse“, führte Heike Bischoff-Ferrari aus. Wenn man nicht entgegenwirke, habe der alte Mensch 40 Prozent weniger Muskelmasse, die nicht nur für die Mobilität zuständig ist, sondern auch als Eiweißreservoir dient.

Dem Muskelschwund im Alter, wissenschaftlich Sarkopenie genannt, kann man mit Krafttraining und einer gezielten Eiweißzufuhr begegnen. Der Muskel habe den Vorteil, dass er auch noch im Alter von 90 Jahren trainierbar ist, meinte die Referentin.

„Wer sich nicht bewegt, hat verspielt“, stellte sie fest und merkte an, dass sie ihrer auf dem Sofa sitzenden Mutter stets zwei Flaschen Wasser in die Hand drückt, „damit sie ihren Bizeps trainiert“. Ein guter Armmuskel wird beispielsweise genau dann gebraucht, wenn sich ein Stürzender abstützen möchte.

Im Allgemeinen nimmt die Proteinzufuhr im Alter ab, „aber der Muskel braucht Proteine“, sagte die Medizinerin. Am effektivsten sei eine Nahrungsergänzung mit Molkeproteinen, die reich an Leucin sind. Unmittelbar vor oder nach dem Training wirke das Molkeprotein am besten direkt am Muskel. Erhältlich ist Molkeprotein als Pulver, das man einem Müsli zusetzen oder auch einfach trinken kann.

Heike Bischoff-Ferrari plädierte als Vorsorgemaßnahme für ein gutes Altern für 800 I. E. Vitamin D am Tag ab dem 60. Lebensjahr, kalziumreiche Ernährung, Bewegung und etwa 20 Gramm Molkepulver täglich.

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