Gebäudereiniger kämpfen gegen die Uhr

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Die Reinigungskräfte in Ulm und im Alb-Donau-Kreis kämpfen nicht nur gegen Staub, Dreck und volle Papierkörbe. Sie kämpfen immer häufiger vor allem gegen die Uhr. Wie die Gewerkschaft IG Bau Südwürttemberg mitteilt, werde von Reinigungskräften verlangt, immer mehr Fläche zu machen - ohne dafür mehr Zeit zu bekommen.

Eine Umfrage unter Beschäftigten habe gezeigt: 57 Prozent der Reinigungskräfte haben in den vergangenen zwei Jahren ein größeres Reinigungsrevier zugewiesen bekommen - bei gleichbleibender Stundenzahl. "Wenn eine Gebäudereinigerin exakt 2 Minuten und 19 Sekunden Zeit hat, um ein 18-Quadratmeter-Büro sauber zu machen, dann ist das eine Unverschämtheit und Putz-Stress pur", sagt IG Bau-Regionalleiter Andreas Harnack. Ein Großteil schaffe es nicht mehr, die zugeteilten Reinigungsflächen in der vorgegebenen Zeit zu erledigen.

In Ulm und im Alb-Donau-Kreis arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft 5350 Beschäftigte in der Gebäudereinigung. Davon seien jedoch 64 Prozent lediglich Mini-Jobber. Die IG Bau Südwürttemberg schätzt, dass nur jeder dritte Arbeitsplatz in der heimischen Gebäudereinigung ein Vollzeit-Job ist. "Immer häufiger werden reguläre Arbeitsplätze abgeschafft und durch Teilzeitkräfte oder Mini-Jobber ersetzt", sagt Harnack, "das Prinzip, das dahinter steckt, ist klar: Je mehr Menschen man beschäftigt, desto mehr Überstunden kann man denen auch aufbrummen." Die Branchen-Umfrage habe ergeben, dass 28 Prozent der Beschäftigten täglich Überstunden machen müssten. "Besonders dreist" findet Harnack, dass Überstunden in jedem dritten Fall nicht einmal bezahlt würden. Das habe die Umfrage klar gezeigt.

Die IG Bau will die Arbeitgeber in der nächsten Runde der Tarifverhandlungen am Donnerstag mit den Missständen konfrontieren. Außerdem fordert sie eine Lohnerhöhung: Die niedrigste Lohngruppe soll um 80 Cent auf dann 10,35 Euro pro Stunde angehoben werden.

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