Gänsehaut beim Publikum

Es war atemberaubend, mit welchem Elan, technischer Präzision und Sensibilität die Kreisverbandsjugendblasorchester Ulm/Alb-Donau und Ravensburg beim Herbstkonzert in der Lindenhalle musizierten.

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Rauschenden Beifall gab es für das das Jugendblasorchester des Blasmusikkreisverbandes Ulm/Alb-Donau unter Leitung von Franco Hänle für das fünfsätzige Werk "Lords of the Rings".  Foto: 
Die Ränge im großen Saal der Ehinger Lindenhalle waren am Sonntagabend voll besetzt. In Anbetracht der starken Besucherresonanz beim Herbstkonzert des Kreisverbandsjugendblasorchester Ulm/Alb-Donau und Ravensburg musste sogar die hintere Wand im Mittelteil geöffnet werden, um dem Ansturm Herr zu werden. Die 120 Instrumentalisten beider hochkarätiger Orchester hatten diese Kulisse auch mehr als verdient.

Den ersten Part des musikalischen Feuerwerks gestalteten die rund 80 Instrumentalisten des Jugendblasorchesters Ulm/Alb-Donau. Nach einem Jahr als Dirigent war die Symbiose zwischen Franco Hänle und dem Orchester deutlich fühlbar. Bereits beim Frühjahrskonzert hatte er seine Philosophie mit den Worten umschrieben: „Gute Musik entsteht aus dem Moment heraus. Wachsames und leidenschaftliches Musizieren erzeugt Momente, die den Zuhörer berühren und für Gänsehaut sorgen.“ Genau das verströmte der Dirigent mit seinem Orchester auch beim Herbstkonzert. Nicht nur, dass die talentierten und hoch motivierten Musikerinnen und Musiker mit beeindruckender technischer Präzision spielten, sie schienen mit ihren Instrumenten in die Musik einzutauchen, was eine starke Klangfülle auswies.

Hänle und die jungen Musikbotschafter des Alb-Donau-Kreises präsentierten nur ein Stück. Aber das hatte es in sich. Beim einstündigen sinfonischen Meisterwerk „Lord of the Rings“ von Johan de Meij kostete das Orchester alle Klangvariationen mit Finesse und Extravaganz aus. In den fünf Sätzen „Gandalf“, „Lothlorien“, „Gollum“, „Journey in the dark“ und „Hobbits“ , nach dem weltberühmten Roman komponiert, erzählten die Instrumentalisten die Geschichte eines Rings, mit dessen Vernichtung die böse Macht in Gestalt des dunklen Herrschers Sauron untergeht. Die Hauptfiguren sind vier Hobbits, die unfreiwillig in ein heroisches Abenteuer hineingezogen werden. Neben diesen spielen als Vertreter des Guten (Elfen, Menschen des Nordens und Westens, Zwerge und Zauberer) wichtige Rollen. Ihre Gegenspieler sind die Geschöpfe und Untertanen Saurons. Vom ersten Ton an bis zum Schlussakkord, mal so leise, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören können, mal so voluminös, dass mancher im Publikum die Luft anhielt, waren die Zuhörer gefesselt. Das gewaltige, ausdrucksstarke Werk bestach durch Dramatik, Tragik, Romantik und Fröhlichkeit und ließ das Publikum in überirdischen Gefilden schwelgen. Die Zuhörer forderten mit kaum endenden Beifall eine Zugabe. Nach dem venezianischen Lied „Funiculi, Funicula“ und dem Kreismarsch folgte erneut frenetischer Applaus.

Im zweiten Konzertteil glänzte das Jugendblasorchester des Kreisblasmusikverbandes Ravensburg unter Leitung von Thomas Wolf. Obgleich es nur etwa halb so viele Instrumentalisten wie im ersten Part waren, erlebte das Publikum ein vortreffliches Arrangement bei den Stücken „The Sunken Village“ und „Aurora“, das durch Virtuosität wie durch romantische, fröhliche, gleichwohl tiefgängige und ausdrucksstarke wie auch exotische und geheimnisvolle Klangfarben vereinte. Nicht weniger begeisterten Thomas Wolf und das Orchester bei den Werken „Amazonia“ und „Earth Walk“ sowie „Dance from the East“. So mucksmäuschenstill es während der Musikstücke im Saal gewesen war, so furios fiel der Beifall der Besucher zwischen den einzelnen Werken und nach dem Schlussakkord aus.

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