Frenetischer Jubel

Mit Präzision, Schwung und musikalischer Leidenschaft hat das Heeresmusikkorps Ulm beim Benefizkonzert in Ehingen für ein außergewöhnliches Musikerlebnis gesorgt. Der Beifall fiel am Ende sehr lautstark aus.

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Begeisternt spielte das Heeresmusikkorps beim Benefizkonzert in der Ehinger Lindenhalle auf.  Foto: 
Das Heeresmusikkorps Ulm und den Lions-Club Ehingen/Alb-Donau verbindet ein ehrenwertes Ziel: Mit der Unterstützung bei sozialen Projekten den Mitmenschen helfen. Dies stand auch beim Benefizkonzert am Donnerstag im Mittelpunkt. Die Lions hatten den Konzertabend in der Lindenhalle wieder organisiert und wurden bei mehr als 600 Zuhörern mit einem ausverkauften Haus belohnt.

Der aktuelle Lions-Präsident Armin Ege griff die beiden Projekte heraus, für die der Erlös bestimmt ist: die Hospizgruppe Ehingen und der Förderverein für tumor- und leukämiekranke Kinder in Ulm. „Lions helfen – wir diesen“ nannte Ege den Leitspruch der Service-Clubs. „Wir wollen den Mitmenschen in der Nachbarschaft ebenso helfen wie den Notleidenden in aller Welt.“ 1976 war der Lions-Club Ehingen/Alb-Donau gegründet worden. Der Präsident wies darauf hin, dass Mitglieder und deren Partner selbst bewirten, weshalb nicht nur die kompletten Eintrittsgelder gespendet werden können, sondern auch alle Einnahmen aus der Bewirtung.

Dann war es soweit: Dirigent Major Matthias Prock trat auf die Bühne, die musikalischen Botschafter der Bundeswehr hatten bereits Platz genommen. „Ich darf nun zum dritten Mal hier sein. Es erfreut mein Herz, wenn ich sehe, wie viele Menschen zu unserer Musik und mit dem Aspekt des Helfens in die Lindenhalle gekommen sind“, sagte Prock. „Ich garantiere Ihnen eine bunte musikalische Reise.“ Damit hatte er nicht zu hoch gegriffen. Was bei dem mehr als zweistündigen Konzertprogramm auffiel: Die ausgewählten Kompositionen hatten eins gemeinsam; alle waren schmissig, beschwingt, temperamentvoll. Musik, die den mehr als 50 Instrumentalisten ebenso Spaß machte wie den Zuhörern.

Den Auftakt lieferte das Heeresmusikkorps mit dem Militärmarsch „Glück auf“. Als Hommage und in Erinnerung an Leonard Bernstein in seinem 25. Todesjahr durfte das Publikum bei der Ouvertüre zum Musical „Candide“ in die Welt der Klassik eintauchen. Wobei das Operettenwerk durch die Mischung aus temporeichen, duftigen, wie auch leichtfüßigen und humorvollen Passagen glänzte. Herzklopfen und Gänsehaut gab es für die Zuhörer bei „Music of the Spheres“. Die Szenerie vom Urknall bis zur Entstehung unbekannter Welten war richtig mitzufühlen. Matthias Prock und sein Orchester rissen ihr Publikum mit wilden und turbulenten Klängen von den Sitzen – gespickt mit Extravaganz. Es knisterte beim Flug durch die Lichtjahre regelrecht vor Spannung. Asteroiden tanzten fröhlich durchs Weltall, dann beschrieben die Instrumentalisten die Schönheit des Universums mit ruhigen, beschaulichen Klängen, die dunklen Wege mit passender Dramatik. Die dreisätzige Komposition „East Coast Picture“ schilderte das Leben auf Shelter Island, die Ruhe, Kraft und Erhabenheit des Gebirges Catskills und die pulsierende Stadt New York. Dirigent und Orchester verstanden es perfekt, tief greifende Gefühle sensibel herauszuarbeiten.

Mit modernem Liedgut der 80er und 90er Jahre kündigte der Major den zweiten Konzertteil an. Weit untertrieben, denn es war grandios. Die Bühne schien beim spritzigen „In the Stone“ fast zu vibrieren. Bei der Filmmusik zum James Bond-Kinohit „Skyfall“ schwangen vielfältige Emotionen mit. Das Abba-Medley ließ nicht nur die Herzen der Fans höher schlagen. Der temporeiche Militärmarsch „Von Problus und Prim“ kitzelte die Sinne.

Begeisterter Applaus folgte zwischen den Stücken, am Ende des wunderschönen Konzertabends brach frenetischer Jubel aus. Das Heeresmusikkorps verabschiedete sich mit drei Zugaben, unter anderem mit der Nationalhymne.

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