Franziskanerinnen verlassen Ehingen

Mit Schwester Rogata und Schwester Gerlanda verabschieden sich die letzten Ordensfrauen von dem Ort, an dem die Gemeinschaft vor 169 Jahren gegründet worden war.

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Mit Schwester Gerlanda (links) und Schwester Rogata (rechts) verabschieden sich die Franziskanerinnen von Reute aus Ehingen. Mit Seelsorger Ralf Weber, Generaloberin Schwester Maria Hanna (Mitte) und Pfarrer Harald Gehrig sowie Wohnparkleiterin Anke Landu gab es im Rahmen des Franziskusfests einen abschließenden Kaffeeplausch.  Foto: 

Das Franziskusfest im Wohnpark St. Franziskus war am Mittwoch der Rahmen für einen besonderen Abschied: Mit Schwester Rogata und Schwester Gerlanda verlassen die beiden letzten Franziskanerinnen Ehingen; die Stadt, in der 1848 die Gemeinschaft gegründet worden war.

Zur Verabschiedung war Generaloberin Schwester Maria Hanna vom Kloster Reute nach Ehingen gekommen. Sie dankte den Ehinger Ordensschwestern für ihre jahrzehntelangen Dienste im Wohnpark St. Franziskus. Die Generaloberin sagte in ihrer Ansprache, dass Ehingen für ihre franziskanische Gemeinschaft ein besonderer Ort sei: 1848 hatten fünf junge Frauen die Ordensgemeinschaft in Ehingen gegründet. Die Ansiedlung in Reute erfolgte erst später. „Wir haben 169 Jahre in Ehingen gewirkt“, blickte die Generaloberin zurück. Sie lobte das Lebenszeugnis ihrer Mitschwestern und ergänzte: „Wir hinterlassen ein Loch, aber der Samen für die Zukunft ist in der St. Elisabeth-Stiftung gelegt.“ Vorbild für das Wirken der Franziskanerinnen sei das Leben der seligen Guten Beth, die „Glauben und Herz für Gott aufopferte“. Die Selige aus dem späten Mittelalter sei bis heute Anziehungspunkt für Menschen in Not, sagte die Generaloberin und erinnerte an die Seligsprechung der Guten Beth vor 250 Jahren.

Schwester Rogata wirkte seit 31 Jahren in Ehingen. Sie ist 82 Jahre alt und lebt im 61. Professjahr. Schwester Gerlanda ist 86 Jahre alt und lebte und arbeitete seit 14 Jahren in Ehingen. In der kommenden Woche kehren sie nach Reute zurück und leben künftig in einem Konvent für Seniorinnen. Schwester Rogata blickt gern auf ihre Ehinger Zeit zurück: Zuletzt verbrachte sie viel Zeit mit der Bewohnerschaft von St. Franziskus. Dieser hat sie aus Büchern vorgelesen und sie in den Garten begleitet. Sie half mit bei Rollstuhlfahrten und kümmerte sich um Sterbende. Schwester Gerlanda besorgte den Haushalt der beiden Ordensschwestern, leistete Mesnerdienste im Wohnpark und in der Krankenhauskapelle und leitete Wortgottesdienste. Wichtig für die betagten Schwestern war die tägliche Feier der Eucharistie in den verschiedenen Ehinger Kirchen.

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