Fragebogen zur Kommunalwahl: Grüne setzen auf Nachhaltige Stadt

Die Grünen haben den Fragebogen der SÜDWEST PRESSE gemeinschaftlich beantwortet. Schwerpunkte setzen sie bei der Nachhaltigen Stadt, beim Wohnen, an der B 311 und mit einem Ferienpass als Ziel.

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Für die Grünen ist die Untere Stadt ein verkanntes Schmuckstück in Ehingen, vor allem entlang der Schmiech. Sie wollen mit Sanierungsmaßnahmen das Wohnen in der Unteren Stadt weiter aufwerten.  Foto: 

Ehingen entwickelt sich gut. Bitte nennen Sie in drei kurzen Sätzen, was aus Ihrer Sicht in den kommenden Jahren die drei dringlichsten Aufgaben sind, die jetzt angegangen werden müssten.

GRÜNE: Die konsequente Umsetzung des Projekts Nachhaltige Stadt Ehingen. Eine Baupolitik, die innenstadtnahes Wohnen vor zusätzliche Baugebiete stellt und Schaffung von bezahlbarem und flächensparendem Wohnraum. Die verkehrssichere und kostenbewusste Gestaltung der Einmündung Schlechtenfelder Straße und Borstkreuzung an die B 311.

Gibt es einen Fleck in Ehingen, der Ihnen nicht gefällt und den Sie gern verschönert haben möchten?

GRÜNE: Der Bereich um den neuen Norma-Markt besitzt nur wenig Aufenthaltsqualität - trotz seiner Innenstadtlage. Zudem würden wir gerne die Restaurierung des Trimm-dich-Pfads in der Nähe der Längenfeldschule und den Ausbau in einen Naturerlebnispfad veranlassen.

Bitte vervollständigen Sie: Damit Ehingen eine familienfreundliche Stadt bleibt, ist es notwendig, dass der neue Gemeinderat . . .

GRÜNE: . . . die Sorgen und Anliegen der Familien in Ehingen ernst nimmt. Denn diese wissen in erster Linie, wo Ehingen familienfreundlicher werden muss. Auch mit der Familienwerkstatt der Lokalen Agenda muss die Stadt eng zusammenarbeiten. Zudem wollen wir einen Ferienpass für Kinder in Ehingen einführen. Der ermöglicht Familien, für einen Festpreis unterschiedliche Angebote in der Ferienzeit vergünstigt oder kostenlos wahrzunehmen. Diese Ferienpässe haben sich bereits in einigen Kommunen bewährt.

In Ehingen wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Wie soll der neue Gemeinderat darauf reagieren?

GRÜNE: Brachflächen in der Kernstadt sollten vorrangig für Wohnbebauung verwendet werden. Das Zeppelingelände ist dafür ein gelungenes Beispiel. Wohnungsleerstand sollte vermieden werden. Auch eine vergünstigte Grundsteuer für Wohnbebauung im Altbestand kann für die richtigen Anreize sorgen.

Zu den Ehinger Sorgenkindern gehört die Untere Stadt. Wo sehen Sie Ansatzpunkte zur Belebung?

GRÜNE: Die Untere Stadt ist ein verkanntes Schmuckstück in Ehingen. Besonders entlang der Schmiech verleiht der Fluss dem Umfeld einen idyllischen Charakter. Leider sind Teile der Unteren Stadt in sanierungsbedürftigem Zustand. Deshalb sollte dieser Stadtbereich durch weitere Sanierungsmaßnahmen aufgewertet werden.

Für die Längenfeldschule hat der Gemeinderat die Weichen Richtung Gemeinschaftsschule gestellt. Was könnte zur Stärkung der Michel-Buck-Schule getan werden? Was wird aus der Werkrealschule Kirchbierlingen?

GRÜNE: Alle jungen Ehinger sollen ein gutes Schulangebot in Wohnortnähe erhalten, um einen Schulabschluss erhalten zu können. Das können wir durch die Vielzahl an unterschiedlichen Schularten in Ehingen sehr gut gewährleisten. Die Michel-Buck-Schule bietet seit jeher eine sehr gute Bildungsarbeit. Es ist notwendig, diese Schule auch weiterhin mit den nötigen finanziellen Mitteln auszustatten. Zusätzlich kann eine starke Zusammenarbeit mit den regionalen Unternehmen und sonstigen Organisationen helfen, die Lehrtätigkeit der Michel-Buck-Schule zu verbessern. Im kommenden Schuljahr wird in der Werkrealschule Kirchbierlingen keine neue Klasse zustande kommen - eine Zukunft unter diesen Umständen ist schwer vorstellbar. Wie das im übernächsten Jahr aussieht, hängt von der Anmeldezahl ab. Wir würden uns freuen, wenn sie erhalten bleibt.

Was würden Sie gern ändern, wenn Sie das Geld dazu hätten? Oder anders gefragt: Wenn Geld keine Rolle spielt, welches Vorhaben würden Sie gern umsetzen?

GRÜNE: Alle Möglichkeiten nutzen, um die Energiespeicherung, die Energieeffizienz und das Energiesparpotenzial auszuschöpfen. Die Einrichtung einer Hochschule im technisch-wissenschaftlichen Bereich.

Wie geht es für Sie weiter mit Ortschaften und Ortschaftsverfassung?

GRÜNE: Die Ehinger Ortschaften sind ein wichtiger Teil Ehingens und die Ortschaftsräte ein bedeutendes Gremium. Ihre Eigenständigkeit hat sich bewährt. Ehingens Teilorte brauchen außerdem lebhafte Dorfkerne! Sanierungsmaßnahmen wie in Kirchbierlingen werten den Dorfkern auf und öffnen es für Ladengeschäfte.

Was kann der Gemeinderat tun, um Ehingen als Standort für Unternehmen zu stärken?

Ehingen hat eine Vielzahl an gesunden Unternehmen. Diese brauchen in Ehingen ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten. Die Stadt sollte den Aufbau von Netzwerken zwischen Unternehmen, Hochschulen und die Kooperation unter den Betrieben fördern. Zur guten Infrastruktur gehört auch ein flächendeckender Breitbandzugang für Ehingen und seine Teilorte nach dem aktuellen Stand der Technik.

Wenn Sie an die Jugend denken: Gibt es Angebote, die Sie vermissen? Gibt es Initiativen, für die Ihre Liste steht?

GRÜNE: Im vergangenen Jahr wurde der Ehinger Stadtjugendring wiederbelebt. Wir unterstützen diese ehrenamtliche Initiative und verlangen, dass sie mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet wird. Die Stadt Ehingen hat zudem ein gut funktionierendes Jugendhaus in der Bahnhofstraße. Wir würden uns wünschen, dass dieses verstärkt von allen jungen Bevölkerungsgruppen angenommen werden würde.

Setzt sich Ihre Liste besondere Ziele für eine lokale Umweltpolitik? Wenn ja, welche?

GRÜNE: Unsere Liste steht für eine konsequente Umweltpolitik. Unsere Stadt muss die Belastung der Umwelt weiter verringern. Dazu gehört auch, den Flächenverbrauch zu senken. Die Ausgleichs- und Renaturierungsmaßnahmen müssen konsequent umgesetzt werden. Stadteigene Grundstücke sollten umweltschonend bewirtschaftet und Gewässer mit Randstreifen versehen werden.

Ehingen ist mit dem Projekt Nachhaltige Stadt engagiert für Klimaschutz und Energiewende. Was wären für Sie hier die nächsten Schritte?

GRÜNE: Die Ausweisung von Windkraftvorrangflächen bei Deppenhausen und am Osterholz. Denn nur so kann das Projekt Energiewende in vollem Umfang realisiert werden. Zusätzlich muss die Solarenergie-Nutzung auf Dächern und Fassaden ausgeweitet werden und die Gewinnung von Biogas aus Restmüll statt aus Energiemais, gerade in den ländlichen Teilorten, gefördert werden. Gleiches gilt für Energie-Speichermöglichkeiten und Blockheizkraftwerken in Ehingen.

Mit dem Spätbus hat Ehingen einen Versuch gestartet, die Ortschaften über den ÖPNV besser an die Kernstadt anzubinden. Wie bewerten Sie das Angebot?

GRÜNE: Ehingens Teilorte verdienen eine hervorragende Anbindung an die Kernstadt und die Region mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Leider wird der Spätbus noch ungenügend nachgefragt, sodass die finanziellen Kosten für diese Maßnahme sehr hoch sind. Trotzdem wollen wir am Spätbus festhalten. Wir hoffen, dass durch einen höheren Bekanntheitsgrad der Maßnahme die Nutzung weiter steigt.

Was muss Ehingen tun, damit die Innenstadt lebendig bleibt?

GRÜNE: Die Innenstadt ist das Herzstück unserer Stadt. Dafür brauchen wir attraktive Gewerbe in der Fußgängerzone, die den Gang in die Innenstadt erlebnisreich werden lassen. Außerdem muss die Innenstadt fußgängerfreundlich ausgerichtet sein. Die Stadt sollte außerdem ihren Teil dazu beitragen, dass die Vielfalt und Anzahl an gastronomischen und kleinkulturellen Angeboten - auch abends - hoch ist.

Wenn der Marktplatz (Volksbank) und die Sonnengasse neu gestaltet werden, was würden Sie sich an dieser Stelle wünschen?

GRÜNE: Schattenspendende Baumpflanzungen und weitere Sitzmöglichkeiten sowie günstigen und generationenübergreifenden Wohnraum - damit die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessert wird.

Bitte vervollständigen Sie diese Sätze: Schnelles Internet ist . . .

. . . ein Muss in Ehingen und den Teilorten.

Beim Thema Freizeit in Ehingen vermissen wir . . .

. . . einen Ferienpass für Ehingen!

Das Kulturangebot in Ehingen ist . . .

. . . bereits gut - muss sich aber weiterentwickeln.

Eine große Sporthalle beim Johann-Vanotti-Gymnasium . . .

. . . ist sinnvoll für den Schulstandort.

Als Fußgänger in der Innenstadt wünschen wir uns . . .

. . . weniger Wildparker.

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