Fledermausbrücke in Sondernach eröffnet

Die so genannte Fledermausbrücke in Sondernach ist offiziell eröffnet. Für die streng geschützten Wasserfledermäuse ist darin ein neues Domizil eingebaut worden.

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  • In Fledermauskostümen zum Fledermauslied: Die Kindergarten-Kinder tanzen zur Eröffnung der neuen Brücke. 1/2
    In Fledermauskostümen zum Fledermauslied: Die Kindergarten-Kinder tanzen zur Eröffnung der neuen Brücke. Foto: 
  • Lange ersehnt: Bürgermeister Ruckh, Ortsvorsteherin Holzschuh, Landrat Scheffold und die beiden Bauleiter (von links) gestern bei der Eröffnung der neuen Brücke (im Hintergrund). 2/2
    Lange ersehnt: Bürgermeister Ruckh, Ortsvorsteherin Holzschuh, Landrat Scheffold und die beiden Bauleiter (von links) gestern bei der Eröffnung der neuen Brücke (im Hintergrund). Foto: 
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„Sie kennen doch sicher die unendliche Geschichte...“ Mit einem Romantitel begann Landrat Heiner Scheffold am Donnerstag seine Rede zur Eröffnung der 470.000 Euro teuren neuen Brücke über den Schmiechkanal bei Sondernach. Tatsächlich könnte ein Buch über den Brückenbau geschrieben werden. Auch überregional hatte das Bauwerk für Presse- und TV-Berichte gesorgt. Das ist hauptsächlich einem kleinen, streng geschützten Tier zu verdanken: der Wasserfledermaus. Eine Kolonie siedelte im Sommer unter der alten, maroden Brücke, was mancherlei Schwierigkeiten nach sich zog.

Neue Domizile

So wurde darüber diskutiert, die alte Brücke wegen der Fledermäuse stehen zu lassen und darüber eine neue zu errichten. „Die neue Brücke wäre dann einen Meter höher geworden. Sie können sich vorstellen, wie das ausgesehen hätte“, berichtete Scheffold. Auch eine neue Brücke neben der alten zu bauen sei erwogen worden – doch man habe nicht mit dem Rechnungshof in Konflikt geraten wollen. Endlich sei in Absprache mit der Oberen Naturschutzbehörde eine Lösung gefunden worden. In den Brückenkörper ist jetzt eine extra für die Fledermäuse konzipierte Röhre eingebaut worden. Außerdem sind in der Nähe Fledermausnistkästen angebracht. Untersuchungen sollen jetzt zeigen, ob die Tiere die neuen Domizile annehmen, berichtete Dr. Guido Waldenmeyer vom Regierungspräsidium unserer Zeitung. Zudem musste im Winter an der Brücke gebaut werden, weil dann die Fledermäuse anderswo ihren Winterschlaf halten. Keine leichte Aufgabe für die Baufachleute, die für die Betonarbeiten extra ein Zelt aufstellen mussten.

Angesichts der Umstände sprach der Landrat gestern dann auch frei weg von der „Fledermausbrücke“. Doch nicht nur Tiere sorgten für Verzögerungen, auch schwierige Grundstücksverhandlungen standen dem Bau im Weg. Dabei ging es dem Vernehmen nach nur um einige Quadratmeter. Dem damaligen Landrat Heinz Seiffert war angesichts der verfahrenen Lage der Kragen geplatzt, er drohte mit Enteignung. Insgesamt drängte auch die Zeit, weil über die marode, alte Brücke eine Behelfsbrücke aus Holz gebaut worden war, die allerdings ebenfalls schon am Ende ihrer Lebenszeit angelangt war.

„Endlich haben wir unsere neue Brücke“, freute sich nun Ortsvorsteherin Doris Holzschuh, auch Bürgermeister Ulrich Ruckh war die Erleichterung anzumerken. Extra für den Anlass der offiziellen Brückeneröffnung hatten die Kindergarten-Kinder noch etwas Besonderes vorbereitet: Einen Fledermaus-Tanz in passenden Kostümen.

Schwierige Planung Bereits 1997 hatte der Alb-Donau-Kreis entschieden, die Brücke zu erneuern. Doch die Umsetzung verzögerte sich. 2009 wurde eine provisorische Brücke aus Holz und Stahl über der alten Brücke errichtet. Die Wasserfledermaus sorgte dann für weitere Verzögerungen. Die erste Ausschreibung des Brückenneubaus erfolgte 2015. Die Baupreise waren damals aber zu teuer, so dass erst 2016 die Vergabe für den Nebau erfolgte.

Der Abriss der alten Brücke wurde im Oktober 2016 realisiert. Eine Behelfsbrücke sorgte dafür, dass Sondernach weiter erreichbar war. Die Arbeiten mussten wegen der Wasserfledermaus im Winter erfolgen.

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