Firma Lorenz aus Ingstetten als „Leuchtturmprojekt“ ausgezeichnet

Die Firma Lorenz ist am Mittwoch für ihren neuen, digital gesteuerten Produktionsprozess ausgezeichnet worden. Damit stellt die Firma einen technologisch führenden Wasserzähler her.

|
Vorherige Inhalte
  • Lorenz Geschäftsführer Wilhelm Mauß. 1/4
    Lorenz Geschäftsführer Wilhelm Mauß. Foto: 
  • Vorbildlich: Ein Teil der Produktion beider Firma Lorenz in Ingstetten vor zwei Jahren. Rechts Geschäftsführer Wilhelm Mauß. Die Firma ist schon mehrfach ausgezeichnet worden. 2/4
    Vorbildlich: Ein Teil der Produktion beider Firma Lorenz in Ingstetten vor zwei Jahren. Rechts Geschäftsführer Wilhelm Mauß. Die Firma ist schon mehrfach ausgezeichnet worden. Foto: 
  •  Produktion bei der Firma Lorenz in Ingstetten. Die Firma stellt Wasserzähler her. 3/4
    Produktion bei der Firma Lorenz in Ingstetten. Die Firma stellt Wasserzähler her. Foto: 
  •  Produktion bei der Firma Lorenz Ingstetten 4/4
    Produktion bei der Firma Lorenz Ingstetten Foto: 
Nächste Inhalte

Unternehmen, die auf modernste digitale Technik setzen, hat Landes-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut am Mittwoch in Stuttgart ausgezeichnet. „Die prämierten Lösungen zeigen, dass Industrie, Mittelstand und Start-Ups in Baden-Württemberg auf dem bestem Weg in die digitalisierte Zukunft sind“, sagte die Ministerin.

Daten per Funk

Als eines der 28 „Leuchtturmprojekten“ wird auch der Wasserzähler-Hersteller Lorenz aus Ingstetten geehrt. Die Firma startet derzeit die Produktion einer ganz neuen Generation von Funkwasserzählern. Diese Zähler müssen nicht mehr mühsam abgelesen werden. Sie senden ihre Daten einmal im Monat per Funk zum Wasserlieferanten oder an den Dienstleister für Nebenkostenabrechnungen. Bisher stellte Lorenz zwar auch schon solche Funkzähler her. Allerdings gibt es etliche verschiedene Systeme, für die das Ingstetter Unternehmen bislang jeweils eigene Geräte produzierte. Der neue Lorenz-Zähler kann nun in allen firmenspezifischen Systemen und auch in einem übergreifenden OMS-Datenformat genutzt werden. Lorenz sei mit dieser Technologie führend in der Branche, berichtete Geschäftsführer Wilhelm Mauß am Mittwoch.

Produktion exakt geplant

Erst Anfang der Woche hat die Physikalisch-Technische Bundesanstalt nach einer eingehenden Prüfung die neuen Zähler genehmigt, auch die Funkerlaubnis liegt seit einigen Wochen vor. „Wir sind momentan die einzige Firma, die so eine Plattform anbietet“, sagte Mauß. Im neuen Produkt stecken eine mehrjährige Entwicklungszeit und ein Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro. Die Konkurrenz schlafe aber nicht, sie werde nachziehen, ist sich Mauß sicher.

Ausgezeichnet wird Lorenz aber vor allem auch für den Produktionsprozess, mit dem die neuen Zähler hergestellt werden. Die Firma hat alles exakt für die Herstellung der neuen Produkte  geplant: Eine neue 1000-Quadratmeter-Halle wurde extra für den digital gesteuerten Fertigungsablauf errichtet. „Wir können jetzt in allen Stückzahlen produzieren – von nur einem Zähler bis hin zu sehr großen Mengen“, berichtet Mauß. „Zeit, Kosten und Qualität werden genauso optimiert wie Verfügbarkeit, Termintreue und Lagerbestände“, lobt das Wirtschaftsministerium die  neue Lorenz-Produktion. „Änderungen werden durch Simulation vorweggenommen und Fehlerquellen ausgeschlossen.“ Die digitalisierte Produktion biete neue Möglichkeiten für Service und Qualität. Das sei alles eine wichtige Stärkung des Standorts Deutschland, sagte Mauß. Denn Lorenz will erneut entgegen dem Branchentrend die Produktion im Land halten. Die Herstellung soll  sogar noch ausgebaut werden.

Lorenz stellt Wasserzähler für Wohnungen und andere kleinere Einheiten her. Bei Kommunen und größeren Einrichtungen kommen dagegen Großwasserzähler zum Einsatz. Bei solchen Zählern kooperiert Lorenz mit der israelischen Firma Arad. Wilhelm Mauß ist absolut überzeugt von den Produkten des Partners. Ein Arad-Zähler misst die Wassermenge etwa äußerst exakt per Ultraschall. Der große Vorteil: Ein solches Gerät besitzt keine beweglichen, defektanfälligen Teile, was bislang immer wieder ein Problem war. Bei Lorenz gibt es jetzt die Überlegung, die Großwasserzähler nicht nur aus Israel zu importieren, sondern auch in Ingstetten zu fertigen. „Wir machen uns gerade entsprechende Gedanken“, sagte Mauß.

Echte Qualität zahlt sich aus

Der Lorenz-Geschäftsführer weilt übrigens derzeit bei einer Messe in Norddeutschland und konnte den Preis des Wirtschaftsministeriums am Mittwochnachmittag nicht selbst in Empfang nehmen. Für ihn war Dr. Dietmar Grimm vor Ort. Die Genugtuung über die Auszeichnung ist im gesamten Ingstetter Unternehmen groß. „Es ist eine Anerkennung unserer jahrelangen Arbeit“, sagte Mauß. „Die Einschätzung der Jury bestärkt uns in der Überzeugung, dass es nicht Billigware, sondern echte Qualität und Kundenmehrwert ist, was sich letztlich auszahlt.“

Spezialist Die Firma Lorenz GmbH & Co. KG aus dem Schelklinger Teilort Ingstetten ist deutscher Technologieführer im Bereich der Wohnungs- und Hauswasserzähler. Gegründet worden ist die Firma 1963. Das mittelständische Familienunternehmen stellt heute jährlich über 1 Million Wasserzähler her. Mehr als 160 Mitarbeiter sind bei der Firma beschäftigt. Das Wirtschaftsministerium würdigt jetzt die Digitalisierung im Betriebsalltag bei Lorenz und bezeichnet dies als „Industrie 4.0“.

Ausgezeichnet Die Firma hat schon einen wichtigen Ethik-Preis erhalten. Dabei wurde auch der verantwortungsvolle Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern gewürdigt.

Ressourcenschonung Ein wichtiger Teil der Unternehmensphilosophie ist Nachhaltigkeit. So werden Gehäuse der Wasserzähler aus Messing hergestellt. Das Unternehmen holt die Zähler nach dem Ausbau zurück, egal, ob sie in Leipzig oder in Hamburg im Einsatz waren. Die Messinggehäuse werden für neue Produkte verwendet. „Durch dieses Recycling können wir gut mit der Konkurrenz aus China mithalten“, sagte Lorenz-Geschäftsführer Wilhelm Mauß. Die Fernost-Ware bestehe nämlich nur aus Einweg-Plastik.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gemeinderat: Ein Lob für das Miteinander

In vorweihnachtlicher Stimmung verabschiedet der Ehinger Gemeinderat den Haushalt 2018. weiter lesen