Feuerwehr zeigt Geschichte

Bei der Hauptübung am Samstag vor der alten Volksbank wird auch das 60 Jahre alte Löschfahrzeug von Magirus ins Geschehen einbezogen. Walter Schaupp erinnert sich.

|
Vorherige Inhalte
  • Auf diesem Bild von 1965 vor dem alten Gerätehaus an der Schulgasse (heute Bucks Höfle) ist geballte Feuerwehrgeschichte zu sehen: das 1957 neu gekaufte Löschfahrzeug von Magirus, eine Lafettenspritze aus dem Jahr 1928, die erste motorgetriebene Spritze der Ehinger Feuerwehr, und das KS 15 aus dem Jahr 1935.  1/2
    Auf diesem Bild von 1965 vor dem alten Gerätehaus an der Schulgasse (heute Bucks Höfle) ist geballte Feuerwehrgeschichte zu sehen: das 1957 neu gekaufte Löschfahrzeug von Magirus, eine Lafettenspritze aus dem Jahr 1928, die erste motorgetriebene Spritze der Ehinger Feuerwehr, und das KS 15 aus dem Jahr 1935. Foto: 
  • Bildtext  2/2
    Bildtext Foto: 
Nächste Inhalte

Wenn am Samstag die Ehinger Feuerwehr um 14.30 Uhr an der alten Volksbank am Marktplatz ihre Hauptübung abhält, wird es wieder mal mit etwas Notslagie verbunden sein. Denn wie vor zwei Jahren am Gasthof Schwert, wo die Ehinger ihr 1935 angeschafftes KS 15 ins Programm mit einbezogen hatten, wird diesmal das Magirus-Löschfahrzeug LF16/TS8 eine Rolle spielen. Auch hier gibt eine runde Zahl den Anlass: 1957, also vor 60 Jahren, hatten die Ehinger ihr neues Fahrzeug in Ulm abgeholt. Walter A. Schaupp hat mit Rolf Rothmund im Blick auf die Übung am Samstag ein Kapitel Feuerwehrgeschichte aufbereitet, die in einer Zeit spielt, in der die Ehinger Wehr für den gesamten Kreis Ehingen und damit für 66 000 Einwohner zuständig war. „Höchste Zweckdienlichkeit“ und „rascheste Einsatzfähigkeit“ waren damals ausschlaggebend dafür gewesen, dass für 53 000 Mark ein geländegängiges Fahrzeug mit Allradantrieb beschafft worden war, damit es auch auf der Alb eingesetzt werden konnte. 53 000 Mark waren für damalige Verhältnisse viel Geld, dafür konnte 1957 ein ordentliches Wohnhaus gebaut werden. Der Kreis hatte schon 1956 mehr als 33 000 Mark im Haushalt bereit gestellt und die restlichen 20 000 Mark dann mit einem Darlehen finanziert.

Das Magirus-Fahrzeug hat einen luftgekühlten V-Motor mit 125 PS und seine Vorbaupumpe schafft 1600 Liter Wasser in der Minute bis in eine Höhe von 80 Metern. Im rückwärtigen Teil befindet sich die gesamte Ausstattung, zu der auch eine Tragkraftspritze gehört sowie Schläuche mit einer Gesamtlänge von 600 Metern. Der Mannschaftsraum bietet Platz für den Fahrer und acht Mann, also für eine Lösch­gruppe.

Aufgabe dieses Fahrzeugs, das kein Tankfahrzeug ist, war der Zubringerdienst für Männer und Material. Zu ihm gehörte das bereits vorhandene Tanklöschfahrzeug von 1949. Das neue Fahrzeug war vor allem vorgesehen für den Überlanddienst, während das alte Löschfahrzeug aus dem Jahr 1935 als Reserve für den Einsatz im Stadtgebiet vorgesehen war.

Zuständig für den ganzen Kreis

Mit damals 10 000 Einwohnern hätte Ehingen die Neuanschafung nicht finanzieren können. Es gab jedoch den Kreisfeuerlöschverband und die Ehinger Wehr war für den ganzen Altkreis zuständig, zu dem auch Munderkingen, Schelklingen, Allmendingen, Öpfingen und Oberdischingen gehörten. Der westlichste Punkt war Zell, mehr als 20 km von Ehingen entfernt.

Die ersten eineinhalb Jahre blieb es ruhig für das neue Fahrzeug. 1959 war dann das Jahr der Großbrände: Am 13. Januar konnte das neue LF seine Leistungsfähigkeit beim Brand der Mühle in Oggelsbeuren beweisen. Die Straßen waren durch Schneeverwehungen nur schwer passierbar, hier zeichnete sich der Allradantrieb des neuen Fahrzeugs aus. Auf dem Weg nach Oggelsbeuren traf man das LF aus Munderkingen. Das neue LF 16 TS fuhr voraus und bahnte dem Munderkinger LF den Weg.

Am 11. Mai 1959 brannte ein landwirtschaftliches Gebäudes mit Wohnhaus in Bach, am 18. Mai kam es in Altbierlingen nach Blitzschlag zum Brand in einem Bauernhaus und am 22. August gab es einen Brand bei der Firma Hahl in Munderkingen. Da die Feuerwehr Munderkingen bei der Bekämpfung eines Brandes in Algershofen gebunden war, bekämpfte die Feuerwehr Ehingen den Brand so lange, bis die Kameraden aus Munderkingen nachkommen konnten.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Digitalisierung: Autonomie bewahren als Ziel

Wie sollte der Mensch den Auswirkungen der Digitalisierung auf sein Leben begegnen? Dieser Frage widmete sich ein kirchliches Forum. weiter lesen