Erleichterungen als Ziel

Die Stadt Ehingen hat mit dem Aufbau eines Qualitätsmanagements in ihren Kindertageseinrichtungen begonnen. Morgen befasst sich der Sozial- und Kulturausschuss des Gemeinderats mit dem Thema.

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Die Zahl der Betreuungsangebote für unter Dreijährige und Ganztagesangebote für Kinder ist in der Stadt Ehingen stetig gewachsen. Mittlerweile gibt es zehn städtische Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 34 Gruppen und rund 120 Erzieherinnen. Auch durch die intensive Sprachförderung, die Umsetzung des "Orientierungsplans für Bildung und Erziehung" und das Thema Inklusion stehen die Einrichtungen vor vielfältigen Herausforderungen. "Aus diesen Gründen und weil wir dadurch immer mehr und häufiger auch mal neue Erzieherinnen haben, gibt es schon länger die Überlegung, bestimmte Strukturen und Prozesse einheitlich zu regeln." So erklärt Bürgermeister Sebastian Wolf, warum sich die Stadt entschieden hat, ein Qualitätsmanagementsystem in ihren Kindertageseinrichtungen aufzubauen. Morgen wird der Bericht der Stadtverwaltung zum Stand des Projekts dem Sozial- und Kulturausschuss des Gemeinderats vorgestellt.

Ziel sei es, nicht etwa in die pädagogische Arbeit einzugreifen, sondern vielmehr strukturelle und organisatorische Aspekte einheitlich zu regeln und damit gesetzlichen Vorgaben und denen des Orientierungsplans zu entsprechen. Konkret wird Fragen wie diesen nachgegangen: Welche Notfallmedikamente dürfen Erzieherinnen einem Kind verabreichen, welche nicht - und was gilt es dabei alles zu beachten? Wie verhält man sich bei einem Unfall und wie, wenn ein Kind einmal nicht abgeholt wird? Was gibt es bei der Zusammenarbeit mit externen Anbietern zu beachten? Welche Regeln gelten bei der Aufsicht im Außenbereich? Auch Fragen rund um den Datenschutz sollen geklärt werden.

"Uns freut es, dass es in den Einrichtungen selbst den Wunsch gab, das Thema anzugehen", schildert Wolf. Man wolle kein "Bürokratiemonster" schaffen, sondern für mehr Klarheit sorgen. Nach den Vorbereitungen, die seit Herbst laufen, habe jetzt ein erster Workshop mit den Leiterinnen stattgefunden, in dem beispielsweise festgelegt wurde, was mit den Dokumentationsbögen zur Entwicklung eines Kindes nach dessen Ausscheiden aus der Einrichtung geschieht. Um den Datenschutz gewährleisten zu können, sei beschlossen worden, die Dokumentation am Ende den Eltern zu geben, schildert Wolf.

Für die Umsetzung des Projekts, die schrittweise erfolgen soll, hat sich die Stadt zudem den "CoLibri Management Service" als externen Partner mit ins Boot geholt. Das von ihm entwickelte System "QM-elementar" wird laut Berichtvorlage in mehr als 2000 Kindertageseinrichtungen in Deutschland eingesetzt. Der Anbieter aus Denzlingen sei auch aus wirtschaftlicher Sicht der Überzeugendste gewesen. Da die Stadt über eine eigene Fachberaterin verfüge, könnten viele Arbeiten kostengünstig in Eigenregie erfolgen, heißt es weiter. Die genauen Kosten will Wolf am Donnerstag im Ausschuss nennen.

Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. In dieser Zeit werden die notwendigen Standards - immer im Dialog mit den Expertinnen vor Ort - definiert und in Handbüchern sowie einem Formularordner festgeschrieben, so dass die Mitarbeiter der Einrichtungen das System danach eigenständig weiterführen können. Zu ihrer Unterstützung will die Stadt eine Qualitätsbeauftragte bestimmen. "Mit dem Qualitätsmanagement haben wir die Möglichkeit, immer wieder zu hinterfragen, was wir tun und wo Überarbeitungen notwendig sind", beschreibt Wolf einen weiteren Vorteil.

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