Emerkinger Musiker suchen einen Neuanfang

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Bei der Hauptversammlung des Musikvereins wurden Musiker für fleißiges Proben geehrt.  Foto: 

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte Dirigent Gerhard Schlecker beim Musikverein Emerkingen nach zwölf Jahren die Brocken hingeschmissen; dem Rücktritt war ein Streit vorausgegangen. Max Egle sprang in diesen „schweren Stunden“, so Vorsitzender Peter Pflug, in die Bresche; er will aber den Taktstock nur so lange führen, wie noch kein neuer Dirigent gefunden werden kann. Egle dankte trotz der Schwierigkeiten für die „tolle Zusammenarbeit“. Er räumte ein, dass er als Dirigent nicht ausreichend ausgebildet seit, er gehe diese Tätigkeit aber mit viel Herzblut an: „Bei mir muss Leidenschaft drinstecken.“ Für diese Aussage erntete Egle kräftigen Applaus. Zuvor hatte der Vorsitzende Pflug die Verdienste des ausgeschiedenen Gerhard Schlecker hervorgehoben: In seinen zwölf Jahren als Dirigent habe man bei zahlreichen Wertungsspielen Bestnoten gesammelt und bei Unterhaltungsauftritten überzeugt.

Schwierige Suche

Die Suche nach einem neuen Dirigenten gestaltet sich schwierig, weil auch viele andere Vereine einen solchen brauchen. Der Vorsitzende erwähnte in seinem Bericht fürs Geschäftsjahr 2016 die Auftritte beim Kriegerjahrtag und an der Fasnet. Im März nahm man drei Stücke auf CD auf, im April spielten die Musiker in Unterwachingen bei der Firma Aßfalg in der neuen Maschinenhalle auf. Beim Kreismusikfest in Munderkingen erzielte man im Stundenchor die Note „hervorragend“. Die Einweihung des Dorfplatzes gestaltete man in der Römerhalle mit. Vor der Sommerpause feierte der Verein in Unterstadion noch eine Musikantenhochzeit. Im Herbst lud man in die Römerhalle zu einer Tanzveranstaltung ein; „das ist finanziell wichtig“, sagte der Vorsitzende Pflug. Die Jugendkapelle nahm auch an Wertungsspielen teil und konnte einmal sogar einen Gutschein von 1500 Euro einheimsen. Der Ausschuss kam zu zwölf Sitzungen zusammen. Intensiv wurde die Jugendausbildung beraten. Zum Ferienprogramm steuerten die Musiker eine Veranstaltung für Kinder bei. Das Amt des Jugendleiters und des Jugendsprechers wurde neu besetzt. Bei den Musikertagen herrschte anlässlich des 85-Jahr-Jubiläums des Musikvereins Emerkingen „sensationelle Stimmung“. Beim Frühschoppen mit Peter Schad war das Zelt „brechend voll“. Das Oldtimertreffen war ein „voller Erfolg“. Am Zeltabbau nahmen zum Verdruss des Vorsitzenden nur 27 Helfer teil; es kam leider auch zu einem kleinen Unfall mit zwei verletzten Helfern. Den Festplatz möchte man herrichten und modernisieren. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde im Rahmen dieses Vorhabens läuft bereits. Die Musiker wollen die neue Gestaltung des Platzes noch dieses Jahr abschließen, damit im nächsten Jahr der Platz vor den Musikertagen einwachsen kann.

279 Mitglieder

Der Vorsitzende Pflug dankte vielfältig: der Firma Grunenberg für den Standort des Schrottplatzes, dem Hausmeister Dieter Porombka und der Putzfrau Irmgard Pfender, der Gemeinde für die ideelle und finanzielle Unterstützung, den Sponsoren, der Vereinsführung und den Mitgliedern. Solche hat der Verein insgesamt 279. Davon musizieren 94 Mitglieder; 42 sind unter 18 Jahren, 52 über 18. Der Altersdurchschnitt der Aktiven liegt bei 26 Jahren. Der Verein hat 14 Ehrenmitglieder. Im Jugendvororchester spielen 21 Musiker, in der Jugendkapelle 32. Den Kassenbericht legte Melanie Müller vor: Sie bilanzierte 111.000 Euro Einnahmen und 101.000 Euro Ausgaben. Das ergibt ein Plus von 9800 Euro; das Vermögen beläuft sich auf 28.566 Euro. Bei den Musikertagen 2016 wurden 68.343 Euro eingenommen und 55.811 Euro ausgegeben. Bei den Einnahmen schlugen außerdem 4000 Euro Beiträge und 6000 Euro als Spenden vom Förderverein zu Buche. Bei den Ausgaben waren die größten Posten die Dirigentenvergütung mit 4800 Euro, die Musikschule 2015 mit 6861 Euro und der Ausflug der Aktiven mit 6523 Euro. Bei den Wahlen wurde Daniela Fiderer als zweite Vorsitzende wiedergewählt. Bestätigt wurden auch Paul Dreher als Passiven-Beisitzer und Marcel Missel als Aktiven-Beisitzer. Aus dem Ausschuss scheiden Marina Grab, Wolfgang Schlecker und Andreas Fiderer aus. Für diese wurden gewählt: Wolfgang Huber, Dietmar Neubrand und Anja Grab. Als Kassenprüfer wurden Max Egle und Oliver Neubrand bestätigt. Geehrt wurden zahlreiche Musiker für fleißiges Proben: Die Aktiven hatten 59 Proben und Auftritte. Kein einziges Mal fehlte Christian Frankenhauser, einmal fehlten Kurt Grab und Oliver Neubrand, zweimal Daniela Fiderer, Roland Lang und Dieter Porombka, dreimal Anna Maria Frankenhauser und Peter Pflug. Die Jugendkapelle hatte 40 Proben und Auftritte: Immer dabei war Cornelius Schlecker, Ann-Katrin Härle fehlte nur einmal, Nadja Porombka und Fabian Gebhard nur zweimal. Schriftführerin Silvia Engler las das Protokoll der letzten Hauptversammlung vor. Sie berichtete unter anderem vom Ball der Vereine, dem Fasnetumzug in Munderkingen und der Emerkinger Dorffasnet. Auch bei kirchlichen Anlässen wie dem Weißen Sonntag spielten die Musiker auf. Bei vielen Festen unterhielten die Emerkinger: in Reutlingendorf, Mundingen, Obermarchtal, Ehingen-Berg, Hausen am Bussen und Kirchen. Ein Höhepunkt für das Vereinsleben war trotz schlechten Wetters auch der Ausflug Mitte September ins Kleinwalsertal. Bürgermeister Paul Burger sprach angesichts des Dirigentenrücktritts von einem „emotional bewegten Jahr“, aber es herrsche trotzdem ein „guter Spirit“. Finanziell stehe man „sehr gut“ da. Die Versammlung wurde zweimal vorübergehend für „nicht öffentlich“ erklärt; die Vertreter der Presse mussten daraufhin den Saal verlassen. Der Grund waren Details zum Rücktritt von Dirigent Schlecker.

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