Ein Spender ist gefunden

Georg Roth aus Justingen hat Blutkrebs. Seine einzige Überlebenschance ist eine Stammzelltransplantation. Jetzt ist nach einer weltweiten Suchaktion endlich ein Spender gefunden worden.

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Nach zahlreichen Wochen der weltweiten Suche können der an Blutkrebs erkrankte Georg Roth und seine Familie wieder aufatmen: Es konnte ein passender Stammzellspender gefunden werden, berichet Yvonne Renz von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS). In wenigen Wochen sollen Roth die Stammzellen des fremden Spenders übertragen werden. "Als ich die Nachricht erhielt, war das für mich wie Weihnachten und Ostern zusammen", sagte Roth gestern. Laut Spenderdatei hat der vierfache Großvater großes Glück, denn viele Betroffene warten vergeblich. Die erlösende Nachricht, dass für Roth nun die "Stecknadel im Heuhaufen" gefunden wurde, ist für Roth, seine Familie, Freunde und Bekannte jetzt erst Recht ein guter Grund, die geplante Registrierungsaktion in Justingen Ende April mit voller Kraft vorzubereiten. "Es ist noch viel zu wenig bekannt, wie wichtig eine solche Registrierung ist", sagt Stefanie Leicht, die Tochter von Georg Roth. Sie hat am Sonntag beim Spiel der Ehinger Basketballer für die Aktion geworben, Hallensprecher Stefan Schaarschmidt holte sie ans Mikrofon. "Die Resonanz war sehr gut, wir sind mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen", sagt Leicht.

Viele Patienten können den Blutkrebs nur überleben, wenn es - irgendwo auf der Welt - einen Menschen mit nahezu den gleichen Gewebemerkmalen im Blut gibt, der zur Stammzellspende bereit ist. Es komme allerdings nur sehr selten vor, dass zwei Menschen nahezu identische Gewebemerkmale haben, schreibt die DKMS. Im günstigsten Fall liegt die Wahrscheinlichkeit bei 1:20 000, bei seltenen Gewebemerkmalen findet sich unter mehreren Millionen kein "genetischer Zwilling". Die Suche falle auch deshalb so schwer, weil sich noch viel zu wenige Menschen als potenzielle Stammzellspender zur Verfügung stellen würden. Nur wer sich in eine Spenderdatei aufnehmen lässt, kann gefunden werden.

Roth hofft jetzt, mit der geplanten Registrierungsaktion vielen anderen erkrankten Menschen helfen zu können. Schirmherr der Aktion ist Landrat Heinz Seiffert. "Niemand weiß, wer als Nächstes an der Krankheit erkrankt. Es ist enorm wichtig, sich als Spender erfassen zu lassen", sagt Roth. Der gebürtige Merklinger war jahrelang selbst als Rettungssanitäter unterwegs.

Info Die Registrierungsaktion ist am Sonntag, 27. April, 13 bis 17 Uhr im Feuerwehrhaus in Justingen. Mitmachen kann jeder Gesunde zwischen 18 und 55 Jahren. Jedem Spender wird Blut abgenommen, damit seine Gewebemerkmale bestimmt (typisiert) werden können.

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