Martinskonzert: Ein musikalisches Glanzlicht

Das Martinskonzert des MV Kirchbierlingen löste am Samstag einen Strudel an Emotionen aus. Die Jugendkapelle begeisterte, das aktive Orchester glänzte und das Publikum jubelte.

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  • Starkes Konzert: Dirigent Frank Auchter mit dem aktiven Orchester des Musikvereins Kirchbierlingen.  1/2
    Starkes Konzert: Dirigent Frank Auchter mit dem aktiven Orchester des Musikvereins Kirchbierlingen. Foto: 
  • Langjährige Instrumentalisten des Musikvereins Kirchbierlingen sind beim Martinskonzert für 10, 20 und 40 Jahre aktives Musizieren ausgezeichnet worden. 2/2
    Langjährige Instrumentalisten des Musikvereins Kirchbierlingen sind beim Martinskonzert für 10, 20 und 40 Jahre aktives Musizieren ausgezeichnet worden. Foto: 
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Die Mehrzweckhalle in Kirchbierlingen war am Samstagabend dicht besetzt. Das liegt daran, dass das Martinskonzert des Musikvereins als eines der musikalischen Glanzlichter in der Region gilt. Und dem guten Ruf machten die beiden Ensembles erneut alle Ehre.

Schon der Auftakt mit der Jugendkapelle präsentierte dem Publikum eine feine Mischung, angefangen  mit dem klangtechnisch ausschweifenden Tongemälde „Alpine Inspirations“, bei dem die rund 40 jungen Instrumentalisten unter Leitung von Marek Scheliga die Schönheit der Alpenlandschaft beschreiben, gespickt mit frappanten Klangeffekten. Mit dem technisch anspruchsvollen Stück „Schmelzender Riese“ bot der Nachwuchs auch ein Werk, das inhaltlich die Klimaerwärmung in den Blick nimmt, was sich auch in Mitteleuropa durch den Rückzug der alpinen Gletscher bemerkbar macht. Bei „Montanas del Fuego“ als Sinnbild des Feuers kostete das Jugendorchester die Reize der Insel Lanzarote samt dem symbolischen Vulkanausbruch mit feurigen Rhythmen aus. Die vier Elemente Feuer, Wasser, Erde und Luft rundete der Zugabemarsch „Berliner Luft“ perfekt ab. Die Bühne bebte, das Publikum klatschte rhythmisch mit und Marek Scheliga und seine Schützlinge schienen mit jedem Augenblick mehr an Schwung zu gewinnen. Das Publikum bedankte sich mit minutenlangem Applaus.

Mit Elan und Präzision

Es war dann wieder ganz still im Saal, als Dirigent Frank Auchter und die Instrumentalisten den zweiten Konzertteil mit „Transcendent Galante“ einläuteten. Das extravagante Werk, das sich keinem Genre zuordnen lässt, sprühte geradezu vor Esprit und gegensätzlichen fantasievollen Klangspielereien. Mit ansteckendem Elan, technischer Präzision und packender Sensibilität beschrieb das Orchester danach die Eroberung der Stadt Jericho durch die Israeliten.  Dumpfe Töne wechselten bei dem emotionsgeladenen Stück mit ohrenbetäubendem Trommelwirbel und spürbarer Freude.

Die sinfonische Suite „Robin Hood“ griff die unvergessliche Figur des edlen Räubers auf, der im englischen Nottingham gegen den Sherrif und habgierige Adelige und Geistliche gekämpft hat und auf der Seite der armen Bevölkerung stand. Eingebunden war eine betörende Romanze.  Die Homogenität des Orchesters beeindruckte, wobei dessen Musikalität und Leistung einmal mehr auf die intensive Probenarbeit und solide Führung von Frank Auchter zurückzuführen sind.

Mit der grandiosen Intonierung des italienischen Volkslieds „Funiculi-Funicula“, das rhythmisch mitreißend wie höchst kurzweilig war, sowie mit der Hommage an die österreichische Kaiserin Sissi im gleichnamigen klangreichen Marsch hatte Dirigent Frank Auchter zwei richtige Sahnestücke ins Programm genommen. Mit einem grandiosen Flötensolo von Tobias Teufel und dem „Radetzkymarsch“ als Zugaben endete das gelungene Martinskonzert.

Einziger Wermutstropfen bei dem genussreichen Musikabend war die Deckenheizung der Halle, die bei manchen Beiträgen des Orchesters so laut knackte, dass Instrumentalisten wie Zuhörer jedes Mal vor Schreck zusammenzuckten. Dirigent Frank Auchter war offenkundig unzufrieden und rief Bürgermeister Sebastian Wolf zu: „So etwas geht gar nicht.“ Wie mehrere Kirchbierlinger nach dem Konzert berichteten, sei dieses Problem längst der Stadtverwaltung gemeldet worden, da dies auch sämtliche andere Aktivitäten in der Halle störe.

Ehrungen Als Vertreter des Blasmusikkreisverbands Ulm/Alb-Donau überreichte Rupert Braig Wolfgang Beck (Posaune), Thomas Glöckler (Tuba), Theo Hagel (Posaune), Klaus Ölmaier (Flügelhorn), Otto Werner (Querflöte) und dem Vereinsvorsitzenden Reinhold Schick (Trompete) für 40 Jahre aktives Musizieren Ehrennadeln in Gold mit Diamant und Ehrenbriefen. Eine Ehrennadel in Gold mit Urkunde erhielt Winfried Neubrand (Trompete), der 27 Jahre im aktiven Orchester gespielt hatte und nun der Heft-13-Kapelle des MV Kirchbierlingen angehört. Für 20 Musikerjahre wurden Florian Brunner (Tenorhorn) und Philipp Scheffold (Horn) mit der Ehrenmedaille in Silber ausgezeichnet. Christian Brunner (Trompete) und Patricia Huber (Oboe) wurden für 10 Jahre aktives Musizieren geehrt.

Mit einer Förderermedaille in Silber mit Urkunde wurde Schriftführerin Susanne Ölmaier für 15 Jahre Ehrenamt gewürdigt.

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