Ein "Messias" voller Spannung und Glanz

Mit Händels "Messias" haben der Chor von St. Blasius und das Orchester "L'arpa festante" unter Leitung von Volker Linz in St. Blasius ein zweieinhalbstündiges Werk voller Spannung und Glanz aufgeführt.

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Langer Beifall für eine große Aufführung (von links): Volker Linz mit den Solisten Maria Bernius (Sopran), Cornelia Lanz (Alt), Christian Wilm (Tenor) und Thomas Gropper (Bass), dahinter der Chor von St. Blasius und das Orchester.  Foto: 

Der Messias ist wahrlich keine Kleinigkeit. Georg Friedrich Händels Oratorium "Messiah" beschreibt in drei Teilen die Heilsgeschichte vom Alten Testament bis zum Neuen Testament. Händel vertonte in seinem 1741 komponierten Werk die alttestamentarischen Propheten, beschreibt das Leben Jesu, preist und verherrlicht Gott und endet schließlich in einem großen Amen. Zweieinhalb Stunden müssen Chor und Orchester eine Spannung erhalten, die bei der Aufführung in der Stadtpfarrkirche im Rahmen der ökumenischen Kirchenmusiktage auch noch durch kurze Pausen zwischen den ersten drei Teilen unterbrochen war. Das sorgt immer für Unruhe, weil sich die Leute mitteilen oder kurz die Füße vertreten wollen. Aber dem Kirchenchor von St. Blasius, dem Orchester "L'arpa festante" und den hervorragenden Gesangssolisten gelang es mühelos, die etwa 350 Zuhörer in ihren Bann zu ziehen.

Mit großer Empathie, exakten Einsätzen und ausgefeilter Technik führten Chor und Orchester die Zuhörer durch den abwechslungsreichen Aufbau des populären Werks, in dem Georg Friedrich Händel aus dem Fundus bereits komponierter Stücke geschöpft hatte. Die Solisten Maria Bernius (Sopran), Cornelia Lanz (Alt), Christian Wilm (Tenor) und Thomas Gropper (Bass) setzten in Rezitativen und den vom Orchester begleiteten Accompagnato-Rezitativen strahlende Glanzpunkte.

So sang Cornelia Lanz das Rezitativ "Denn sieh, eine Jungfrau wird gebären" leicht und anmutig und entsprach damit der Erwartungshaltung. Vibrierend und von Vorfreude getragen, trug Maria Bernius die Arie "Und der Engel sagte zu ihnen" vor. Sanft wiegend erklang das Duett "Er weidet seine Herde" der beiden Solistinnen.

Ein schönes Detail war in der Aufführung, dass der erste Konzertteil exakt um 18 Uhr mit dem Glockengeläut aus dem St.-Blasius-Turm endete. Eine der eindringlichsten Rezitative war "Diese Schmach, sie brach ihm das Herz", das der Tenor Christian Wilms ganz weich und mitleidend zu Gehör brachte. Der bekannteste Satz des Oratoriums, das raumfüllende Halleluja am Ende des zweiten Teils, ergriff auch in der Stadtpfarrkirche das Publikum. Wenngleich es nicht, wie an manchen Orten üblich, aufstand, um dieser Jubelpassage im Stehen zu lauschen.

Unter der Gesamtleitung von Kirchenmusikdirektor Volker Linz spielte das in Ehingen noch unbekannte Orchester "L' arpa festante" im barocken Gestus auf Originalinstrumenten der Zeit Händels. Das klang in manchen Passagen fein und leicht, manchmal getrieben und leidend und oft strahlend und Mut machend. Das Publikum bedankte sich für die hochkarätige Aufführung mit langem Beifall und teilweise stehenden Ovationen. Die Einstudierung zeigte wieder einmal, welch reiche, vielfältige und bereichernde Kirchenmusik in Ehingen erlebt werden kann.

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