Ehinger Musiksommer: A Cappella-Nacht mit Komik und Show

Die A Cappella-Nacht hat im Rahmen des Ehinger Musiksommers in der Lindenhalle drei verschiedene Vocal-Ensembles vorgestellt, die Gesang mit Choreographie darboten. Dabei gab es viel Show zu sehen.

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Die Gruppe "Bliss" aus der Schweiz spielte in der Lindenhalle alle Trümpfe aus, die sie unter edlem Zwirn zu bieten hatte.  Foto: 

Wer dachte, er könnte sich zur A Cappella-Nacht gemütlich in den Stühlen der Lindenhalle zur Ruhe setzen, hatte sich getäuscht. Vier Berliner Jungs forderten zu Beginn des Konzerts das Publikum zunächst zu gymnastischen Übungen auf und erweckten den Eindruck, man sei in einem musikalischen Kennenlernseminar gelandet. "Delta Q" hatte schon in der Ankündigung versprochen, das Publikum zu umarmen. Von gegenseitiger Massage und Rücken abstreifen waren jedoch die wenigsten der rund 350 Besucher ausgegangen.

Seit 2012 gibt es diese Band, in der mit Thomas Weigel ein neues Mitglied auf der Bühne stand. Der junge Sänger, der das Durchschnittsalter unter 30 drückte, schlug sich wacker. Das Quartett sang zum warm up mit Gymnastik "Freude schöner Götterfunken" und wechselte dann zu menschlichen Themen wie Allergien oder der Fahrt im Tourbus. Man treffe Entscheidungen schneller, wenn man auf die Toilette müsse, sagten Sebastian Hengst und Till Buddecke. Zu den Entscheidungen gehörte dann auch "Welches Futter hat später mal mein Sarg?": Von solchen Problemen sind die Jungs, die teilweise wie Animateure eines gehobenen Kreuzfahrtdampfers auftraten, noch weit entfernt. Zunächst feilt das Quartett noch am Profil, übt Tanzschritte und bedient sie der Technik des Duplizierens, so wird aus einem Quartett ein Oktett. Die straff geführte Zugabe aus 17 Fernsehmelodien aus der Biene Maja, den Flintstones oder "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" hatte hohen Wiedererkennungswert.

In eine ganz andere Richtung ging das Ensemble "Camerata" aus Minsk. Die drei Sängerinnen und drei Sänger sind durchwegs Profis und haben sich einer Klangwelt verschrieben, die sehr an die einst beliebten "bulgarischen Stimmen" erinnerte. Das Ensemble entführte auf einen orientalischen Basar, auf dem die Frauen keiften, Hühner gackerten und Männer feilschten. In den fein ausbalancierten Klangteppichen begegnete man der orthodoxen Liturgie und dem Rauschen eines Blätterwaldes. Mit ihren Stimmen, die sich auch in akrobatische Höhen schrauben konnten, ließ das Ensemble Wind wehen, Wasser sprudeln und Regen plätschern. Als Gag summte eine Fliege über die Bühne. "An der schönen blauen Donau" erklang als Zugabe.

Mit dem Sextett "Bliss" traten junge Männer auf die Bühne, die als "Entertainment pur" angekündigt waren und nicht nur den Gesang, sondern auch die Schauspielerei voll ausleben. "Bliss heißt Glück", kündigte der Moderator und Konzertmanager Peter Martin Jakob an. Die gut aussehende Boygroup aus der Schweiz spielte alle Trümpfe aus, die sie unter edlem Zwirn und in ihren goldene Kehlen zu bieten hatte. Einer der Herren sprang beherzt ins Publikum, andere verulkten sich gegenseitig, man scherzte, plauderte und sang sich durch Klassiker und Chart-Hits. Das Ballett Schwanensee und die Oper Figaros Hochzeit waren Vorlagen für Verulkung und Dezimierung auf wenige Takte. Den Titel "I want you back" widmeten sie Sepp Blatter und auch die Comedian Harmonists kamen zu Ehren. Das Publikum bekam an diesem Abend mehr als drei Stunden Komik, Gesang und Show.

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