Ehinger Jäger lehnen mehr Bürokratie ab

Die Jägervereinigung Ehingen sieht im Entwurf zum neuen Landesjagdgesetz auch Positives, erneuert aber ihre Kritik an Bürokratie und Verboten.

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Der Ton ist etwas versöhnlicher geworden. Hatte Kreisjägermeister Johann Krieger bei der Hauptversammlung der Jägervereinigung Ehingen Ende März mit Blick auf den Konflikt mit der grün-roten Landesregierung ums neue Jagdgesetz noch von einem "sehr stürmischen Fahrwasser" gesprochen, so gesteht er jetzt nach Abschluss der Anhörung ein: "Da hat es auch gute Ansätze." Dazu gehört für ihn die Aufnahme der Gänse, die zum Beispiel in Rottenacker zum Problem werden, in die Liste des jagdbaren Federwilds, und der Einstieg in die Lastenteilung beim Wildschaden im Feld. Haftet bisher der Jäger allein, soll künftig auch der Feldbewirtschafter mit voraussichtlich 20 Prozent beteiligt sein. "Das ist die richtige Richtung", sagt Krieger, "das trägt der Veränderung in der Landwirtschaft Rechnung."

Mit Ärger und Misstrauen beobachten die Jäger jedoch, wie in der Frage des jagdbaren Wilds Jagdrecht und Naturschutz miteinander vermengt werden. Künftig soll die Entscheidung, ob in einer Region - je nach Größe der Population - nun Feldhasen gejagt werden dürfen oder nicht, im Einvernehmen mit der Naturschutzbehörde fallen. "Im Einvernehmen heißt, der Naturschutz muss zustimmen", sagt der Jurist Krieger, der befürchtet, dass auf diese Weise das Jagdrecht vom Naturschutz abhängig wird.

Für "überflüssig, weil lebensfremd" hält der Kreisjägermeister die geplante Regelung zum Abschuss wildernder Hunde; für "bürokratisch und kompliziert" die Veränderungen beim Fütterungsverbot. "Das können wir vor Ort viel besser entscheiden", sagt Krieger, "es sei denn, die Gesellschaft will, dass Wildtiere in harten Wintern verhungern." Fasane und Rebhühner bräuchten in der ausgeräumten Landschaft Hilfe, und Rehwild bei hoher Schneelage und verharschter Oberfläche auch. Bewährt hat sich für Krieger auch die so genannte Ablenkungsfütterung - sie verhindere, dass Schwarzwild den Wald verlässt und auf Feldern Schaden anrichtet.

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