DRK-Übung am Munderkinger Stadion

25 DRK-Helfer aus Munderkingen, Oberstadion, Ehingen, Oberdischingen und Illerkirchberg haben am Stadion für den Fall eines Blitzeinschlags und einer Panik geübt. Ein Problem waren dabei nur Stechmücken.

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Übung der EE3 im Stadion von Munderkingen.  Foto: 

„Es gibt ja keine Katastrophen mehr“, sagt Lothar Raiber aus Laupheim. Er spielt damit auf die Vorsicht des Landratsamts an, dieses Wort in den Mund zu nehmen: Denn wenn eine Katastrophe deklariert ist, müsse es den Einsatz bezahlen, der ansonsten ehrenamtlich vonstatten geht. Unter den Überbegriff Bevölkerungschutz (früher Katastrophen- und Zivilschutz) fiel denn auch die Übung der Einsatzeinheit 3 (EE3) des südlichen Alb-Donau-Kreises mit Raiber als Zugführer, an der am Mittwochabend 25 Einsatzkräfte des DRK aus Munderkingen, Oberstadion, Ehingen, Oberdischingen und Illerkirchberg teilgenommen haben. Angenommen wurde, dass während eines Fußballspiels im Munderkinger Stadion der Blitz in die Anlage einschlägt und eine Massenpanik beim Verlassen der Anlage aufkommt.

Die Fußballspieler mit Verbrennungen, Zuschauer, die gestoßen wurden und sich Platzwunden zuzogen und andere, deren Kreislauf schlapp machte, wurden von DRK-Mimen dargestellt, die das Munderkinger Jugendrotkreuz kunstvoll geschminkt hatte. Mit ihrem ausgeklügelten System mit Führungs- und Betreuungsgruppe inklusive Seelsorgern, mit Notärzten und Sanitätsgruppe sowie Zuständigen für Technik und Sicherheit wurden die Verletzten zunächst gesichtet, damit festgestellt werden konnte, wer als schwerverletzt gilt und zuerst betreut werden muss.

„Unsere Einsätze dienen auch als Puffer vor den Kliniken, damit die Patienten nur nach und nach dorthin kommen und die Leichtverletzten noch ein, zwei Stunden vor Ort bleiben“, sagte Raiber gestern. Auf die Erste Hilfe folgte die Betreuung und der Transport. Ziel der Übung sei es auch gewesen, die Abläufe zu wiederholen und Kenntnisse, welches Material an welchem Standort zu holen ist, sich einprägen. Das habe gut geklappt. Auch Kathrin von Freyberg vom Landratsamt, das die Fahrzeuge von Land und Bund bereitstellt, beobachtete vor Ort den Übungsablauf. „Ein Riesenproblem waren nur die Schnaken und Stechmücken“, sagte Raiber.

Die EE3 ist mit etwa 120 verfügbaren, ehrenamtlichen Helfern gut ausgestattet, denn 86 wäre die Mindestzahl. Ihre Einsätze sind nach Vereinsrecht geregelt, und so müssen die DRKler dafür teils – je nach Arbeitgeber – frei oder Urlaub nehmen. Die Führungs- und Betreuungsgruppe der EE3 war zuletzt beim Brand in der Flüchtlingsunterkunft in Berkach im Juni im Einsatz gewesen und hatte die Bewohner betreut und Armeebetten für die Übernachtung in der Moschee zur Verfügung gestellt. Politisch gesehen sei es schlecht fürs DRK, wenn es lange keine größeren Einsätze gibt, denn dann würden stets die Mittel „zurückgefahren“.

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