Dreidimensional im Hohle Fels

Der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung veranstaltete in Schelklingen ein Seminar für Schauhöhlenführer. Neben dem Thema Geologie beeindruckte ein Film über den Hohle Fels.

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Die Höhlenführer kamen aus dem ganzen Land und betätigen sich normalerweise im Hohle Fels in Schelklingen, in der Tiefenhöhle Laichingen, in der Westerheimer Schertelshöhle, der Gutenberghöhle bei Lenningen, der Sontheimer Höhle, im Finsteren Loch bei Heubach oder in der Charlottenhöhle bei Giengen. Rund 45 Schauhöhlenführer von der Schwäbischen Alb waren zu einem Seminar nach Schelklingen angereist, so dass man vom Rittersaal im Museum in den großen Sitzungssaal im Rathaus umziehen musste. Petra Boldt, die Vorsitzende des Landesverbandes, freute sich über die große Resonanz beim 6. Höhlenführer-Seminar des Verbandes. "Vielleicht hatte die Nähe zur Venus und dem Hohle Fels besondere Anziehungskraft", mutmaßte sie.

Der neue Schelklinger Bürgermeister Ulrich Ruckh begrüßte als Gastgeber die Versammlung. Er hofft auf noch steigende Besucherzahlen am Hohle Fels. Die Museumsgesellschaft Schelklingen betreibt neben dem Museum den Hohle Fels. Ihr erster Vorsitzender, Reiner Blumentritt, lud zu einer Weltpremiere ein. Eine virtuelle Begehung der bedeutenden Höhle, die bald zum Weltkulturerbe werden soll, stand an. Mit einem Laserscanner hatten Joachim und Andy Lorenz aus Schelklingen die Daten aufgenommen und daraus am Computer kostenlos den Film erstellt. Der Scanner wurde an verschiedenen Plätzen parallel mit einer Fotokamera in der Höhle positioniert. Die innere Oberfläche der Höhle konnte so genau dargestellt werden.

Der Film vermittelt einen dreidimensionalen Eindruck. Die Besucher schweben in die Höhle und sehen sie rundum ausgeleuchtet aus verschiedenen Perspektiven. Auch wie die gesamte Höhle im Felsen liegt, wird mittels Computertechnik dargestellt. "Das ist aber optimal in Szene gesetzt", lobte Geologin Iris Bohnacker aus Blaubeuren. Der Film soll künftig im Info-Zentrum gezeigt werden. Dieses soll bis Ende des Jahres in der Nähe der Höhle erstellt werden. "Mit dem Film können wir jetzt den Winter für die Besucher besser überbrücken", freut sich Blumentritt. Die 500 Quadratmeter und 6000 Kubikmeter große Höhle ist im Winter wegen der Fledermäuse nicht zugänglich.

Rund 8000 Besucher kamen 2015 zum Hohle Fels. Höhlenforscher und -führer Jochen Duckeck aus Laichingen hielt Vorträge rund um die Geologie, mit Schwerpunkt auf den Höhlen in Baden-Württemberg. Der gelernte Geologe und Informatiker warf einen Blick zurück in die Historie der Geologie und ging auf die geologischen Arbeitsmethoden ein. Er erläuterte die Plattentektonik und die Gesteinsbildung. Besonderes Augenmerk legte er auf das Phänomen der Verkarstung. Die unterirdische Entwässerung im porösen Kalkgestein sei Voraussetzung für die Entstehung von Höhlen auf der Schwäbischen Alb ist. Er ging auf die diversen Karsterscheinungen wie Karstquellen, Dolinen, Versickerungen oder eben auch Höhlen ein.

Mit letzteren haben es die Schauhöhlenführer tagtäglich zu tun. Im Geopark Schwäbische Alb gibt es 2800 Höhlen, davon 12 Schauhöhlen. Eine davon ist die Charlottenhöhle in Giengen/Brenz. Günther Häberle und Eckhard Baschin machen dort jeder jährlich rund 150 Führungen. Die beiden Rentner lieben ihre Aufgabe. "Der Kontakt mit den unterschiedlichsten Besuchern ist sehr interessant", so meinen sie einhellig. Zu den Gründen, das Seminar in Schelklingen zu besuchen, sagt Häberle: "Hier kann ich Kollegen kennenlernen." ""Bei den Seminaren gibt es immer sehr gute Vorträge, da bekommt man einen guten Grundstock", betont dagegen Baschin, der bereits seit seinem 14. Lebensjahr Höhlenführungen macht.

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