Die Esche steht vor dem Ende

Das Eschentriebsterben setzt dem Schelklinger Stadtwald zu. Einige der Bäume werden vielleicht resistent - allerdings wohl nur ein Prozent. Auch Käfer und Stürme machten dem Wald zu schaffen.

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Förster Hans-Peter Eisele zeigt eine erkrankte Esche.  Foto: 

Ein Schlauchpilz befällt seit einigen Jahren die Eschen in Europa und lässt sie absterben. Ein Mittel dagegen ist nicht bekannt, langfristig wird es einen großen Teil der Bäume treffen. Nur ein bis fünf Prozent der Eschen wird sich Schätzungen zufolge als resistent erweisen, berichtete Thomas Herrmann vom Fachdienst Forst des Alb-Donau-Kreises dem Schelklinger Gemeinderat. Auch im Schelklinger Stadtwald sind befallene Eschen mit ihren schwarzen und abgestorbenen Trieben und Ästen zu sehen. Äußerst schade sei diese Erkrankung, finden Herrmann und der zuständige Förster Hans-Peter Eisele. "Denn wir bräuchten die Esche in Zeiten des Klimawandels eigentlich dringend", sagte Herrmann.

Denn die Baumart verträgt Hitze und Trockenheit und gilt als wichtiger Bestandteil in den Wäldern der Alb, in denen ansonsten Buchen dominieren. Etwa fünf bis acht Prozent der Bäume in den Wäldern des Alb-Donau-Kreises sind Eschen. Doch angesichts des Triebsterbens werde schon seit Jahren kein solcher Baum mehr gepflanzt, berichtet Herrmann. "Das Risiko ist einfach zu groß", sagt er. Der Schlauchpilz, der die Eschen so schädigt, stammt ursprünglich aus Asien und zersetzt in seinem Herkunftsgebiet ursprünglich nur die Eschenblätter.

Schade ist das Absterben der Bäume auch deshalb, weil das Eschenholz aus den Wäldern der Schwäbischen Alb sehr begehrt ist. Vor allem in China sei die Nachfrage groß, berichtet Herrmann. Der lange Transport nach Fernost lohnt sich. Denn von China aus werden viele mit Waren gefüllte Schiffscontainer nach Europa geschickt. Sie mit Holz beladen zurück nach China zu schicken, ist günstig. In den Schelklinger Wäldern werden die Stämme direkt auf die benötigte Länge von maximal 11,50 Meter vorgesägt und in die Schiffscontainer geladen. Ob der Preis für die Esche allerdings so hoch bleibt, wenn in vielen Wäldern befallene Bäume gefällt werden, bezweifelt Herrmann.

Insgesamt hat es im vergangenen Forstjahr weitere Schadensfälle im Schelklinger Wald gegeben. "Nichts Katastrophales, aber doch bemerkbar", sagt Herrmann. Es begann mit einem Sturm im vergangenen Herbst und setzte sich fort mit Schäden durch abbrechende Äste, die zu viel Eis trugen. Im Sommer hat die große Hitze und Trockenheit dem Wald geschadet. Die hohen Temperaturen kamen vor allem auch dem Borkenkäfer entgegen, es fiel mehr durch Käfer geschädigtes Holz an. Im Schelklinger Wald mussten die Fachleute durch die Ereignisse mehr Holz einschlagen als gedacht. Deshalb fällt auch der Ertrag höher aus. Gepflanzt werden sollen 7100 junge Bäume, vor allem Fichten, Tannen, Douglasien, Lärchen, Ahorn- und Kirschbäume. Insgesamt werde bei den Pflanzungen sehr auf das Thema Klimawandel geachtet, sagte Herrmann. Die Wälder auf der Alb böten da aber noch Vorteile im Vergleich zu Tallagen.

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