Der Sandwich-Club ist eine Alternative zur Mensa

Zum Schuljahresbeginn hat die Längenfeldschule einen Sandwich-Club eingeführt. Die Schüler bekommen für einen Euro ein gehaltvolles Pausenbrot und zu trinken. Morgens kann man für 50 Cent frühstücken.

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Der Sandwich-Club an der Längenfeldschule ist eine Alternative zur Mensa und wird von den Schülern gerne genutzt.  Foto: 

Früh übt sich. Das gilt auch für den Jungen-Stammtisch beim Sandwich-Club, den ein paar Jungs der Längenfeldschule für sich reserviert haben. Die Jungs sind in einem Alter, in dem Jungs Mädchen noch doof finden. Deshalb setzen sie sich für ihre Mittagspause eng zusammen und halten Abstand zu den Mädchen, die natürlich das Gleiche tun. Zum Beginn des Schuljahres hat die Längenfeldschule einen so genannten Sandwich-Club eingeführt, der den Kindern mittags ein gesundes Sandwich bietet.

Heute gibt es sogar ausnahmsweise eine heiße Suppe. "Darauf stehen die Kinder total", sagt Waltraud Dengler, die zusammen mit Marina Kirsch den Sandwich-Club betreut. Die Lehrerinnen kaufen ein, bereiten Gurkenscheiben, Tomatenstücke und Karottensalat vor und richten in der Schulküche ein kleines Büfett her. Rund 25 Kinder essen hier täglich außer freitags von 12.45 bis 14 Uhr ihr Brot. "Wir wollten denjenigen, die nicht in der Mensa essen können oder wollen, eine Alternative bieten", sagt Schulleiter Max Weber. Das Mensaessen kostet 3,70 Euro und ist für manche Eltern eine zu große finanzielle Belastung. Aber die Kinder haben mittags Hunger. "Und manche bekommen nichts zu essen mit oder kommen ungefrühstückt in die Schule", weiß Waltraud Dengler. An der Längenfeldschule nehmen 200 Kinder am Ganztagsbetrieb teil, und rund 70 bis 80 Kinder essen das reichhaltige Mensa-Essen. "Wir haben Kinder, die sind von 7 bis 17 Uhr an der Schule", sagt Weber.

Die beiden Betreuerinnen wissen mittlerweile, wie man günstig und gut hungrige Kinder satt bekommt. Gestern gab es einen selbst gemachten Beeren-Quark und einen Schokopudding als Nachtisch. Vor allem in der Puddingschüssel konnte man nach einer halben Stunde schon den Boden sehen. Die Kinder wollten unbedingt erzählen, warum es ihnen im Sandwich-Club so gut gefällt. "Ich liebe das, weil wir so eine große Auswahl haben", meint der zehnjährige Justin wohl formuliert und professionell. "Mein Liebstes ist die Suppe", sagt Marvis, der sich schon einen zweiten Teller holt. Der Neunjährige löffelt die Nudelsuppe, bis der Teller leer ist. Selbstverständlich spült auch jedes Kind nach dem Essen sein Geschirr selber ab und räumt es wieder auf.

Marina Kirsch und Waltraud Dengler wundern sich, welche Mengen Schulkinder vertilgen können. "Wir haben hier ein ganz dünnes Mädchen, das isst jeden Tag vier Brote", berichtet Waltraud Dengler. Dafür müsse es allerdings dann mit zwei Euro auch doppelt so viel bezahlen. "Sonst kommen wir finanziell nicht hin." Als Belag für das Körnerbrot gibt es Wurst und Käse sowie Salat und Rohkost. Die Butter steht in einer Butterdose am Büfett, die Kinder streichen es selber aufs Brot. Am Eingang zum Sandwich-Club haben sich zwei größere Schüler positioniert, die das Essensgeld kassieren.

Wer nicht isst, darf auch nicht rein. Deshalb gibt es an der Türe außen einen kleinen Wartepfropf. Denn drinnen isst noch die Freundin. Moritz aus der 5.1 hat sich gerade ein turmhoch belegtes Brot gemacht und jongliert es zum Stammtisch. "Ich bin Vegetarier", sagt der Zehnjährige "und Käse finde ich nicht so dolle". "Deshalb gönne ich mir hier jeden Tag ein Gemüsebrot", strahlt der Schüler. Wenn Äpfel, Karotten und Gurken so mundgerecht und appetitlich bereit liegen, macht das Belegen eines Gemüsebrots doppelt Spaß.

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