Der gefürchtete Dammbruch tritt ein

Der technische Ausschuss des Gemeinderats rang mit mehreren Baugesuchen. Bei geteiltem Meinungsbild wurden sie letztlich alle positiv beschieden.

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"Das ist architektonisch echt eigentlich eine Katastrophe", sagte Architektin Monika Veser am Donnerstag in der Sitzung des technischen Ausschusses über ein Baugesuch in der Michel-Buck-Straße 27. Das Haus soll saniert werden und unter anderem gegenüber dem Bebauungsplan um 65 Zentimeter zu viel erhöht werden. Zwei große Dachgauben sollen gebaut werden, und die erlaubte Dachneigung soll um drei Prozentpunkte überschritten werden. Das Projekt war schon einmal im Ausschuss Thema gewesen. Inzwischen waren Latten angebracht worden, die die gewünschte neue Höhe zeigten. Die Räte hatten sich das vor Ort angeschaut und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Architekten-Kollege Ralf Selg pflichtete Veser bei und meinte: "Für mich ist das dann ein dreigeschossiges Gebäude, und das möchte ich dort nicht sehen." Beide Fachleute warnten zudem davor, den Umbau zu genehmigen, denn dann müsste man künftig auch viele andere, vielleicht krassere Abweichungen gutheißen. Wolfgang Pilger pflichtete ihnen bei: "Das sieht nachher riesig aus."

Markus Merkle, Egon Fiderer, Bernd Schumann, Bürgermeister Dr. Michael Lohner und Wolfgang Walk setzten sich allerdings mit der gegenteiligen Meinung durch: Das Haus und die Straße profitierten von der Sanierung, die den Bestand modernisiere und aufwerte, und schließlich wolle man niemanden daran hindern, der Geld in die Hand nehmen will, um ein Haus zu sanieren und guten Wohnraum zu schaffen. Das Landratsamt hatte den Einwand eines Nachbarn, der einen längeren Schattenwurf befürchtet, übrigens als nicht relevant eingestuft.

Der befürchtete Dammbruch trat dann prompt ein: Auch eine Bauvoranfrage für den Umbau, Anbau und die Aufstockung der Gebäude Alter Brunnenberg 3 und 5, bei der die Verwaltung zunächst abgeraten hatte, das Einvernehmen zu erteilen, wurde mit fünf zu zwei Stimmen bejaht. Monika Veser und Wolfgang Pilger stimmten gegen den drei Meter langen Anbau und die Firsterhöhung um etwa zwei Meter. Selg zeigte sich "hin- und hergerissen". Er fände dieses Vorhaben nun nicht mehr so schlimm, wenn man das vorige schon genehmigt habe und stimmte zu. Ebenso Merkle, Walk, Lohner und Schumann, die sich über die dringend nötige Sanierung am Alten Brunnenberg freuen. Egon Fiderer enthielt sich bei der Abstimmung, weil er gern noch das Gespräch mit dem Bauherrn gesucht hätte, um diesen zu fragen, ob er die Veränderungen nicht moderater gestalten könnte.

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