Der Alltag und viel Fantasie

Bühne frei hieß es für die Gemeinschaftsproduktion von Grundschulchor und Theater-AG der Allmendinger Schule. In "Ritter Rost und Prinz Protz" wird ein zurückhaltender Ritter zum Retter.

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  • Szenen aus dem Musical an der Allmendinger Schule: Burgfräulein Bö trifft auf der neuen Burg Prinz Protz (Bild links); Ritter Rost hat sich auf der Toilette verkrochen und liest die SÜDWEST PRESSE (rechts). 1/2
    Szenen aus dem Musical an der Allmendinger Schule: Burgfräulein Bö trifft auf der neuen Burg Prinz Protz (Bild links); Ritter Rost hat sich auf der Toilette verkrochen und liest die SÜDWEST PRESSE (rechts). Foto: 
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"Es geht ums Putzen", fasste Rektor Reinhold Krämer den Inhalt des Kindermusicals von Montagabend prägnant zusammen. In der Aula der Grundschule in Allmendingen war viel geboten, denn zusammen mit dem Grundschulchor unter der Leitung von Tanja Matej inszenierte die Theater-AG von Sonja Gkiortzis ein Musicalstück, das gewöhnliche Alltagsprobleme mit Fantasie kombinierte. Der vierte Band der Ritter- Rost-Bücher von Jörg Hilbert und Felix Janosa dauerte in der Allmendinger Fassung eine Stunde und die zahlreichen Zuschauer sparten am Ende nicht mit Beifall.

"Sie soll die 100. entführte Frau für ihn sein", erklären die Nachwuchsschauspieler beim letzten Check kurz vor dem Auftritt. Mit "sie" ist das Burgfräulein Bö gemeint, verkörpert durch Zoe Großmann. Mit der Situation auf der eisernen Burg, "wo der Wald am finstersten ist und wo sich noch nicht einmal die Räuber hinwagen", ist Bö nicht zufrieden - es ist zu dreckig und zu staubig. Das macht ihr im ersten Akt dann auch der allergische Staubsauger klar. "Das ist kein Schnupfen, das ist meine Hausstauballergie", entschuldigt sich Pavlos Soumpalas im Namen seiner Rolle. Auch Ronja Bammert, Oskar Schmidtchen, Vanessa Widmann, Erva Cüskün, Tamara Wysocka und Annika Ibach bringen als verdrecktes Geschirr, das sich bereits stapelt, den Unmut zum Ausdruck.

Weil der eigentliche Herr im Haus, Ritter Rost, aber statt zu putzen mitunter stundenlang auf dem Klo die SÜDWEST PRESSE liest, entsteht Spannung auf der düsteren Burg. Der Ritter tritt zwar martialisch auf und hält sich für den tapfersten und schlausten seiner Art, entpuppt sich aber seinem Namen entsprechend als Schwächling. Marie Fiedeler kam mit der zentralen Rolle souverän zurecht. Für weiteres Chaos im Stück sorgte Lilli Bekeris als Drache Koks.

Der Entschluss des toughen Burgfräuleins steht jäh fest: Es muss ein neuer Diener her. Das rät ihr auch der plötzlich auftauchende Zauberspiegel, gespielt von Simona Geißelhart, möglich gemacht durch den "Zauberspieger-Blitzversand", solo gesungen von Meico Hartmann, Leon Bekeris und Melina Courtout. Der Name des neuen Dieners ist nicht wie das von Emma Vogel, Elena Bares, Mira Fuchs, Celina Sontheimer und Jonas Engelhart vorgetragene Stück "geheim, geheim". Es handelt sich um den notorischen Entführer Schrottfried Prinz von und zu Putz und Protz, gespielt von Aylin Kayhan, der das Burgfräulein Bö zu seiner 100. Burgfrau machen möchte. Damit stieße sie zu den anderen Burgfräulein: Erva Cüskün, Tamara Wysocka und Annika Ibach. Aber Bö lässt sich nicht unterkriegen, genau wie Johanna Stohr und Emma Vogel bei ihrem anschließenden Rap, der viel Wortakrobatik verlangte.

Die neue Sauberkeit beginnt Bö allerdings zu nerven, weil Prinz Protz' ständig putzende Mutter Kehrlinde mit einbezogen ist. Mit Aussagen wie "Wer schläft, macht keinen Dreck" schikaniert Kehrlinde (Anna Schosser) ihre Mitbewohnerinnen. Da muss sich Ritter Rost mit Hilfe von Feuerdrache Koks schon ganz schön ins Zeug legen, um seine Bö zurückzugewinnen. Sowohl die Raben Ronja Bammert, Oskar Schmidtchen und Vanessa Widmann als auch Werwolf Annika Ibach können ihnen auf dem Weg dahin nichts anhaben.

Mithilfe der "Ranzige(n) Romanze", gesungen von Jana Prei und Isabel Guter, gelingt das Happy End. Die Zuschauer staunten nicht schlecht, als gemeinsam das Rätsel auf der Burg von Prinz Protz gelöst wurde und Moritz Wellershoff den abschließenden Song "So kocht die Oma von Ritter Rost" ankündigte. Der Applaus hielt sehr lange.

Viel zu tun hatten nicht nur Tamara Wysocka und Annika Ibach in ihren jeweils drei Rollen, sondern auch der Betreuungsstab im Hintergrund. Der Dank galt am Schluss auch Rektor Reinhold Krämer, der das Stück mit der Calvinova begleitete. Anita Stökler war verantwortlich für die Kulisse, Sonja Gkiortzis für die Kostüme, genau wie Angelika Huber, die mit den Kindern der Ganztagesbetreuung lange dafür beschäftigt gewesen war.

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