Datennetze für die Kreise

Breitbandkabel gehören heute zur Infrastruktur wie Wasserleitungen und Abwasserkanäle, meint Heinz Seiffert. Er hat am Montag von Überlegungen berichtet, für das Gebiet der OEW einen Verband zu gründen.

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Leistungsstarke Netze zur Kommunikation - das Archivbild zeigt Kabelarbeiten in Albeck - sind wichtig für den Ländlichen Raum, meint Landrat und OEW-Vorsitzender Heinz Seiffert.  Foto: 

Mit ihrem Antrag, die Breitbandversorgung im Alb-Donau-Kreis zu verbessern, rannte die CDU-Fraktion offene Türen bei Landrat Heinz Seiffert ein. Während die CDU bei der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik am Montag ein Ausbaukonzept und die Ernennung eines Beauftragten für den Alb-Donau-Kreis forderte, berichtete Seiffert von einer Idee, die darüber hinaus geht: Die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), deren Vorsitzender Seiffert ist, wollten sich des Themas annehmen. Es gebe Überlegungen, für das Gebiet der neun Mitglieds-Landkreise Alb-Donau, Ravensburg, Bodensee, Biberach, Zollernalb, Rottweil, Sigmaringen, Freudenstadt und Reutlingen einen Zweckverband oder eine GmbH zu gründen, die den Kommunen Dienstleistungen in Sachen Breitband anbietet. Im Januar oder Februar seien Beschlüsse der OEW-Verbandsorgane vorgesehen, sagte Seiffert. "Wir sind auf gutem Weg, dass es nicht jeder Kreis selber machen muss." Welche Leistungen der Verband anbieten könnte, führte Seiffert nicht aus.

Er sieht in einer guten Versorgung mit Netzen zur Kommunikation einen wichtigen Faktor zur wirtschaftlichen Entwicklung. Leistungsstarke Glasfasernetze gehörten heute zur Infrastruktur wie Wasserleitung und Abwasserkanäle. Dies unterstrich der Blausteiner Bürgermeister und SPD-Kreisrat Thomas Kayser. Eine Gemeinde komme dabei schnell an Grenzen, sie bekomme von Unternehmen nicht einmal mitgeteilt, wo im Ort bereits Leitungen verlegt seien. Jens Kaiser (CDU), Bürgermeister in Illerrieden, hält es für wichtig, dass Gemeinden nicht "aneinander vorbei planen".

CDU-Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter Karl Traub berichtete von Gesprächen mit dem Minister für den Ländlichen Raum, Alexander Bonde (Grüne). Der stelle im Doppel-Haushalt des Landes für die Jahre 2013 und 2014 jeweils zehn Millionen Euro für Datenleitungen zur Verfügung.

Heinz Seiffert wies darauf hin, dass sich das Landratsamt auch bisher schon um das Thema gekümmert habe. Viele Gemeinden und auch der Verwaltungsverband Langenau hätten schon viel erreicht. Andere Teile des Alb-Donau-Kreises seien noch nicht so weit. Reinhard Härle (Freie Wähler) berichtete aus Dellmensingen, wo die Telekom Kabel legte, nachdem Verträge für mehr als 400 Anschlüsse unterzeichnet waren. Solche Vereinbarungen seien heute nicht mehr möglich, denn es würden europaweite Ausschreibungen verlangt, wusste Thomas Kayser. Auch deswegen bräuchten die Gemeinden fachliche Beratung.

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