Datenklau anno 1988

Vor 25 Jahren trat der langjährige CDU-Stadtverbandsvorsitzende Anton Haid ab. Zudem wurde ihm sein Computer gestohlen - frühzeitlicher Datenklau. Vor 50 Jahren gabs Tipps für Besuche in der Ostzone.

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Vor 25 Jahren

20 Jahre lang hatte Anton Haid den Ehinger CDU-Ortsverband geführt. Im Oktober 1988 aber trat er ab. Bis für ihn ein Nachfolger gefunden wurde, brauchte es aber einige Zeit, genau genommen viereinhalb Stunden und sechs Kandidaten. Der Siebte, Ventur Schöttle, rang sich dann "nach heftigem Drängen aus der Mitgliederversammlung zu einem ,Ja zur Übernahme des Amtes als Stadtverbandsvorsitzender der Christdemokraten durch".

Auch Schöttle, bereits 1978 vom damaligen Ministerpräsidenten Hans Filbinger als politischer Staatssekretär ins Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Umwelt geholt, hatte zunächst abgelehnt. Als er sich dann zur Wahl stellte, erhielt er 90 von 93 Stimmen und fiel sogleich mit einer feurigen Antrittsrede auf. Vor allem die Junge Union forderte er vehement zur Zusammenarbeit auf: "Wer mit 30 Jahren noch keinen Mumm hat, ist ein Busch und wird nie ein Baum." Er werde für die anstehenden Stadtratswahlen alle Mitglieder "fordern. Da gibt es kein Kuschen". Erst einmal in Fahrt, kündigte der damals 59-Jährige an, "dem alten schwäbischen Sprichwort ,Neue Besen kehren gut" gerecht werden zu wollen.

Dass viele Autofahrer in der Lindengarage in voller Fahrt waren, das wiederum war "Stadtverwaltung, Polizei und Verkehrswacht ein Dorn im Auge". Die "kerzengerade verlaufende Verbindung vom Unter- zum Zwischendeck" sollte "kurvig gestaltet" werden, um die "Lindengaragen-Raser zu bremsen".

Doch damit nicht genug der Aufregung: Datenklau sah 1988 noch anders aus als heute, wenn spezialisierte Hacker komplette Unternehmens- oder Staatsdaten auslesen. Einen Aufmacher war es unserer Zeitung damals wert, dass ein Unbekannter einem Ehinger Geschäftsmann "einen noch unübersehbaren Schaden zugefügt hat, als er dessen Computer samt Zubehör und sämtlichen Daten stahl". Bei dem Gerät handelte es sich um einen "Addonics AT", einen Bildschirm sowie einen Drucker - alle "elfenbeinfarbig". Der Geschädigte war übrigens Anton Haid. Er setzte eine Belohnung von 2000 Mark aus. Interessant zudem: Die Polizei hatte die Presse aufgrund einer "ungewollten Informationssperre" drei Tage lang nicht informiert. Erst als Haid die Belohnung aussetzte, bekamen die Journalisten davon Wind.

Vor 50 Jahren

"Was darf man in die Ostzone mitnehmen?" Dieser Frage ging unsere Zeitung vor 50 Jahren, zwei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer, nach. Anlass: Ein "Mitbürger, der nach 12 Jahren seine Verwandten in der Ostzone besuchen wollte", wurde beim Grenzübergang kontrolliert, die Koffer durchwühlt und am Leib "visitiert". Die "480 Stück Zigaretten, ein Pfund Kaffee und 2450 Gramm Schokolade wurden eingezogen". Tipp der Redaktion damals: "Geschenke vorausschicken!"

Zum Abschluss wieder ein Abtritt. Vor 50 Jahren trat aber kein Mensch, sondern die alte Vereinsfahne des Liederkranzes Schelklingen "90-jährig" ab. Nicht jeder Sängergeneration werde die Freude einer solchen Fahnenweihe zuteil, hieß es damals. Aus diesem Grund gab es neben Chorkonzert und Festgottesdienst auch noch ein Beisammensein unter dem Motto "Festliche Stunde in froher Runde".

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