Conchitas von der Alb

"Maschgera gau" hieß es auch in diesem Jahr bei der Straßenfasnet am Glombigen in Ehingen. Vampire, Samba-Girls, Eskimos und Maler verteilten ihre Kromet - selbst gefertigte kleine Aufmerksamkeiten.

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  • Gut voll war es in der Nacht vom Glombigen zu gestern in Kneipen wie dem "Schwanen". Für Stimmung sorgte auch die Matekapelle - mit Landrat Heinz Seiffert. 1/2
    Gut voll war es in der Nacht vom Glombigen zu gestern in Kneipen wie dem "Schwanen". Für Stimmung sorgte auch die Matekapelle - mit Landrat Heinz Seiffert.
  • Conchita Wurst ist in diesem Jahr eine der vorherrschenden Figuren in der Fasnet: Zum Glombigen in Ehingen gab es sie gleich gruppenweise. Fotos: Christina Kirsch 2/2
    Conchita Wurst ist in diesem Jahr eine der vorherrschenden Figuren in der Fasnet: Zum Glombigen in Ehingen gab es sie gleich gruppenweise. Fotos: Christina Kirsch
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Die Straßenfasnet am Glombigen wird immer mehr zu einer wilden Mischung aus Disko-Gewummer aus den Zelten, Straßenmusik der einzelnen umherziehenden Kapellen und vereinzelten Gruppen, die den Brauch des "Maschgera gau" pflegen. Dieses Jahr musste man die Gruppen allerdings im Nebel und zwischen den Kneipengängern suchen. "Von dr Alb ra" flatterten nach eigener Aussage ein paar Schmetterlinge, die ihre Flügel auch im Gasthof "Schwert" ausbreiteten und diese bewundern ließen. Wer sie mit Anerkennung überschüttete, bekam als Dankeschön auch einen Filzschmetterling der "Lady Butterfly 2015".

Die warme Stube suchten ein paar Samba-Girls, die "direkt aus Rio" kamen und sich gegen die winterlichen Temperaturen mit Wolldecken schützten. "Nimm uns mit zum Candle-light", baten vier Büttel, die als Kerzen durch Ehingen wandelten. Mit ihren beleuchteten Flammen-Hüten fielen sie zwar auf, aber eine Einladung zum Dinner erschien schwierig: Die Kerzengänger hätten in den Wirtshäusern je mindestens zwei Stühle beansprucht - und die Plätze in den Kneipen waren knapp. Der "Ochsen", wo früher nachts stets die Post abging, hatte seine Türe komplett geschlossen.

In den anderen Gaststätten war die Stimmung prächtig. Dazu trugen auch die Mate-Kapelle, die "Edelweiß" aus Rottenacker und andere Musikgruppen bei. Wer nicht aufpasste, wurde in der Nacht von Vampiren überfallen, die nicht davor zurückschreckten, kräftig zuzubeißen. Zum Trost verteilten die aufwendig maskierten Blutsauger frisches Blut aus der Flasche, Ersatzgebisse aus Plastik und als Vorsorge auf ein mögliches Ende auch noch einen Holzsarg. Um so reich beschenkt zu werden, mussten die Passanten aber auch etwas leisten.

Hawaii-Damen forderten Nachtschwärmer zum Mitsingen auf. Fürs Singen gab es eine Blüte. Eine Gruppe Maler in weißen Kitteln hatte Mini-Paletten dabei. Ein super Gag waren die Conchita Würste, die direkt aus Grötzingen und Umgebung nach Ehingen heruntergerollt kamen. Schon bei den Narrenbällen konnte man beobachten, dass Conchita Wurst dieses Jahr ein begehrtes Vorbild für Kostümierungen ist - schwarze Glatthaar-Perücke mit Mittelscheitel, ein aufgemalter Vollbart und dicke Augenbrauen. In der Masse schockten die Conchitas jedoch heftig und wirkten wie ein schlechter Traum. Die Grötzinger Conchitas hatten zusätzlich auch noch für eine passende Wurstpelle gesorgt. Oben und unten eingeschnürt verhinderte die Wurstklammer Gott sei Dank nicht, dass die Mundwerke ordentlich liefen. Der gegenseitigen Veräppelung stand auch heuer nichts im Wege - lustig ist die Fasnet, wenn solche Maschger ihr Unwesen treiben.

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