Christian Walter wird Schulleiter der Hermann-Gmeiner-Schule

Bisher war er nur der kommissarische Schulleiter der Hermann-Gmeiner-Schule in Ehingen - vor wenigen Tagen ist Christian Walter nun zum dortigen Schulleiter bestellt worden. Amtseinsetzung ist im kommenden Schuljahr.

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An einer Schule vom Lehrer zum Leiter: Christian Walter mit einigen seiner Schüler. Foto: Corinna Jirmann

Christian Walter hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich: Zuerst übernahm der Sonderschulpädagoge im Sommer die kommissarische Leitung der Hermann-Gmeiner-Schule, da sich kein Nachfolger für die ausscheidende Leiterin Ursula Mittag gefunden hatte. Im Herbst wagte der Schemmerhofener den Schritt vors Standesamt, im Januar bewarb er sich auf die Stelle des Schulleiters. Vor wenigen Tagen kam dann die erfreuliche Nachricht, dass er zum Schulleiter bestellt wurde und im kommenden Jahr offizielle Amtseinsetzung ist. Nächsten Monat feiert der gebürtige Unterstadioner seinen 33. Geburtstag und heiratet kirchlich - es soll ja nicht langweilig werden . . .

Natürlich verbringt der frisch gebackene Schulleiter bereits seit der kommissarischen Leitung täglich viel mehr Zeit an der Schule als früher, "aber sie vergeht wie im Flug", sagt Walter und wirkt vollkommen zufrieden. Für ihn sei es genau der richtige Weg gewesen. "Als mich damals Frau Mittag fragte, ob ich die Leitung übernehmen wolle, war ich zuerst unsicher. Ich hatte befürchtet, dass ich mich dann nur noch um Probleme kümmern und Konflikte lösen muss." Also sagte er zunächst nur die kommissarische Leitung zu, um erst einmal zu sehen, "wie es so läuft" - und es lief. Der Zuwachs an Verantwortung und Gestaltungsspielraum haben es Walter angetan: "Mir gefällts richtig gut."

Nach dem Abitur in Biberach zunächst eine elektrotechnische Ausbildung im Sinn, war er als Zivildienstleistender an der Schule für körperlich und geistig Behinderte in Ingerkingen so beeindruckt von der "großen Freude und absoluten Ehrlichkeit" der Schüler, dass er sich umentschied. Aufs Studium in Weingarten und Reutlingen folgte das Referendariat in Hegenberg an der Don-Bosco-Schule für behinderte Schüler sowie in Kressbronn an einer Förderschule.

Gerne wäre der Sonderschulpädagoge danach an eine Schule für Behinderte gegangen, doch da gebe es nur wenige Stellen - und vor allem keine freien. So kam er 2010 an die Hermann-Gmeiner-Schule.

Wie für seine Vorgängerin steht auch für den neuen Schulleiter das soziale Miteinander aller im Mittelpunkt. Soziale Projekte haben einen hohen Stellenwert, weshalb es diese Woche beispielsweise in den Kletterwald nach Laichingen geht. Ebenso soll das Kooperationsprojekt mit der Magdalena-Neff-Schule fortgesetzt werden, welches es den Neuntklässlern ermöglicht, dort nicht nur regelmäßig den Unterricht zu besuchen, sondern nach dem zehnten Schuljahr auch einen dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschluss zu machen, der ihnen durch das zusätzliche Jahr eher gelingt.

Weitere Erfolge der Gmeiner-Schule: Die Zahl der Erstklässler wächst und zugleich die Zahl derjenigen, die nach dem ersten Jahr eine Regelschule besuchen können - Ende dieses Schuljahres werden es zwei Drittel sein. Walters Erklärung: "Immer mehr Eltern haben uns offenbar als Alternative zur Regelschule entdeckt und trauen sich, ihr Kind zuerst zu uns zu schicken." Angesichts kleiner Klassen und individuellem Unterricht könnten sie sich hier offenbar gut entwickeln, und der anschließende Regelschulbesuch sei dann kein Wagnis mehr.

Als größte Herausforderung für die Zukunft sieht Walter den Beitrag seiner Schule zur Inklusion. "Der Grundgedanke ist ja absolut richtig, aber die Rahmenbedingungen müssen passen. Noch ist das nicht der Fall." Walter sind die Richtlinien für die sonderpädagogische Ausstattung an Regelschulen ein Dorn im Auge: Pro Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in einer Regelschulklasse würden nur wenige Schulstunden finanziert, in denen auch ein Sonderschullehrer - beispielsweise von der Gmeiner-Schule - zugegen ist. Das sei viel zu wenig. Da Walter aber in seiner Freizeit gerne als Rucksacktourist durch die Welt reist, weiß er, was es heißt, mit ungewohnten Situationen umzugehen. "Wir müssen jetzt erst einmal Erfahrungen sammeln", sagt er. Und schließlich: Es soll ihm ja nicht langweilig werden . . .

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