Bürgermeisterwahl: Duell endet unentschieden

Die Entscheidung, wen die Griesinger am Sonntag zu ihrem Bürgermeister wählen sollen, dürfte auch nach der offiziellen Kandidatenvorstellung gestern nicht leichter sein. So war nach der Veranstaltung zu hören.

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  • Schlussbeifall für die Kandidaten: Das Interesse an der Vorstellung in Griesingen war groß. 1/4
    Schlussbeifall für die Kandidaten: Das Interesse an der Vorstellung in Griesingen war groß. Foto: 
  • Oliver Klumpp: "Wer anpackt, wo andere erst mal reden, hat einen Vorsprung", sagte er. 2/4
    Oliver Klumpp: "Wer anpackt, wo andere erst mal reden, hat einen Vorsprung", sagte er.
  • Udo Hanser: Von "hinterm Wald", aber deshalb beileibe kein "Hinterwäldler", sagte er. 3/4
    Udo Hanser: Von "hinterm Wald", aber deshalb beileibe kein "Hinterwäldler", sagte er.
  • Hans-Jörg Nordmeyer: "Ich biete die Möglichkeit der Notbremse", sagte der "Nein-Idee"-Vertreter. 4/4
    Hans-Jörg Nordmeyer: "Ich biete die Möglichkeit der Notbremse", sagte der "Nein-Idee"-Vertreter.
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Entschlossen sieht anders aus: "Jetzt weiß ich immer noch nicht, wo ich am Sonntag mein Kreuz machen soll", sagte ein älterer Griesinger gestern, als er aus der Mehrzweckhalle kam. Offenbar hatte ihm die offizielle Kandidatenvorstellung keinen entscheidenden Hinweis gegeben. Dabei hatten sich zumindest zwei der drei Kandidaten - für die meisten überraschend war auch der Bewerber der "Nein-Idee", Hans-Jörg Nordmeyer, erschienen - mächtig ins Zeug gelegt, um für sich zu werben. Das Interesse war groß, die Halle war voll. Bürgermeister-Stellvertreter Wolfgang Spada moderierte, der andere Stellvertreter Josef Stiehle geleitete die Kandidaten in den Vereineraum und wieder heraus; dort wachte  Gemeinderat Franz Werner , dass alles mit rechten Dingen zuging.

Erster am Pult war Oliver Klumpp; nachdem er seinen beruflichen Werdegang skizziert und seine Ehrenämter genannt hatte - Zunftmeister der Ehinger Dämonen, Bürgerwache, Verkehrswacht, CDU-Stadtverband -, lobte er die Leistungen der Griesinger: Sie könnten stolz darauf sein, es herrsche ein großer Zusammenhalt im Ort. Wichtig sei die Partnerschaft zu den Vereinen - und die Jugendarbeit, hier möchte er sich starkmachen, etwa für eine Jugendsprechstunde im Rathaus. Ferner könne es einmal monatlich einen Runden Tisch mit Kindergarten und Schule im Rathaus geben, er kann sich Projekte "Alt hilft Jung" oder "Jung hilft alt" vorstellen und eine Verkehrsschau in der Ortsdurchfahrt der L 259. "Einen Vorsprung hat der im Leben, der da anpackt, wo die anderen erst mal reden - mit diesem Zitat von J.F. Kennedy schloss Klumpp.

Er komme zwar als Untersulmetinger von "direkt hinterm Wald", sei deswegen aber nicht als "Hinterwäldler" zu betrachten, begann Udo Hanser seinen Part. Auch er umriss seine berufliche Laufbahn; sein größtes Hobby sei die Familie, die gestern komplett anwesend war. Er sei parteilos, mit seiner "wertkonservativen Überzeugung" sei er offen für Neues. Es gelte, den erfolgreichen Weg Griesingens fortzusetzen, aber auch ein Stückweit einen Neuanfang zu starten. Mit den Finanzen verantwortungsvoll umgehen, Zuschüsse und Fördergelder auslasten, ein am Bedarf orientiertes Angebot an Bauland, die Nutzung innerörtlich brachliegender Flächen - all dies wolle er angehen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelte es zu sichern, auch über seniorengerechtes, vielleicht generationsübergreifendes Wohnen müsse nachgedacht werden, sagte Hanser.

Hatten die beiden ersten Redner ihre Zeit von 15 Minuten jeweils ausgeschöpft, so brauchte Hans-Jörg Nordmeyer, Vertreter der "Nein-Idee", gerade fünf Minuten. "Es geht uns ums Anbieten einer Alternative", sagte er, "mit unserer Kandidatur hätten sie die Möglichkeit, eine Neuwahl zu erzwingen. Mit dem Verweis auf sein Angebot einer "Notbremse" beantwortete er auch die Fragen sehr kurz, was zu Lachern im Publikum führte.

Eher ernst waren dennoch die Fragen gemeint. Wie man die Jugendarbeit auch außerhalb der Vereine gestalten könne, wollte Hermann Brunner wissen. Die beste Jugendarbeit leisten die Vereine, waren sich Klumpp und Hanser einig. Man müsse jedenfalls die Jugendlichen mit ins Boot nehmen, sagte Klumpp; vielleicht könne die Gemeinde einen Raum zur Verfügung stellen, meinte Hanser.

Den Dorfkern beleben (Hanser), "Innenförderung vor Außenförderung" (Klumpp); so hießen die Antworten für Karl-Heinz Zügn, der gefragt hatte, was sich in der Gemeinde verändern könne. Annette Laub sprach die Kinderbetreuung an und dass keine Verlässliche Grundschule existiere, Mit den Tagesmüttern sei die Gemeinde momentan noch gut aufgestellt, sagten beide Kandidaten, in der Grundschule gebe es momentan noch keinen Bedarf für Ganztagesbetreuung, sagte Hanser.

"Können wir nicht auf die Verwaltungsgemeinschaft mit Ehingen verzichten, wenn Sie ein so exzellenter Verwaltungsfachmann sind?", richtete Paul Hamann seine Frage alleine an Udo Hanser. "Nein", antwortete dieser, diese Hilfe sei für kleine Gemeinden wie Griesingen unverzichtbar, künftig werde gar noch mehr Kooperation zwischen Gemeinden nötig sein.

Ob es für Senioren Betreutes Wohnen in Griesingen geben könne, wollte Luise Rieder wissen. Die Hilfe unter den Generationen funktioniere hier noch, sagte Klumpp; er kann sich aber vorstellen, dass ein Seniorenberater im Ort Termine wahrnimmt. Laut Hanser müssten für Seniorenwohnungen erst die Rahmenbedingungen geschaffen, ein Investor gefunden und die Nachfrage gebündelt werden. Der Bedarf werde aber kommen, - nicht sofort, aber in einiger Zeit.

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