Bohrungen nach Erdgas verbieten

Der Alb-Donau-Kreis soll eine Erdgasgewinnung nach dem so genannten Fracking-Verfahren verbieten, fordern die Grünen. Der Kreis werde im Anhörungsverfahren Stellung beziehen, sagt Landrat Heinz Seiffert.

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Erdgas - hier ein Archivbild einer Fernleitung - ist wichtig für die Energieversorgung. Die Gewinnung per Fracking-Verfahren stößt auf Widerstand. Der Alb-Donau-Kreis soll Stellung beziehen, meinen die Grünen.  Foto: 

Die Absicht zweier Unternehmen, in Oberschwaben Lagerstätten von Erdgas zu erkunden, hat Bürger zwischen Konstanz und dem Alb-Donau-Kreis aufgeschreckt. Bisher haben die Firmen lediglich eine Lizenz zum Sammeln und Auswerten von Daten. Seismologische Untersuchungen mit Geräten vor Ort oder Bohrungen für das Fracking-Verfahren stehen derzeit nicht an. Dennoch solle der Alb-Donau-Kreis jetzt Stellung beziehen, fordert die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. "Bohrungen mit dem Fracking-Verfahren dürfen nicht erfolgen, bis nachgewiesen ist, dass kein Risiko für Mensch und Umwelt besteht", heißt es in dem Antrag, der am Montag im Ausschuss für Umwelt und Technik behandelt wurde.

Für die Gewinnung von Schiefergas sind nicht nur tiefe Bohrungen, sondern auch der Einsatz von chemischen Substanzen nötig (wir berichteten). In den USA sei es bei der Anwendung des Fracking-Verfahrens zu einer Vermischung von Chemikalien und Trinkwasser gekommen, sagte Christian Stängle (Grüne). Auch Bodenabsenkungen und Risse seien zu befürchten. "Ich möchte das Verfahren grundsätzlich nicht haben", sagte er.

"Mir ist bei der Geschichte nicht wohl", bekannte Landrat Heinz Seiffert. Ein Landkreis habe aber nicht die Möglichkeit, die Gasgewinnung zu verbieten. Es laufe das übliche Verfahren mit der Anhörung der "Träger öffentlicher Belange". Komme es so weit, werde die Verwaltung nicht allein Stellung nehmen, sondern den Umwelt-Ausschuss einbeziehen, sagte Seiffert zu.

Das Lizenzgebiet ragt ein Stück weit in den südlichen Alb-Donau-Kreis hinein, betroffen sind die Gemeinden Oberstadion und Illerrieden. Der Illerriedener Bürgermeister und CDU-Kreisrat Jens Kaiser meint, dass das Gasvorkommen in keinem Verhältnis zum wirtschaftlichen Nutzen steht. Die Gemeinde werde den Fortgang kritisch beobachten. Der Illerriedener Hauptamtsleiter Bernhard Abendschein hat an einer Veranstaltung des Landesbergamts in Illmensee teilgenommen. Dort habe die Bodensee-Wasserversorgung angekündigt, sich an die Spitze des Widerstands gegen das Fracking zu setzen.

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