Beim Kreisbauernverband gehen zwei Geschäftsführer

Der Kreisbauernverband Ulm-Ehingen braucht einen neuen Geschäftsführer. Roman Gottschalk hat gekündigt und die Geschäfte an seinen Stellvertreter Philipp Aspacher übergeben. Doch auch der geht.

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Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbands, Andreas Gottschalk (links, hier mit dem Verbandsvorsitzenden Hans Götz), hat gekündigt.  Foto: 
Einfach sei der Job nicht, sagt Georg Bendele, stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbands Ulm-Ehingen: „Der Geschäftsführerposten ist verantwortungsvoll.“ Es gelte, die Interessen von knapp 3500 Mitgliedern zu vertreten und mit den vier Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstands sowie den insgesamt 30 Mitgliedern des erweiterten Vorstands – alles Ehrenamtliche – zusammenzuarbeiten. Ferner müsse die Geschäftsstelle mit sechs Mitarbeitern geleitet werden.

Diese Geschäftsstelle befindet sich seit vier Jahren in Dellmensingen. Zuvor unterhielt der Verband zwei Büros – eines in Ulm und eines in Ehingen. Kurz vor dem Umzug in den Erbacher Teilort hatte die damalige Geschäftsführerin, gerade mal ein knappes Jahr im Amt, gekündigt. Der Aufbau der neuen Geschäftsstelle wurde damit zur Aufgabe von Roman Gottschalk, der am 1. August 2011 die Geschäftsführung des Kreisbauernverbands übernahm. Nun, knapp vier Jahre später, hat auch Gottschalk gekündigt – „aus persönlichen und privaten Gründen“, sagt Georg Bendele, was Gottschalk unserer Zeitung bestätigt (siehe Infokasten).

Im Grunde habe ihn der Weggang des 38-jährigen Gottschalk nicht überrascht, sagt Bendele in Vertretung des erkrankten Kreisvorsitzenden Hans Götz. Überraschend sei aber, wie schnell die Trennung vollzogen wird. Nachdem der geschäftsführende Vorstand und Gottschalk übereingekommen seien, das Arbeitsverhältnis aufzulösen, sei der Landesbauernverband (LBV), bei dem der Geschäftsführer angestellt ist, am Montag über die Kündigung informiert worden. Gottschalk sei ab sofort freigestellt. Darüber, wie er die Arbeit einschätzt, die Gottschalk im Kreisbauernverband geleistet hat, möchte Bendele nichts sagen. Zunächst müssten alle Vorstandsmitglieder informiert – was gestern geschehen sollte – und eine außerordentliche Vorstandssitzung einberufen werden.

Der Landesbauernverband wird die Stelle des Geschäftsführers ausschreiben. Über das genaue Anforderungsprofil an die Bewerber – Gottschalk ist Diplom-Forstingenieur – sei mit dem Kreisverband noch nicht gesprochen worden, sagt Heiner Krehl, Pressesprecher des LBV. Ob es genug Bewerber mit der erforderlichen Qualifikation geben wird, lasse sich nicht vorhersagen. „In unsere Branche ist es so schwierig wie in anderen Branchen, qualifizierte Kräfte zu finden“, meint Krehl. Darüber, wie die Stelle dotiert ist, will er nichts sagen, „das ist nichtöffentlich.“

„Leistungsgerechte Vergütung und attraktive Nebenleistungen“ verspricht der LBV einem Volljuristen oder einer Volljuristin für die Geschäftsstelle in Dellmensingen. Der Posten solle zum nächstmöglichen Zeitpunkt besetzt werden, heißt es in dem erst kürzlich veröffentlichten Stellenangebot. Aktueller Stelleninhaber ist Philipp Aspacher, der stellvertretende Geschäftsführer. An ihn hat Gottschalk die Geschäfte des Kreisbauernverbands Ulm-Ehingen am Dienstagabend offiziell übertragen. Doch auch Aspacher wird den Verband verlassen. Nach unseren Informationen hat er ein attraktives Angebot, das er nicht ausschlagen könne. Eine Stellungnahme von Aspacher selbst war nicht zu bekommen.

„Große Einsatzbereitschaft und Belastbarkeit“ erwartet der LBV vom Neuen in der Geschäftsstelle. Für dessen Vorgesetzten, den neuen Geschäftsführer, dürfte das nicht minder gelten. Die Arbeit sei „in manchen Situationen etwas nervenaufreibend“, räumt Bendele ein. Auf der anderen Seite biete die Stelle Gestaltungsspielraum, die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und Führungsqualität zu zeigen: „Der Job hat schon was.“

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