Ballungszentrum für Mehlschwalben in Volkersheim

Schick in Volkersheim hat die Vogelpflegestation von Rudolf Kohlruss übernommen. Auch das lange leerstehende Schwalbenhaus aus Dächingen entwickelt sich in der Pfarrei prächtig.

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  • Reger Flugbetrieb herrscht jetzt am Schwalbenhaus beim „Hasen“ in Volkersheim. Zuvor war es in Dächingen rund drei Jahre unbewohnt geblieben.  1/3
    Reger Flugbetrieb herrscht jetzt am Schwalbenhaus beim „Hasen“ in Volkersheim. Zuvor war es in Dächingen rund drei Jahre unbewohnt geblieben. Foto: 
  • Elvira Schick.  2/3
    Elvira Schick. Foto: 
  • Die neugierigen Schmuse-Esel machen in Volkersheim den Mist, der Insekten anzieht und so zum Wohlbefinden der Schwalben beiträgt. 3/3
    Die neugierigen Schmuse-Esel machen in Volkersheim den Mist, der Insekten anzieht und so zum Wohlbefinden der Schwalben beiträgt. Foto: 
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In Nummer 11 gucken schon Junge raus“, sagt Elvira Schick. „In Nummer 19 und 35 auch“, sagt ihr Mann Oskar. Auf dem Gelände des Erlebnisgasthofs „Hasen“ in Volkersheim herrscht starker Flugbetrieb. Die Mehlschwalben flitzen im Zickzack-Kurs um die Hausecken und füttern ihren Nachwuchs. „Man wundert sich, dass da nie welche zusammenstoßen“, meint die Gastwirtin. Denn der Hasen in Volkersheim entwickelt sich zu einer Art Ballungszentrum für Schwalben.

„Ich habe am Hausdach mit einem Paar angefangen und jedes Jahr ein paar Nester dazu gekauft und aufgehängt“, erzählt Elvira Schick. Unter dem Dachvorsprung hängen mittlerweile 33 Nester. Davon sind 29 belegt. Das Durchzählen fällt hier relativ leicht, denn jede Schwalbenwohnung hat eine Hausnummer bekommen. Seit zwei Wochen steht auf dem Gelände auch das Schwalbenhaus, das zuvor in Dächingen stand. Fast drei Jahre war das Haus mit den 42 Nestern dort nicht angenommen worden „Als wir es vor zwei Wochen hier aufgebaut haben, waren die ersten Schwalben schon beim Aufbau neugierig“, erzählt Elvira Schick. Und dann ging es ruckzuck. Nach nur zwei Wochen sind mehr als 10 Nester mit Sicherheit belegt. Man sieht ab und zu winzige schwarze Köpfchen mit einem weißen Fleck unter dem Schnabel aus dem Einflugloch heraus schauen. „Besucher meinen immer, die würden sich gegenseitig in die Quere kommen und sich streiten“, erzählt Elvira Schick. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Wo schon Schwalben sind, kommen noch mehr dazu. Denn Schwalben nehmen ihre Nester gerne jahrelang hintereinander in Besitz.

Den Schwalben gefällt es auf dem Bauernhof sogar so gut, dass sie angefangen haben, an der Hausfassade des Gasthofs auch mit einem Eigenbau zu beginnen. Man sieht überall kleine Lehmklümpchen am Putz haften. Die Wohnbedingungen sind bei Schicks ideal. Es gibt Hühner, die im Freien picken, Enten, Pferde und sechs Esel. Alle Tiere machen Mist, der die Insekten anlockt. Und so schwirren den Eseln die Schwalben um die Ohren und Schicks können sich gar nicht satt sehen an dem Flugbetrieb. Über allem kreist noch der Rotmilan, der nach Beute Ausschau hält.

Turmfalken und Waldohreule

„Das ist Natur“, sagt Elvira Schick. „Mich freuen die vielen Schwalben auch deshalb, weil Herr Kohlruss uns die Vogelpflege so ans Herz gelegt hat“, berichtet Elvira Schick. Noch kurz vor seinem Tod habe Rudolf Kohlruss in Volkersheim vorbei geschaut und gesagt, dass es nicht mehr viele Menschen gebe, die sich um die Vögel kümmern. „Wenn Herr Kohlruss vom Himmel runter schaut, hat er eine Freud‘“, weiß Elvira Schick. Die Gastwirtin ist seit ein paar Wochen auch offiziell die Ansprechpartnerin für verletzte Vögel. Elvira Schick hat schon mehrere Turmfalken und eine Waldohreule wieder aufgepäppelt und in die Freiheit entlassen. „Wir sind hier aber nur eine Vogelpflegestation für Vögel, die danach auch wieder in der Natur überleben können“, erklärt Elvira Schick. Wer einen verlassenen, aus dem Nest gefallenen oder verletzten Vogel findet, kann unter (07391) 7740390 anrufen. „Man sollte aber vorher erst einmal schauen, ob die Vogelmutter den Jungvogel noch füttert“, erklärt die Tierliebhaberin, die sieben Jahre lang für einen Tiernotruf tätig war.

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