Auf der Spur der Separatisten aus Rottenacker: Heimatverein in Zoar

Hermann Huber, Inge Brucker und Bruno Haaga waren in Zoar in Ohio gern gesehene Gäste bei den Feierlichkeiten zur 200-Jahr-Feier des Ortes. Sie haben auch das Grab von Michael Bäumler besucht.

|
Vorherige Inhalte
  • Vor der Kirche in Zoar haben Bruno Haaga, Inge Brucker und Hermann Huber (Mitte) mit Eberhard Fritz (rechts), seiner Frau Ute (links) und weiteren Festbesuchern posiert. Rechts oben zeigen Bürgermeister Scott Gordon und John Elsasser die Gastgeschenke aus Rottenacker. Auch der Grabstein von Michael Bäumler wurde besichtigt. An zwei Tagen gab es Vorführungen mit Weben und Waschen. 1/7
    Vor der Kirche in Zoar haben Bruno Haaga, Inge Brucker und Hermann Huber (Mitte) mit Eberhard Fritz (rechts), seiner Frau Ute (links) und weiteren Festbesuchern posiert. Rechts oben zeigen Bürgermeister Scott Gordon und John Elsasser die Gastgeschenke aus Rottenacker. Auch der Grabstein von Michael Bäumler wurde besichtigt. An zwei Tagen gab es Vorführungen mit Weben und Waschen. Foto: 
  • In Zoar: v.l. Hermann Huber, Bürgermeister Scott Gordon, John Elsasser (Präsident Zoar Community Association) 2/7
    In Zoar: v.l. Hermann Huber, Bürgermeister Scott Gordon, John Elsasser (Präsident Zoar Community Association) Foto: 
  • Das Grab von Michael Bäumler, genannt Joseph Michael Bimeler 3/7
    Das Grab von Michael Bäumler, genannt Joseph Michael Bimeler Foto: 
  • In Zoar wurden historische Vorführungen vom Weben und Waschen wie vor 200 Jahren gezeigt. 4/7
    In Zoar wurden historische Vorführungen vom Weben und Waschen wie vor 200 Jahren gezeigt. Foto: 
  • Das zweite Haus von Michael Bäumler in Zoar ist gut erhalten.   5/7
    Das zweite Haus von Michael Bäumler in Zoar ist gut erhalten. Foto: 
  • In Zoar wurde auch die typische Kleidung der damaligen Separatisten präsentiert. 6/7
    In Zoar wurde auch die typische Kleidung der damaligen Separatisten präsentiert. Foto: 
  • Das Grab von Stefan Huber in Zoar 7/7
    Das Grab von Stefan Huber in Zoar Foto: 
Nächste Inhalte

Eine Korrektur kann Hermann Huber, Vorsitzender des Museums- und Heimatvereins Rottenacker, nach der USA-Reise mit Inge Brucker und Bruno Haaga vermerken: Nicht auf der „Elisabeth“, wie angenommen, sondern auf einem Schiff namens „Vaterlandsliebe“ sind 20 bis 30 Menschen aus Rottenacker  von Antwerpen nach Philadelphia aufgebrochen und am 14. August 1817 angekommen. Sie gründeten später mit anderen deutschen Separatisten, die anhand der Berlenburger Bibel lebten, den Ort Zoar im Bundesstaat Ohio. Sie hatten Leibeigenschaft und sonstige Fesseln schon in der Heimat abgelegt und wurden von der Obrigkeit verfolgt, wie im Museum in Rottenacker bekanntlich nachzuvollziehen ist.

Erstmals und eigens zur 200-Jahr-Feier der Gründung von Zoar reisten Huber, Brucker und Haaga an den Ort des Geschehens und überbrachten bei den Feierlichkeiten Gemeindewappen sowie Ansichten von Rottenacker an Bürgermeister Scott Gordon sowie an John Elsasser, den Präsidenten der Zoar Community Association. Nach einer USA-Rundreise, auf der die drei aus Rottenacker New York, die Niagara-Fälle, Lancaster, Pennsylvania und Ohio bereist hatten, waren sie von Donnerstag bis Sonntag in Straßburg, einem Nachbarort von Zoar, im Hotel untergebracht. Das reiche Zoar genoss aufgrund des tüchtigen Wirtschaftens im 19. Jahrhundert einen solch besonderen Ruf, dass auch der berühmte Gesellschaftstheoretiker Friedrich Engels es einst besuchte. Nach einem Maifest, „Dog Fest“ und einem „Harvest Festival“ im Jubiläumsjahr beinhaltete der Höhepunkt der Feierlichkeiten in diesem Jahr unter anderem einen Gottesdienst, ein Theaterstück über Zoars Geschichte, Vorführungen von Weberei und Waschen wie anno dazumal, Musik und eine Tagung deutschstämmiger akademischer Größen aus vielen Bundesstaaten. „So viele Professoren habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen“, sagt Huber, der in einer Ansprache über die Geschichte der Rottenacker Separatisten sprach. Im Publikum, das auch junge Studenten beinhaltete, war auch Pietismus-Forscher Eberhard Fritz.

„Es war schon interessant zu sehen, wie die Leute in Zoar diese alten Häuser erhalten“, sagt Huber, der mit den Vorstandsmitgliedern auf dem Friedhof auch das Grab des Anführers im Ort besichtigt hat: Sein Vorfahr Stefan Huber, ein einfacher Bauer, hatte Michael Bäumler zum Konvertieren gebracht, und der Merklinger, der sich in Amerika „Bimeler“ nannte, avancierte in Zoar schnell zum charismatischen Anführer. Auch Rottenacker Namen fanden die Besucher auf den Grabsteinen, den von Stefan Huber, außerdem Breymaier, Burkhart, Jacob Zoller und einige mehr. Einen nach klösterlichem Vorbild angelegten Garten hatte damals der Bürgermeister gehegt und gepflegt, erfuhren die Gäste.

„Viele Leute sind an allen Tagen auf uns zugesprungen, immer wurde gerufen ,the Germans, the Germans’, und alle wollten Fotos mit uns“, sagt Huber, der auch ein Wiedersehen mit Deutschstämmigen hatte, die bereits Rottenacker auf Ahnenforschungsurlaub gewesen waren. Auch Peter Bechteler, einen direkten Nachfahr von Michael Bäumler aus Merklingen, trafen die drei aus Rottenacker, und „ein junger Mann, der in Tübingen studieren wird, hat sich für einen Besuch in Rottenacker angekündigt“.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Digitalisierung: Autonomie bewahren als Ziel

Wie sollte der Mensch den Auswirkungen der Digitalisierung auf sein Leben begegnen? Dieser Frage widmete sich ein kirchliches Forum. weiter lesen