Auch auf der Alb blühts

Die Raiffeisenbank Ehingen-Hochsträß feierte in Granheim die Jubiläen der einst selbstständigen Banken in Granheim, Altsteußlingen, Frankenhofen und Erbstetten. Auch dort gab es Aktuelles und Unterhaltung.

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Jubiläumsfeier zur Gründung der Raibas auf der Alb (von links): Fritz Lehmann (Vorstandsvorsitzender), Christoph Mauz (Filialleiter), Tanja Bares (Mitarbeiterin), Albert Enderle (Granheim), Melanie Loncar (Mitarbeiterin Alb) sowie die Vorstände Klaus Hofmann und Alfred Mager.  Foto: 

Das Winterwetter auf der Alb hatte wohl einige Mitglieder davon abgehalten, an der Jubiläumsfeier zur Gründung der Raiffeisenbanken in Granheim, Altsteußlingen, Frankenhofen und Erbstetten teilzunehmen. So blieben viele Gedecke in der Granheimer Albhalle ungenutzt. Nach einem musikalischen Auftakt durch die Frankenhofener Musikkapelle unter Leitung von Josef Uhl begrüßte Bruno Stemmer, Aufsichtsrat aus Granheim, die Gäste. Im Jahr 1891 hätten sich die Bürger aus Granheim, 1901 die Altsteußlinger und Frankenhofer und 1912 die Erbstetter genossenschaftlich organisiert.

Stemmer umriss die derzeit von der Raiba gesponserten Projekte wie das Biosphärengebiet und die Unterstützung der Verbandsligaspielerinnen des SV Granheim. Vorstandsvorsitzender Fritz Lehmann ging auf die Anfänge der Jubiläums-Raiffeisenbanken ein. Er verlas die jeweiligen Beurkundungen und die damaligen Vorstandsmitglieder. Darunter waren vor mehr als 100 Jahren meist der Pfarrer und der Schultheiß. Die Bilanzsummen und Umsätze entwickelten sich aus bescheidenen Anfängen. So betrug der Jahresgewinn in Granheim 57,23 Mark, in Frankenhofen 3,12 Mark, in Altsteußlingen 15,98 und in Erbstetten 44,32 Mark. Vor allem Granheim war der genossenschaftlichen Idee sehr verbunden und unterhielt ein Kalkwerk und einen Dreschbetrieb.

Schon damals wurden Maschinen verliehen. Lehmann ging auf die turbulenten Kriegs- und Nachkriegsjahre ein und erzählte über die Neuerungen. So waren die Darlehenskassen bis in die 50er Jahre nebenamtlich geführt. Die Rechner, die oft nur eine Additionsmaschine besaßen, waren überfordert, drum wurde 1957 in Ehingen eine Buchstelle eröffnet. 1964 gab es eine neue Bank, die früher selbstständigen Banken wurden Zweigstellen. Die Entwicklungen zu modernen Geschäftsbetrieben unterfütterte Christoph Mauz, Filialleiter auf der Alb, mit Zahlen. Knapp 85 Prozent aller Einwohner im Geschäftsgebiet haben ein Konto bei der Raiffeisenbank. 8,2 Millionen Euro wurden als Darlehen ausbezahlt. Besonders erfreulich sei der 24-Stunden-Bargeldservice in Dächingen. Wurden im Jahr 2007 noch 660 000 Euro über diesen Service abgewickelt, so stiegt die Zahl 2011 mit 1,5 Millionen Euro auf mehr als das Doppelte. Auch die Anzahl der aufgeladenen Mobiltelefone hat sich von 134 im Jahr 2007 auf 320 im Jahr 2011 um mehr als 100 Prozent gesteigert. Das Geschäftsgebiet auf der Alb umfasst 402 Mitglieder. Somit ist etwa jeder zweite Kunde auch Mitglied und Teilhaber an einer Dividende von 5,5 Prozent. Dass Genossenschaften kein überholtes Modell sind, zeigen die Gründungen von Energie- und anderen Genossenschaften in Bereichen, die sonst unter staatliche Daseinsvorsorge fallen.

Für ihre besonderen Verdienste wurden Maria Beller und Albert Enderle geehrt. Maria Beller, die viele Jahre das Bankgeschäft in Erbstetten betreute, konnte allerdings nicht anwesend sein. Albert Enderle war Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Granheim und nach der Fusion bis 1986 im Aufsichtsrat der Raiba Ehingen.

Fritz Lehman dankte ausdrücklich den jetzigen Aufsichtsräten Hans Grab (Altsteußlingen), Josef Willbold (Erbstetten), Bruno Stemmer (Granheim) und Paul Baier (Tiefenhülen). Ein gemütlicher Festabend mit Weinprobe und Unterhaltung schloss sich an.

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